Das Team von „Kanal 11“ berichtet seit 26 Jahren aus dem Dachgeschoss

Zum 1111. Mal auf Sendung

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Wilhelm Bellmer, Heike Tetzlaf und Hilmer Drögemüller (v.l.) empfangen am Donnerstag zur 1111. „Kanal 11“-Sendung zahlreiche Gäste.

Rotenburg - Von Ulf Buschmann. Andreas Weber muss sich einige Fragen gefallen lassen. Doch gar so schlimm wird es für den Rotenburger Bürgermeister nicht werden, im Gegenteil. Weber ist nämlich einer der zahlreichen Gäste von „Kanal 11“. Das Fernsehen der Rotenburger Werke sendet am kommenden Donnerstag zum 1111. Mal. Beginn ist 17 Uhr.

Seit nunmehr 26 Jahren sendet das Team mit Heike Tetzlaf, Hilmer Drögemüller, Wilhelm Bellmer und Ralph Müller aus dem Dachgeschoss von „Haus Bethel“. Das alles geschieht übrigens auf ehrenamtlicher Basis, und so soll es auch in Zukunft bleiben. Auf diesem Wege sollen die Menschen erfahren, was sich in der Einrichtung tut und was in Rotenburg selbst los ist. Denn vielen Zuschauern ist es anders nicht möglich, sich auf dem Laufenden zu halten – sie sind entweder zu alt oder können aufgrund ihrer Einschränken zum Beispiel nicht lesen und schreiben. Allein schon deshalb sei es für die Bewohner nicht möglich, auf moderne Medien wie das Internet zuzugreifen.

„Wir kriegen hier zweierlei hin“, sagt Heike Tetzlaf, „wir bauen mit unserem Angebot eine persönliche Beziehung auf und wir informieren die Menschen über das, was passiert.“ Hilmer Drögemüller ergänzt: „Dabei konzentrieren wir uns auf die Stadt Rotenburg.“ Weitere Berichte aus der Region wie beispielsweise im vergangenen Jahr vom „Hurricane“-Festival seien die Ausnahme.

Seit der ersten Sendung hat sich das Konzept von „Kanal 11“ so gut wie nicht verändert. An erster Stelle jeder Lifesendung stehen die Geburtstagsgrüße und eventuellen Sterbefälle. Danach folgen drei Beiträge aus den Rotenburger Werken und der Kreisstadt. Weiter geht es mit Veranstaltungshinweisen und einem Studiogast – oder wie zur 1111. Ausgabe gleich mehreren Gästen. Wer übrigens zu einer der nächsten Sendungen ins Studio kommt, entscheidet das Los. Für die Ziehung gibt es seit vielen Jahren eine ausgediente Waschmaschinentrommel.

Was überdies wichtig ist: Die Zuschauer können anrufen. „Wer das tut, der ist meistens bekannt“, scherzt Hilmer Drögemüller. Kein Wunder also, dass es den einen oder anderen Running Gag gibt: Wer beispielsweise in der Leitung ist, wird schon mal gebeten, sein Zimmer nach dem Telefonat aufzuräumen. Und in Anspielung an den gerade geschafften Klassenerhalt „werden unsere drei HSV-Fans namentlich gegrüßt“, freut sich Hilmer Drögemüller.

Fernsehen machen für Menschen mit Behinderungen ist nach Überzeugung des „Kanal 11“-Teams eine besondere Herausforderung. „Wir müssen alles in leichter Sprache machen“, sagt Heike Tetzlaf. Und: „Wir müssen auch auf allzu ambitionierte Schnitte verzichten.“ Dies könnten die Zuschauer von „Kanal 11“ zum Teil gar nicht aufnehmen.

So sind die Macher dieses kleinen Rotenburger Lokalangebots denn auch auf ihre Zielgruppe festgelegt. Vor diesem Hintergrund ist weder eine Verbreitung im hiesigen Kabelnetz noch via Internet-Stream angedacht – allein aus Kostengründen.

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