Tobias Hanschen besitzt einen 3D-Drucker für den Hausgebrauch / Für ihn zunächst reine Spielerei

„Die Möglichkeiten sind grenzenlos“

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Tobias Hanschen aus Rotenburg mit seinem 3D-Drucker, den er sich in den USA bestellt hat.

Rotenburg - Von Matthias Röhrs. 3D-Drucker sind zurzeit eine der interessanteren Neuerungen in der Technik-Welt. Die Möglichkeit, nicht nur auf Papier, sondern richtige Gegenstände drucken zu können, fasziniert viele Menschen. Tobias Hanschen aus Rotenburg gehört dazu. Er hat sich ein solches Gerät für den Hausgebrauch gekauft.

Zunächst ist der 3D-Drucker für Hanschen allerdings reine Spielerei. „Ich probiere immer gerne etwas Neues aus, und 3D-Drucker fand ich schon immer interessant“, sagt der Fachinformatiker. „Vor kurzem hat man noch auf Papier gedruckt, jetzt können wir das schon zuhause in 3D. Das ist phänomenal.“ Erst einmal möchte er aber klein anfangen und drucke zunächst nur vorprogrammierte Sachen. Bald wolle er sich jedoch selber ans „Modeln“ wagen und mit der Zeit vielleicht Ersatzteile für ein weiteres Hobby von ihm herstellen: dem Drohnenflug.

Der Drucker wirkt unscheinbar – ein grüner Würfel von etwa 25 Zentimetern im Quadrat, Objekte sind in der Größe von elf Zentimetern druckbar. „Für den Hausgebrauch reicht das völlig“, sagt Hanschen und schmeißt den Drucker an. Ein leises Summen ertönt – ein klassischer Drucker ist lauter. Er beginnt, das Objekt, das Modell eines Schweines von etwa drei Zentimetern Höhe, Schicht für Schicht aufzubauen. Ein dezenter Geruch nach verbranntem Plastik breitet sich aus. Gefüttert wird der Drucker mit einem Draht aus Kunststoff, den die Düse erhitzt und dann beginnt mit feinen Fäden des Kunststoffes, vergleichbar mit Spinnweben, das Schwein zu drucken. Zunächst ein Untergrund, damit das Objekt im Drucker auch selbstständig stehen und den Hanschen später abbrechen kann.

Gekauft hat er den Drucker bei einem Crowdfunding-Projekt aus den USA. Dessen Ziel sei, 3D-Druck für jedermann möglich zu machen. 12000 Geräte hat das Projekt am Ende für seine Unterstützer hergestellt. Um die 100 Drucker gingen nach Deutschland, davon eins nach Rotenburg in den Haushalt von Tobias Hanschen. 299 Dollar (etwa 275 Euro) sei der Preis für das Gerät gewesen, inklusive Versand und Zoll habe er zirka 400 Euro ausgegeben, sagt Hanschen. Andere 3D-Drucker würden wesentlich mehr kosten und müssten auch erst zusammengebaut werden. Seiner wurde fix und fertig geliefert, bereit zum Benutzen.

Nach etwas über zwei Stunden ist das Gerät fertig mit Drucken. Das Modell-Schwein ist trotz niedriger Qualität immer noch sehr detailliert gedruckt. Der Druck in höchster Qualität hätte laut Hanschen sechs bis sieben Stunden dauern können. Für den Haushalt spricht der Fachinformatiker den 3D-Druckern allerdings eine bescheidenere Rolle für die Zukunft zu: Dort werden sie nach seiner Einschätzung wohl nur spielerisch eingesetzt werden, „aber im betrieblichen wird das auf jeden Fall Zukunft haben, da man beispielsweise Ersatzteile schnell und günstig selbst produzieren kann“. Auch für Architekten sei 3D-Druck eine interessante Möglichkeit, Modelle zu bauen. Das erste Objekt, das Hanschen gedruckt hat, war eine Halterung für die Spindel, die den Kunststoff-Draht hält. „Viele drucken sich Alltagsgegenstände aus“, weiß er. „Häufig Smartphone-Cover, Adapter oder Blumenvasen.“ Ein Kollege, der sein Interesse am 3D-Druck teilt, stelle mit seinem Gerät Ausstanzformen für Kekse her. Hanschen: „Die Möglichkeiten sind grenzenlos, wenn man Ideen hat und sie auch umsetzen kann.“

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