Auf der Suche nach der Geschichte der Weihnachtskrippe

Das Tappen im Dunkeln

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Der kleine Krippenstall der Stadtkirche wird 100 Jahre alt. Wer kennt Einzelheiten seiner Geschichte? Das fragen sich Pastorin Sabine Krüger (v.l.), Kirchenvorstandsmitglied Karin Herrling und Küsterin Elisabeth Schwanholt. 

Rotenburg - Von Wieland Bonath. 1916 wurde in der Rotenburger Stadtkirche Weihnachten zum ersten Mal das Stallgebäude zu Jesu Geburt aufgestellt. Einen Meter lang, 80 Zentimeter breit, aus leichtem Sperrholz, mit aufgemaltem Fachwerk und einem Dach aus Borkenholz. Über dem Eingang zur Krippe steht der Satz „Friede auf Erden“ und am Giebel die Jahreszahl 1916. Jahr für Jahr wird seitdem zu Weihnachten das Krippenspiel zur Geburt Jesu aufgeführt. Das gilt als sicher, für alles andere sind die Fragen bislang unbeantwortet.

Als Staubreste des vergangenen Jahres von dem kleinen Stallgebäude entfernt wurden, um mit den Vorbereitungen für den kommenden Heiligabend zu beginnen, fiel Karin Herrlings Blick auf die Jahreszahl 1916: Das Stallgebäude müsste jetzt also genau 100 Jahre alt sein.

Herrling, die seit Juli dieses Jahres Mitglied des Kirchenvorstandes ist, wurde plötzlich von Ehrgeiz getrieben: Sie wollte und musste so viel wie möglich über den kleinen Stall erfahren.

Wer hat ihn gebaut, wie und wo entstand er? Wie sah es damals, zwei Jahre vor Ende des Ersten Weltkriegs, in Rotenburg aus? Ein „Berg“ an Recherche lag vor ihr, fast die hartnäckige Suche einer Detektivin. Herrling wühlte sich durch die Archive, blätterte in alten Zeitungsbänden, doch sie fand kleine Belege und Informationen aus der Vergangenheit. Es blieb bisher bei Fragmenten, die kein zusammenhängendes Bild über die Geschichte des 100 Jahre alten Krippenstalls ergeben.

Doch Herrling will nicht aufgeben und wendet sich an die Öffentlichkeit – auf der Suche nach jemandem, der mehr weiß über die Krippe. „Ich gehe davon aus, dass die Krippe 1916 angeschafft und vermutlich auch im selben Jahr gebaut wurde“, sagt sie. Offen sei außerdem, wann die Holzfiguren, die in der Holzschnitzerei Sievers-Hahn in Brockel entstanden sind, erworben wurden. „Das Einzige, was mir bekannt ist, ist, dass diese Figuren 1959 im Inventarverzeichnis enthalten sind“, sagt Herrling. Diesen Fragen schließen sich Pastorin Sabine Krüger und Küsterin Elisabeth Schwanholt an.

Wer helfen kann, wird gebeten, sich mit Herrling per E-Mail an herrling@communicate-pr.de in Verbindung zu setzen. Außerdem steht das Gemeindebüro der Stadtkirche, Am Kirchhof 9, unter der Rufnummer 04261 / 2927 zur Verfügung. 

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