Für Tiere ist die Silvesternacht eine besondere Belastung

„Eine einzige Stress-Aktion“

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Damit sich das geliebte Haustier auch an Silvester wohlfühlt, gilt es für den Besitzer, einiges zu beachten.

Rotenburg - Von Matthias Röhrs. Und plötzlich knallt es: Es ist Mitternacht an Silvester und auch im Landkreis Rotenburg steigen Feuerwerkskörper in die Luft. Raketen, Böller und Co. werden gezündet, um das neue Jahr lautstark zu begrüßen. Ein grauer Dunst legt sich über die Ortschaften, es ist laut, es riecht nach Schwefel und Rauch. Doch gerade dies macht die Nacht auf Neujahr für Tiere zur schlimmsten des Jahres.

Silvester und Tiere. „Das ist ein umfangreiches Thema“, sagt Regina Buchhop. Die Vorsitzende des Tierschutzvereins Rotenburg wundert sich Jahr für Jahr aufs Neue, was Menschen ihren Haustieren an diesem Abend alles zumuten. „Wichtig ist, dass man daran denkt, dass Knaller auch dem zutraulichsten Tier Angst machen“, sagt sie. Besonders der Lärm belaste Tiere besonders, da sie ein wesentlich feineres Gehör haben, als der Mensch.

Ihnen sollte daher ein sicherer Rückzugsort geboten werden. Sie sollten um Mitternacht und zu Zeiten, wo schon viel geböllert wird, grundsätzlich im Haus bleiben. Hunde sollten an Silvester draußen unbedingt an der Leine gehalten werden. Buchhop suche immer noch viele Tage nach Silvester nach Hunden, die aus Angst Reißaus genommen haben und von ihren Haltern gesucht werden.

Im Haus, so empfiehlt Buchhop, sollten die Jalousien und Rollläden heruntergelassen werden. Um den Lärm etwas abzuschwächen, helfe es, den Fernseher oder das Radio einfach etwas lauter zu stellen. Zudem sei es nicht verkehrt, wenn eine dem Tier vertraute Person anwesend ist. Vogelkäfige und Kleintiergehege sollten fern der Fenster stehen und mit einem Tuch zu den Seiten des Raumes abgedeckt werden, informiert zudem der Deutsche Tierschutzbunds.

Außerdem gebe es, so Buchhop, für Haustiere spezielle Tabletten, die den Adrenalinschub bremsen, das Tier wird gelassener. Diese gebe es beim Tierarzt, der die Halter auch zur richtigen Dosierung berät. Allerdings sollten Hund, Katze und Co. die Tabletten bereits ein Tag vor Silvester einnehmen.

Kurzfristig helfe aber auch ein homöopathischer Klassiker, weiß Buchhop. Die sogenannten Rescue-Notfalltropfen sollten an Silvester dem Tier etwa eine halbe Stunde vor Mitternacht verabreicht werden – ein Tropfen in den Bereich zwischen Lippen und Zahnfleisch. „Unter Umständen kann man das eine halbe bis dreiviertel Stunde nach der Knallerei nochmal wiederholen“, so die Tierschützerin.

Sie mahnt, bei aller Vorsicht den eigenen Haustieren gegenüber, auch an Arten in Wald und Flur zu denken. „Für sämtliche Tiere ist die Silvesternacht eine einzige Stress-Aktion“, sagt sie. Der Qualm, der Geruch, die Helligkeit und der Lärm seien eine große Belastung für sie. „Rehe beispielsweise sind extrem schreckhaft und stressanfällig“, so die Tierschützerin. Daher sollte man von Knallereien in Waldnähe Abstand nehmen.

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