Für Tiere, die Hilfe brauchen

Wildtierstation am Westermoor basiert jetzt auf eigenem Verein

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Auch eine Wildgans ist zurzeit in der Wildtierstation in Unteredt zu Hause. Sie scheint sich wohl zu fühlen.

Unterstedt - Von Guido Menker. Zur Fütterung am Morgen trauen sich die vier Rehkitze kaum ins Freie. Obwohl sie Regina Buchhop inzwischen gut kennen müssten, sind sie scheu und vorsichtig. Erst, als die 71-Jährige das Gehege wieder verlässt, wagen sie sich an das Frühstück heran.

Buchhop ist froh, dass die Tiere keine enge Bindung zu ihr zulassen. Die Wildtierstation am Westermoor in Unterstedt soll schließlich eine Starthilfe ins Leben sein – um nach einer gewissen Zeit die Auswilderung zu ermöglichen.

Seit vielen Jahren schon betreibt die 71-Jährige ihre Wildtierstation. Als private Initiative hatte sie 1985 mit der Arbeit auf ihrem 3 000 Quadratmeter großen Grundstück am Rande der Ortschaft begonnen. „Mit dem Wissen des Landkreises“, betont Regina Buchhop, „und auch mit der entsprechenden Anerkennung.“ 

Finanziert hat sie die Arbeit viele Jahre aus eigener Tasche. Später hat der Tierschutzverein für den Landkreis Rotenburg Futter- und Tierarztkosten übernommen. Seitdem Regina Buchhop aber nicht mehr Vorsitzende dieses Vereins ist, zahlt sie alles wieder aus eigener Tasche. Sie wollte das so - mit Blick auf die finanzielle Situation des Vereins. Und das seit nun mehr als einem halben Jahr. 

Vor allem Freunde hatten daher angeregt, einen Verein ins Leben zu rufen, um auf diesem Wege zumindest ein bisschen Geld aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen zu erhalten. Auch Aktionen ließen sich so auf die Beine stellen, um die Arbeit in dieser Wildtierstation wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen zu heben.

Regina Buchhop beim Füttern.

Inzwischen liegt die Anerkennung als gemeinnütziger Verein vor, sagt Buchhop. Sie ist froh darüber. Zwar ist sie wieder einmal die Vorsitzende eines Vereins, aber sie steht nicht komplett allein mit allem da. Stephanie Klawitter – im Frühjahr noch zur stellvertretenden Vorsitzenden des Tierschutzvereins gewählt, inzwischen aber zurückgetreten und aus dem Verein ausgeschlossen – engagiert sich als zweite Vorsitzende an der Seite von Kassenwartin Sabine Maack im Verein Wildtierstation.

Starthilfe oder eben die Rückkehr ins Leben in freier Natur will der Verein verwaisten und verletzten Wildtieren aller Art verschaffen. Greifvögel etwa, Fledermäusen oder eben auch Rehkitzen, wie zurzeit in dem Gehege hinter dem Haus, unweit eines kleinen Teiches, auf dem morgens auch eine Wildgans auf frisches Futter wartet. Die drei Hähne krähen derweil voller Inbrunst um die Wette. Eine Idylle für Tiere, die Hilfe brauchen – und auch bekommen. Bei Greifvögeln und Fledermäusen gibt es zudem eine enge Zusammenarbeit mit den fachkundigen Instanzen.

Kaum gegründet, startet der Verein mit der Unterstützung einer ganzen Reihe von Ehrenamtlichen auch schon die erste Aktion. Für den 18. November planen sie alle zusammen ein Lichterfest. Von 15 bis 18 Uhr sind alle Interessierten eingeladen, dabei zu sein. Kaffee und Waffeln soll es geben, eine Schminkstation für Kinder, Stockbrot und Geschichten. Die Gäste können sich über die Arbeit der Wildtierstation informieren und werden dabei auch erfahren, dass das Team um Regina Buchhop auch offen für Hilferufe in Sachen Haustiere ist. „So etwas leiten wir dann weiter – zum Beispiel an den Tierschutzverein oder an die Tierhilfe in Rotenburg“, erklärt Regina Buchhop.

Für sie selbst ist diese Arbeit eine Selbstverständlichkeit. Schon als Zwölfjährige habe sie damit begonnen, sich für das Wohl der Tiere zu engagieren. „Das war damals in Stade“, erklärt die ehemalige Krankenschwester. Von da an habe sie sich bis heute um Tiere gekümmert und dafür auch Lehrgänge besucht, um mit dem erforderlichen Wissen aktiv sein zu können.

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