Produktion zum Thema Freiheit

Theatergruppe Leporello arbeitet an Roadmovie

Ramona Schmalen freut sich, dass derzeit auf dem Gelände des Heimat- und Kulturhauses Hellwege wieder Live-Proben möglich sind.
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Ramona Schmalen freut sich, dass derzeit auf dem Gelände des Heimat- und Kulturhauses Hellwege wieder Live-Proben möglich sind.

So langsam geht wieder was im Kulturbereich. „Aber wir von Leporello haben eigentlich nie mit den Proben aufgehört“, sagt Ramona Schmalen, Leiterin des Ensembles der Kulturinitiative Sottrum. Sie arbeitet derzeit mit den Darstellern an einer neuen Produktion.

Hellwege – Musikensembles starten wieder zaghaft mit den Proben, erste Lesungen und Konzerte lassen – oft open air – wieder etwas Kultur atmen, und auch erste Ausstellungen sind unter Hygieneregeln wieder zu sehen: Es geht wieder los im Kulturbetrieb, auch für die Theatergruppe Leporello der Kulturinitiative Sottrum, „aber eigentlich haben wir die ganze Zeit nie wirklich aufgehört“, sagt Ramona Schmalen. „Irgendwie haben wir die Proben durchgezogen.“

Seit Ende Mai probt das derzeit elfköpfige Ensemble, dessen Mitglieder aus der ganzen Region, unter anderem aus Sottrum, Clüversborstel, Rotenburg und Scheeßel kommen, wieder gemeinsam – auf dem Gelände rund um das Heimat- und Kulturhaus Hellwege. „Wir haben da schon die ganze Zeit drauf gelauert und uns natürlich mit den entsprechenden Hygienekonzepten vorbereitet. Wir hoffen jetzt natürlich, dass wir so lange wie möglich draußen arbeiten können.“ Sie freut sich über die Live-Proben, denn die notwendige Alternative in Lockdown-Zeiten war nicht wirklich ein Ersatz: digitale Proben über Videokonferenz. „In der Gruppe war das wirklich schwierig“, erinnert sich die Theaterpädagogin und Regisseurin, die seit 2014 die Spielleitung des Ensembles inne hat. „Nicht überall war die Verbindung gleich gut.“ Allerdings war nicht alles schlecht: „Durch die Situation vor den Kameras sind auch ganz lustige Konzepte entstanden.“

Besser klappte es in Eins-zu-Eins-Proben. „Das war was Neues: Wir haben dabei versucht, auf diesem Weg, die jeweilige Figur des Darstellers zu erkunden. Was bringt sie für eine Biografie mit? Welche Charaktereigenschaften hat sie? Wie entwickelt sie sich?“ Normalerweise ist das erst der zweite Schritt, denn für die vergangenen Produktionen hat Schmalen mit den Ensemblemitgliedern zunächst körperliche Aspekte erarbeitet, wie die Figur sich bewegt und wie sie spricht. „Das musste dieses Mal andersherum laufen“, sagt Schmalen.

In der Erarbeitung des Stückes folgt Leporello allerdings dem bewährten Konzept: „Es wächst mit der Zeit“, beschreibt Schmalen den Prozess. Zu Beginn steht immer ein Gespräch des gesamten Ensembles über Themen, die die Mitglieder interessieren, über Genres, über Inspirationen aus Filmen. Bei den ersten Proben macht sich Schmalen lediglich Notizen. „Die Darsteller sollen ihre Figuren so verinnerlichen, dass das Aufschreiben erst gar nicht nötig ist“, erklärt sie. Erst im Laufe der Zeit beginnt sie, den Szenenplot aufzuschreiben, dann hält sie die zuvor improvisierten Szenen schriftlich fest. Ihr ist es wichtig, den Figuren Freiraum zu geben und lediglich einen Rahmen abzustecken, in dem sich der Charakter dann bewegt.

Roadmovie zum Thema Freiheit

Die Entscheidung für die neue Produktion: Es soll ein Roadmovie zum Thema Freiheit werden. „Und das passt super, Roadmovies sind der Inbegriff von Freiheit“, freut sich Schmalen. „Reset – Und jedem Anfang liegt ein Zauber inne“ ist derzeit einer der Arbeitstitel. Leporello verknüpft das mit dem Thema Neubeginn, viele Charaktere befinden sich zum Handlungszeitpunkt in Therapie. „Sie haben alle etwas erlebt, mit dem sie abschließen wollen“, erläutert Schmalen. Ausgangssituation ist eine Busfahrt, denn die Charaktere sind auf dem Weg zu einer Tagung. Zwei zwielichtige Gestalten entführen den Bus, aber die vermeintlichen Opfer sind nicht leicht zu händeln. „Auch die Entführer haben ihre Geschichte und eine interessante Biografie – wie alle Figuren.“

Was passiert, wenn diese Gemengelage aufeinander trifft, das ermittelt das Ensemble zurzeit in den Liveproben. „Aber es soll jetzt nicht übermäßig dramatisch werden, es ist eher eine Tragikkömodie“, verspricht die Regisseurin. Eine Tragikkomödie in einer spannenden Kulisse: „Wir suchen gerade noch einen bezahlbaren Bus, den wir auf einer Seite auffräsen können“, sagt Schmalen. In das Fahrzeug sollen dann Leinwände integriert werden. „Es darf also immer gerne ambitioniert sein“, erklärt sie mit einem Lachen.

Bedeutet zugleich: Der Hartmanshof wird dann der einzige Aufführungsort sein, denn nach der Umwandlung in eine Bühnenkulisse wird der Bus von der Straßentauglichkeit weit entfernt sein. Was am Ende bei alldem herauskommt, bleibt noch eine ganze Weile im Dunklen, derzeit plant Leporello mit den Aufführungen im September und Oktober 2022 auf dem Hartmannshof Rotenburg. „So viel Zeit haben wir bisher noch nie für ein Stück gebraucht.“

Das Jahr bis dahin soll Schmalen und ihren Darstellern trotzdem nicht allzu lang werden: „Ich bin momentan echt froh über jeden Veranstalter, der was auf die Beine stellt“, sagt Schmalen. Sie hofft, dass sich noch ein Stück in diesem Herbst spontan einschieben lässt. „Einfach nur wieder auftreten – das wäre schön!“

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