Rotenburger Verein engagiert sich

Tierhilfe sucht Zuhause für Katzen

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Die Vorstandsmitglieder Franziska Weigl und Ingrid Hagelberg (r.) sowie die anderen ehrenamtlichen Helfer investieren viel Zeit in die Betreuung der Katzen, wie zum Beispiel dem Kater Lillebror.

Rotenburg/Helvesiek - Von Farina Witte. Lothar streicht seinen Kopf einmal an der Tür ab und blickt neugierig in den Flur. Als ihm aber niemand so recht Aufmerksamkeit schenkt, springt er auf den Behandlungstisch und untersucht mit seiner Pfote den Desinfektionsspender. Lothar ist der neuste Zugang im Katzenhaus der Tierhilfe Rotenburg.

Der schwarze Kater ist am 22. Dezember eingezogen und muss nun erst mal ein paar Tage in dem Quarantäneraum verbringen, ehe er zu den anderen Katzen darf. „So verhindern wir, dass sich Krankheiten, wie zum Beispiel Flöhe oder Würmer, verbreiten“, berichtet Franziska Weigl, die zweite Vorsitzende des Vereins. Da Lothar derzeit die einzige neue Katze ist, darf er sich in dem Raum frei bewegen. Normalerweise gibt es extra Boxen, in denen die Tiere für etwa fünf Tage untergebracht werden.

Im Katzenhaus ist es zu Beginn des Jahres eher ruhig. In dem großen Raum im Erdgeschoss wohnen noch vier Katzen, die aber bereits vermittelt sind und in wenigen Tagen ausziehen. Oben sind in einem kleineren Raum zwei ganz junge, und in einem weiteren sechs Katzen aus dem Frühjahr untergebracht. Erfahrungsgemäß werden sie aber nur eine kurze Zeit dort verbringen. „Der Schnitt liegt bei 40 Tagen, bis sie ein neues Zuhause gefunden haben“, berichtet Gerhard Gollon, der erste Vorsitzende des Vereins. Allerdings würden einige Einzelfälle die Quote nach oben ziehen. „Meistens können wir sie schon nach 10 bis 14 Tagen vermitteln“, meint Weigl. 115 Katzen wurden im vergangenen Jahr von der Tierhilfe aufgenommen und entweder im Katzenhaus oder in einer Pflegestelle untergebracht. Dies sei auch etwa der Jahresdurchschnitt. „Für Katzen, die nur alleine gehalten werden können, suchen wir daher immer geeignete Pflegestellen“, erzählt die zweite Vorsitzende.

Die Vorstandsmitglieder Franziska Weigl und Ingrid Hagelberg (r.) sowie die anderen ehrenamtlichen Helfer investieren viel Zeit in die Betreuung der Katzen, wie zum Beispiel dem Kater Lillebror.

Wer sich für eine Katze interessiert, landet mit seiner Anfrage bei der Schriftführerin Ingrid Hagelberg. Schon im ersten telefonischen Gespräch, verrät Hagelberg, kann sie klären, ob und welches Tier infrage kommt. Hagelberg fragt, ob die Katze dort Freigang hat, ob sie ausreichend Platz geboten bekommt und ob der mögliche Besitzer genügend Zeit für den Vierbeiner hat. „Wir lehnen dann auch mal ab“, sagt sie und nennt als Beispiel Fälle, in denen die Interessenten dem Tier keinen Freigang bieten können, die Tierhilfe aber nur Katzen hat, die dies gewohnt sind. Nach einem ersten Telefongespräch folgt dann ein persönlicher Termin im Katzenhaus mit einem der ehrenamtlichen Mitarbeiter. Dies nehme meistens eine Stunde in Anspruch. Nicht immer entscheiden sich die Interessenten direkt. „Manchmal müssen sie auch eine Nacht darüber schlafen“, so Weigl. Eine erfolgreiche Vermittlung ist dem auf Katzen spezialisierten Verein wichtig. „Es muss passen“, betont Hagelberg.

Zwischen der Aufnahme und der erfolgreichen Vermittlung steht für die Vorstandsmitglieder und die anderen ehrenamtlichen Mitarbeiter eine Menge Arbeit. Räume sauber halten, die Katzen füttern und Tierarztbesuche organisieren sind die Aufgabengebiete, die besonders viel Zeit in Anspruch nehmen.

Dem gemeinnützig organisierten Verein liegt die Eindämmung der wilden Katzenpopulation am Herzen. „Das Ziel ist im Grunde ja, dass das Katzenhaus nicht mehr benötigt wird“, meint Weigl. Daher setzt sich die Tierhilfe auch für die Einführung der Kastrations- und Kennzeichnungspflicht ein und versucht, die Gemeinden im Landkreis darauf aufmerksam zu machen. Bislang gelte diese nur in Zeven. „Wir fangen außerdem regelmäßig wild lebende Katzen ein, die wir kastrieren und wieder frei lassen“, erklärt Gollon. Der Verein möchte die unkontrollierte Vermehrung der Katzen unterbinden, „denn das führt zu Krankheiten und Inzucht“, so Gollon.

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