Till Petersen und Iris Kamil zeigen Auschwitz-Ausstellung in der Cohn-Scheune

Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen

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Iris Kamil und Till Petersen haben eine berührende Ausstellung über Auschwitz geschaffen.

Rotenburg - Von Matthias Röhrs. Auf der Treppe in der Cohn-Scheune ist gestern Nachmittag kaum ein Durchkommen gewesen. Sie bildete das Zentrum der Auschwitz-Ausstellung von Till Petersen und Iris Kamil über das ehemalige Konzentrationslager, die während einer Studienfahrt der Scheeßeler Eichenschule im vergangenen Herbst entstanden ist.

Das Interesse bei der Eröffnung gestern – der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus – war groß. Zusammen haben die beiden eine tiefgehende Ausstellung geschaffen, die nicht nur den Schrecken des Lagers, sondern auch den Umgang der Jugend mit dem Thema aufzeigt. „Wir wollen zeigen, dass auch bei der jüngeren Generation Interesse für dieses Kapitel vorhanden ist“, sagte der 17-jährige Till Petersen. Als versierter Fotograf hat er seine Eindrücke dieser Reise mit der Kamera festgehalten. 17 der dort entstandenen Bilder sind nun in schwarz-weiß im jüdischen Museum in Rotenburg zu sehen. „Die Farben hätten von Auschwitz abgelenkt“, sagt Petersen. Es sei ein wunderschöner Herbsttag gewesen, als die Gruppe die Gedenkstätte besuchte.

Das Thema Nationalsozialismus ist immer noch aktuell, haben die beiden festgestellt. „Es ist allgegenwärtig“, sagt Kamil. Die Ausstellung: eine Verschmelzung von Vergangenheit und Gegenwart.

Kamil verarbeitet ihre Erlebnisse dieses Ausfluges in Worten. „Es ist meine ganz eigene Erfahrung mit Auschwitz“, erklärt die 18-Jährige. Für sie war die Fahrt auch eine Forschungsreise in die Geschichte ihrer eigenen Familie. Vor Ort fand sie die Bestätigung, dass einige ihrer jüdischen Vorfahren in dem Lager umgebracht worden sind. Teilweise sehr persönlich beschreibt sie nun ihre Familiengeschichte, und ihren eigenen Umgang ihrer jüdischen Vergangenheit.

Noch bis zum 29. Februar ist diese fotografische und textliche Spurensuche jeweils mittwochs und sonntags in der Zeit von 14 bis 18 in der Cohn Scheune Uhr zu sehen.

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