Sven-Ulric v. Ehrenkrook blickt in den schriftstellerischen Nachlass seines Vaters

Gedichte in sieben Ordnern

Sven-Ulric von Ehrenkrook zeigt ein Foto seines 1986 gestorbenen Vaters.

Rotenburg - Von Wieland Bonath. In sieben Aktenordnern hat Sven-Ulric von Ehrenkrook (78), Sohn von Gustav-Adolf v. Ehrenkrook, rund 2500 Gedichte und Kurzgeschichten seines Vaters gesammelt, die dieser von früher Jugend bis ins hohe Alter von 89 Jahren zu Papier gebracht hat. Der pensionierte Rotenburger Bundeswehr-Hauptmann: „Ich möchte, dass das künstlerische Werk meines 1986 gestorbenen Vaters erhalten bleibt. Deshalb habe ich seinen schriftstellerischen Nachlass zusammengetragen und geordnet.“

Gustav-Adolf v. Ehrenkrook wurde 1896 in Oberlahnstein am Rhein geboren. Als Spross einer alten Soldatenfamilie wurde der neunjährige Schüler in das Kadettenkorps in Karlsruhe und später in Berlin aufgenommen. Seine Ausbildung: nach dem Abitur die Schulung zum Offizier. Im Ersten Weltkrieg wurde der junge Mann als Infanterist an der Ostfront eingesetzt, verwundet und nach seiner Genesung zum Artilleristen umgeschult. Eine zweite schwere Verwundung, begleitet von vierjähriger Genesungszeit zwangen Gustav-Adolf v. Ehrenkrook, seine Soldatenlaufbahn zu beenden und sich nach einem anderen Beruf umzusehen.

Das sollte gleichzeitig der Startschuss zu seiner zivilen beruflichen Karriere sein: Verlagsbuchhändler, Buchkritiker, Redaktionsleiter einer Werkszeitung und bis zum Kriegsende 1945 Verwaltungsangestellter der heutigen Salzgitter AG. Die Kriegswirren zwangen Gustav-Adolf v. Ehrenkrook, das wenige Jahre zuvor erbaute Haus in Potsdam-Babelsberg, wo auch Sohn Sven-Ulric geboren wurde, zu verlassen und den Raum Salzgitter-Lebenstedt, Goslar und schließlich Ostlutter (Kreis Goslar) als neue Heimat zu wählen.

Der Siegelring mit dem Wappen der Familie v. Ehrenkrook, deren Ursprünge bis in die Zeit der Wikinger zurückreicht.

Der pensionierte Rotenburger Fernmeldeoffizier Sven-Ulric v. Ehrenkrook, der mit seiner Frau Annette seit vielen Jahren Auf dem Loh lebt: „Ich hatte zusammen mit meinen Geschwistern eine sehr beschützte Kindheit. Allerdings: Wie für ungezählte andere Menschen waren für unsere Eltern die Nachkriegsjahre alles andere als ein Zuckerschlecken.“ Mit viel Fleiß und Fantasie bemühten sich die Eltern darum, die große Familie „über Wasser“ zu halten. In einer kleinen Werkstatt wurden in Heimarbeit alte Uniformen zu Kinderkleidung umgearbeitet – der Vater gestaltete zusammen mit dem Vetter kleine Puppen. Zu den ersten Schritten auf dem Weg zur Normalität gehörte unter anderem die Zusammenarbeit mit Vertretern der britischen Militärverwaltung.

Soldatenberuf aus Tradition

Während der Vater bis 1986 in Ostlutter bei Goslar lebte und dichtete, nahm Sohn Sven-Ulric eine alte Familientradition wieder auf. Er ergriff den Soldatenberuf, war viele Jahre Offizier der Elektronischen Kampfführung in der Rotenburger Lent-Kaserne und freut sich nach seiner Pensionierung darüber, dass er seine Feierabend-Leidenschaften besonders intensiv pflegen kann.

Dazu gehört seine Forschungsarbeit im Zusammenhang mit der Familienchronik, deren Wurzeln bis in die Zeit der Wikinger zurückreicht und deren Ursprünge sich als uraltes schwedisches Adelsgeschlecht bis 1347 nachweisen lassen. Der erste v. Ehrenkrook, der 1708 nach Deutschland kam, war Johann-Gustav, in Stockholm geboren und Oberst im Dienste des Herzogs von Braunschweig. Die Familie von Ehrenkrook lebt inzwischen in der neunten Generation in Deutschland. Ein zweiter Stamm hat inzwischen seine Heimat in den USA gefunden. Sven-Ulric v. Ehrenkrook: „Ich habe mir auf die Fahne geschrieben, die Traditionen meiner Familie nach Kräften zu bewahren.“

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