Tennet wird Gleichstromtrassen neu planen / Politik begrüßt politischen Willen

„SuedLink“ soll unter die Erde

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Es bleibt vorerst weiter unklar, wie und wo der Landkreis von „SuedLink“ geschnitten werden könnte.

Rotenburg - Auf rund 50 Kilometern Länge könnte die geplante 800 Kilometer lange Stromautobahn „SuedLink“ zwischen Schleswig-Holstein und Bayern den Landkreis Rotenburg durchschneiden. 80 Meter hohe Masten, Elektrosmog und Wertverlust für Grundstückseigentümer: Die Begeisterung, die Übertragungsnetzbetreiber Tennet mit den ersten Vorschlägen für die 500-Kilovolt-Gleichstromtrasse auch in der Region ausgelöst hat, hielt sich sehr in Grenzen. Zuletzt hatte auch die Bundesnetzagentur Nachbesserungen an der Planung gefordert. Die scheint es nun zu geben.

Anfang Juli hatte die große Koalition die Ziele der künftigen Energiepolitik konkretisiert. Die Parteivorsitzenden von CDU, CSU und SPD hatten erklärt, dass der Netzausbau und insbesondere das Vorhaben „SuedLink“ ein wesentlicher Baustein für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende sind. Allerdings müsse auch die Akzeptanz vor Ort gestärkt werden. Und das bedeute, bei den geplanten Gleichstrom-Leitungen der Erdkabeltechnologie Vorrang gegenüber der Freileitung einzuräumen. Die Mehrkosten in Milliardenhöhe werden wohl die Stromkunden tragen müssen. Tatsächlich heißt es im Beschluss des Koalitionsausschusses: „Die Mehrkosten sind gerechtfertigt, da die Maßnahme zu mehr Akzeptanz und zu einem schnelleren Ausbau führt.“

Tennet hat darauf am Dienstag reagiert. In einer Pressemitteilung des niederländischen Staatskonzerns heißt es: „Unseren aktuellen Trassenkorridorvorschlag und die etwa 100 Bürgeralternativen haben wir den geltenden gesetzlichen Vorgaben entsprechend im Hinblick auf mögliche Auswirkungen einer Freileitung untersucht. Für ‚SuedLink‘ bedeutet der Erdkabel-Vorrang, dass die Planung möglicher Trassenkorridore neu aufgesetzt werden muss.“ Tennet stelle nun die Weichen, um bei der Neu- und Umplanung den Zeitverzug möglichst gering zu halten. Es gelte nun, nach der neuen Vorgabe geeignete Korridore zu finden. 2022, mit dem Abschalten der letzten Atomkraftwerke in Deutschland, soll die „Stromautobahn“ stehen.

Die beiden heimischen Bundestagsabgeordneten begrüßten die Tennet-Ankündigung, die Suche nach einem Trassenverlauf neu zu beginnen. SPD-Politiker Lars Klingbeil: „Das ist ein Erfolg der vielen Bürgerinitiativen und Kommunen in unserer Region, die sich in den vergangenen Monaten für ein Umdenken eingesetzt haben. Wir haben dies politisch aufgegriffen und am Ende konnte auch die Bundesregierung überzeugt werden.“ Tennet dürfe die Fehler der vorangegangenen Planungsschritte nicht wiederholen und müsse einen sinnvollen Vorschlag vorbereiten.

CDU-Politiker Reinhard Grindel äußerte sich ähnlich: „Tennet muss den Neustart bei der Planung des Verlaufs nutzen, um die berechtigten Anliegen der betroffenen Anwohner mit der umfangreichen Erdverkabelung viel stärker als bisher zu berücksichtigen.“ Der Abgeordnete forderte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) auf, die Eckpunkte aus dem Koalitionsausschuss für eine neue „SuedLink“-Trassierung zügig in konkrete Vorschriften für Tennet umzusetzen, die es dem Unternehmen erlauben, die Neuplanungen für die Trasse schnell und bürgerfreundlich vorzunehmen. Gerade um diese Akzeptanz zu verbessern, betonte Grindel weiterhin, müsse die Bürgerbeteiligung gegenüber dem ersten Planungsanlauf wesentlich ausgeweitet und viel offener gestaltet werden. Grindel: „Das kann jeder betroffene Anwohner zu Recht erwarten, unabhängig davon, durch welchen Teil unseres Landes die neue Trasse dann laufen wird.“

mk

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