Forstamt sorgt für naturverträglichen Weg im Wald

Teerstraße verschwindet

Letzter Check: Carsten Mönkemeyer (v.l.), Knut Sierk und Henning Küper.
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Letzter Check: Carsten Mönkemeyer (v.l.), Knut Sierk und Henning Küper.

Rotenburg – Der Bagger steht bereit, und die ersten vorbereitenden Maßnahmen sind schon erledigt. Jetzt kann es so richtig losgehen. Vier Wochen wird es dauern, bis die Teerdecke auf dem sogenannten „Antennenfeldweg“ sowie auf der „Bremsbahn“ im Luhner Forst – neben der Grünabfall-Sammelstelle an der Zevener Straße – verschwunden und durch einen neuen, naturverträglichen Schotterweg ersetzt sein wird. Die Straße, mehr als 40 Jahre alt, ist stark mit krebserregenden Stoffen belastet, sagt Carsten Mönkemeyer. Er ist der für das „Schwarzdecken-Projekt“ der Niedersächsischen Landesforsten zuständige Wegespezialist. „In diesem Fall sind die zulässigen Grenzwerte deutlich überschritten“, sagt er.

Es gehe um Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Bis zu 25 Milligramm pro Kubikmeter sind zulässig; die Proben aus dem „Antennenfeldweg“ sowie aus der „Bremsbahn“ ergaben Werte, die zwischen 3 000 und 6 000 Milligramm je Kubikmeter liegen. Und weil auf diesem knapp 1,5 Kilometer langen Weg aus Sicht von Revierförster Henning Küper eine Schwarzdecke nicht länger erforderlich ist, kommt sie nun weg. Für Rückbau und Wiederherstellung des Weges mit einem Mineralgemisch in sogenannter wassergebundener Bauweise werden rund 210 000 Euro veranschlagt.

„Wer sich nun fragt, warum das Geld nicht genutzt wird, um die Waldschäden zu bekämpfen, muss wissen, dass es aus einer zweckgebundenen Rücklage der Niedersächsischen Landesforsten kommt“, betont Mönkemeyer. Bereits seit 2012 läuft das landesweite Projekt, bis Ende 2023 will man es abschließen. „Wir haben in den Niedersächsischen Landesforsten etwa 11 000 lastwagenfähige Kilometer Waldwege“, erklärt Landesforsten-Sprecher Knut Sierk. Etwa 500 Kilometer davon sind mit einer Schwarzdecke ausgebaut worden. Die nehmen die Experten nun nach und nach unter die Lupe und analysieren den Belastungsgrad. Etwa die Hälfte davon wird verschwinden. 30 bis 50 Kilometer sind pro Jahr zu schaffen, heißt es.

Die Entscheidung, ob Teerdecken gesichert werden können oder zu beseitigen sind, ergebe sich aus mehreren Faktoren: Wie stark ist die Zerstörung? Wird die Schwarzdecke noch zwingend benötigt? Wie ist die Topografie und wie stark der Wasseranfall? Im Zuständigkeitsbereich von Henning Küper gebe es zwar weitere Schwarzdecken auf Waldwegen, die aber seien eben nicht belastet und baulich noch in einem guten Zustand.

80 bis 90 Lastwagenladungen fallen in den kommenden Tagen beim Rückbau der Straße an, die eine Breite von fünf bis acht Metern aufweist, nach dem Neubau allerdings nur noch 3,5 Meter breit sein wird. Lediglich im vorderen Bereich, der als Holzlagerplatz zur Verfügung steht, bleibe die bisherige Breite zum Verladen erhalten.

Die bisherige Breite war zuletzt gar nicht mehr zu erahnen; die Straße war stark zugewachsen. Daher bestand für Andree Ziehm von der beauftragten Firma „i-Bau“ aus Behringen die Aufgabe zunächst darin, die alte Teerdecke freizulegen. Das ist inzwischen geschehen, jetzt kann der Rückbau beginnen. Mit seinem Bagger kann er die Deckschicht Stück für Stück abtragen und für den Abtransport verladen. „Die Schotterschicht bleibt als Unterbau bestehen, soweit sie nicht mit Teerpech belastet ist“, sagt Mönkemeyer.

Dass überhaupt einmal Teerdecken auf Waldwegen eingebaut worden sind, hat einen guten Grund: Es geht schließlich darum, anfallendes Holz zu lagern und aus dem Wald zu schaffen. Das geht in der Regel nur mit schwerem Gerät.

„Bei diesem Projekt arbeiten wir uns von Süden nach Norden vor“, erklärt Mönkemeyer. Dabei würden stets „Pakete“ aus zwei oder drei Forstämtern zusammengefasst. In diesem Monat ist neben der Revierförsterei Luhne noch die in Ahlden an der Reihe, wo es um den Betonweg sowie um den Südweg geht. Im Fall Luhne bringt die alte Teerstraße ein Gewicht von rund 2 100 Tonnen auf die Waage – bei einem Volumen von etwa 900 Kubikmetern. Knut Sierk: „Die Schwarzdecke ist relativ dünn.“

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