Rotenburger Polizei warnt Supermarktkunden vor Taschendieben

Täter reisen über die Autobahn an

Kontaktbeamter Fred Krüger gibt einem Supermarkt-Kunden Tipps zum Schutz vor Taschendiebstählen.
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Kontaktbeamter Fred Krüger gibt einem Supermarkt-Kunden Tipps zum Schutz vor Taschendiebstählen.

Seit Jahresbeginn kommt es vermehrt zu Taschendiebstählen im Landkreis. Die Rotenburger Polizei geht deshalb in die Offensive und setzt dabei auf Aufklärungsarbeit. Sie spricht Kunden vor Supermärkten an und gibt Verhaltenstipps.

Rotenburg – Sie spähen im Supermarkt mit geschultem Blick nach leichter Beute – ihre Opfer sind meist Senioren über 70 Jahre, Frauen häufiger als Männer. Und wenn sie ihre Chance sehen, greifen sie blitzschnell zu: Taschendiebe. „Wir mussten leider feststellen, dass die Täter seit Jahresbeginn wieder vermehrt unterwegs sind“, sagt der Präventionsbeauftragte der Rotenburger Polizei, Thomas Teuber.

Mit dem Kontaktbeamten Fred Krüger bildete er am Donnerstag und Freitag eines von zwei Teams, die Supermarkt-Kunden in Rotenburg vor Taschendieben warnten. „Wir haben viele gute Gespräche geführt. Die Resonanz war durchweg positiv. Wir haben auch Kunden getroffen, die erst kürzlich Opfer geworden sind“, berichtet Krüger.

Die Anzahl von Taschendiebstählen steigt – und das nicht nur in Rotenburg. „Betroffen sind typischerweise Städte und Ortschaften, die nahe an der Autobahn liegen. Das spricht dafür, dass es sich um reisende Täter handelt, die aus den Großstädten kommen und sich auf Taschendiebstähle spezialisiert haben“, so Teuber weiter.

Einige Kunden gehen zu sorglos mit ihren Wertsachen um.

Präventionsbeauftragter Thomas Teuber

Er bemängelt, dass es viele Kunden den Tätern zu leicht machten: „Einige gehen zu sorglos mit ihren Wertsachen um. Sie legen ihre Handtasche vor sich in den Einkaufswagen und glauben, dass sie einen versuchten Diebstahl schon bemerken würden. Doch die Erfahrung zeigt immer wieder: Irgendwann kommt das böse Erwachen. Die Täter gehen sehr geschickt vor.“

Kriminelle sind oft nicht alleine unterwegs, sondern haben einen Komplizen, der das Opfer in ein Gespräch verwickelt, um es damit abzulenken. „Sie fragen beispielsweise nach, in welchem Gang sie dies oder das finden. Oft genügen schon wenige Sekunden, in denen sich der Kunden von seinem Einkaufswagen abwendet, und das Portemonnaie ist verschwunden“, so Teuber weiter.

Andere Täter wählen eine andere Masche: Sie schleichen sich möglichst nah an und geben vor, etwas aus einem Regal nehmen zu wollen. „Wenn mehr los ist, drängeln sie sich ein wenig und greifen im richtigen Moment in die Manteltasche. Der Kunde bekommt davon meist nichts mit und bemerkt erst an der Kasse, dass etwas fehlt. Leider ist es dann aber oft zu spät, denn der Täter ist dann schon verschwunden“, so Teuber.

Wer ein Regeln beherzigt, mache es den Tätern dagegen schwer, Beute zu machen: „Wir raten dazu, immer nur so viel Bargeld und Karten bei sich zu tragen, wie unbedingt nötig ist. Wertsachen sollten möglichst nah am Körper getragen werden – zum Beispiel in einer verschlossenen Innentasche oder in den vorderen Hosentaschen“, rät Fred Krüger.

Wer Wertsachen in einer Handtasche oder im Rucksack transportiert, sollte besonders vorsichtig sein. „Am besten ist es, darin keine Wertsachen zu verstauen, denn Täter haben dann leichtes Spiel. Wer nicht darauf verzichten will, sollte die Tasche zumindest vor dem Körper zu tragen. Da ist sie immer im eigenen Blickfeld“, so Teuber weiter.

Fred Krüger (l.) und Thomas Teuber wollen „Langfingern“ das Leben schwer machen.

„Laut werden, um Hilfe rufen oder anders auf sich aufmerksam machen“ – das rät der Experte allen, die einen Täter auf frischer Tat ertappen. „Vielen Menschen fällt das verständlicherweise schwer, weil die Hemmschwelle groß ist. Aber das Verhalten ist oft die einzige Chance, um den Täter zu stellen und seine Wertsache zu retten. Zeugen können sehr wichtig sein“, erklärt Thomas Teuber.

Ist der Diebstahl geglückt, gebe es nur wenig Hoffnung, denn die Aufklärungsquote sei gering: „Täter, die Erfolg hatten, verschwinden möglichst schnell. Sie trauen sich gar nicht erst in einen nahegelegenen Supermarkt, sondern wechseln in den nächsten Ort. Dann ist es für die Polizei schwer, die Täter noch zu ermitteln. Wer feststellt, dass er Opfer eines Taschendiebstahls geworden ist, sollte möglichst schnell handeln und umgehend die 110 wählen.“

Die Rotenburger Polizei möchte die Präventionsarbeit in den kommenden Wochen intensivieren und dafür auch die am meisten betroffenen Ortschaften anfahren. Dies gelte aufgrund der Nähe zur Autobahn vor allem für Sittensen, Zeven, Sottrum und Scheeßel. „Täter aus Bremen und Hamburg bevorzugen kurze Wege“, so Teuber.

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