Teilnehmer startet Petition / Landkreis und Träger bemühen sich um Fortsetzung

Förderung für Pace läuft aus

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Die Zukunft von Pace ist nicht gesichert – die Förderung durch die EU läuft im Sommer aus.

Rotenburg - Von Inken Quebe. Die drei Anlaufstellen des Pro Aktiv Centers (Pace) in Rotenburg, Zeven und Bremervörde machen zum 30. Juni dicht, denn die Förderung durch den Sozialfonds der Europäischen Union (EU) läuft aus. Wie es danach weitergeht, steht noch nicht fest – keine gute Ausgangslage für die acht Mitarbeiter und viele jugendliche Teilnehmer des Programms.

Hinter dem Pace verbirgt sich eine kostenlose Anlaufstelle für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 26 Jahren. Ihre Sorgen: Kein Ausbildungsplatz, nur Absagen auf Bewerbungen, Stress mit den Eltern sowie in der Schule, Geld- und Wohnungsprobleme. Viele haben keine Ahnung, was sie mit ihrer Zukunft anfangen sollen. Die Mitarbeiter – in Rotenburg sind es vier, in Zeven und Bremervörde jeweils zwei – kümmern sich und vermitteln an andere Stellen weiter. „Im Zentrum stehen die Ziele der Teilnehmer“, erklärt ein Mitarbeiter, der anonym bleiben will und sich aus Sorge um seinen Arbeitsplatz an die Kreiszeitung gewandt hat. Ihm liegt Pace am Herzen, „nicht nur, weil das mein Job ist. Es hat das Rund-Um-Paket“. Deshalb möchte er vor allem an die Politik appellieren, so schnell wie möglich neue Fördergelder zu beantragen. „Wir hatten unsere Verträge für die nächste Förderperiode schon“, berichtet er. Doch am Ende sei daraus nichts geworden.

Masala Maier aus Zeven war einmal Teilnehmer bei Pace und hat Sorge, dass andere Jugendliche das Angebot nun nicht mehr nutzen können: „Ich will, dass das Pro Aktiv Center erhalten bleibt. Mir haben die Mitarbeiter bei meinen Problemen sehr geholfen.“ Gerüchteweise hatte er gehört, dass die Anlaufstelle für Jugendliche in Zeven sogar komplett geschlossen bleiben soll und hat deshalb vor drei Wochen eine Petition gestartet. „Bis jetzt habe ich 30 oder 40 Unterschriften zusammen“, berichtet er. Dafür hat er vor allem Teilnehmer und andere Jugendliche angesprochen.

Wie und wann es nach dem 30. Juni weitergeht, weiß weder der Landkreis noch Thea Ohle, die als Pace-Projektleiterin für die Grone-Schule, den Träger, arbeitet. „Es gibt bisher noch nicht mal Richtlinien“, sagt Ohle. Diese muss das Land Niedersachsen erarbeiten. „Wir hoffen, dass es Ende Juni soweit ist“, so die Projektleiterin. Erst dann kann der Landkreis, der das Konzept erarbeitet, den neuen Antrag für die weitere Förderung stellen. Dabei gibt es jedoch ein weiteres Problem. „Mit Beginn der neuen Förderperiode am 1. Juli erhält der Landkreis erheblich weniger Mittel“, erklärt Nina Mikoleit, Mitarbeiterin vom Jobcenter des Landkreises. Die Kreisverwaltung müsse noch prüfen, in welchem Rahmen das Projekt fortgesetzt wird – mit weniger Geld. Auch ob alle drei Standorte erhalten bleiben und die Grone-Schule zur neuen Periode der Träger ist, steht noch nicht fest. „Wir schließen nichts aus“, erklärt sie. Dennoch sei der Landkreis daran interessiert, alle Anlaufstellen zu erhalten. Gemeinsam mit der Grone-Schule erarbeite man derzeit, wie die Jugendlichen auch in der Zeit ohne Pace Ansprechpartner haben. „Sie sollen nicht ins Bodenlose fallen“, sagt Ohle. Und auch Mikoleit versichert: „Es wird definitiv eine Übergangslösung geben.“

Auch Masala Maier hofft, dass Pace auch in Zeven nicht geschlossen bleibt: „Bevor die Jugendlichen irgendwelchen Mist machen, sollen sie lieber zu Pace gehen können.“

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