Klimaschutz vor Ort

Garten-Experten denken um

Es kommt auf jeden Garten an, der mehr blüht: Das Bewusstsein für mehr Natürlichkeit setzt sich auch bei Kunden großer Landschaftsbauer durch. Foto: imago images/Westend61
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Es kommt auf jeden Garten an, der mehr blüht: Das Bewusstsein für mehr Natürlichkeit setzt sich auch bei Kunden großer Landschaftsbauer durch.

Rotenburg – Kleinigkeiten sind es, die etwas bewegen. Genau das hört man immer wieder, wenn man redaktionell dem „Klimaschutz vor Ort“ auf der Spur ist. Bodo Lammers drückt es so aus: „Die Summe der vielen Einzelheiten ist bedeutend.“

Der 46-Jährige ist Gärtner, Landschaftsingenieur und einer der Geschäftsführer der mehr als 600 Mitarbeiter zählenden Grewe-Gruppe mit Sitz in Rotenburg. Die Natur, na klar, liege natürlich den Kollegen in diesem Berufsfeld von Grund auf am Herzen. Aber selbst bei Norddeutschlands Marktführer im Garten- und Landschaftsbau ist das Thema Klimaschutz erst in den vergangenen Jahren so richtig angekommen.

2019 hat die Grewe-Gruppe „Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit“ fest als Unternehmensziel verankert. Nahezu 100.000 Haushalte betreut Grewe für Wohnungsbaugesellschaften im Norden, am Ende muss die Kasse stimmen, und dennoch: „Wir fragen uns, ob wir mit allen Kunden zusammenarbeiten können.“ Lammers sagt, dass gerade Großkunden, deren Wohnanlagen gepflegt werden müssen, viele Jahre nur darauf erpicht waren, dass es möglichst einfach gehalten wird. Das sei mittlerweile größtenteils vorbei – „es ist richtig Bewegung reingekommen“, freut sich Lammers über die Einsicht. Klimaschutz und damit buntere Grünlagen sind auch für Vorstände ein Thema geworden. Klimaschutz dient der Imagepflege. Die Rechnung sei einfach: „Die Mieten im Bereich von Parkanlagen sind ja auch viel höher.“

Sogar im ländlichen Bereich und in Rotenburg haben sich Behörden zuletzt mit Schottergärten beschäftigt. Lammers und seine Geschäftsführer-Kollegin Julia Grewe-Schwardt verdrehen leicht die Augen, wenn man sie drauf anspricht. „Ja, es gibt immer noch Leute, die es machen“, sagt Grewe-Schwardt. Man selbst als Unternehmen haben aber keine diesbezüglichen Kunden. Drifte ein Beratergespräch in diese Richtung, machen die Garten-Experten nach eigener Aussage klar, dass die Vorstellung von Bequemlichkeit ohne Beete sowieso eine falsche sei. Nicht nur, dass der Anblick „fürchterlich“ sei, auch müsse eine versiegelte Fläche sehr wohl intensiv gepflegt werden. Grewe-Schwardt: „Ein Beet wird mit der Zeit immer schöner. Eine Pflasterfläche nicht.“

Grün sei Lebensqualität, bunt erst recht, zudem besinnen sich die Garten- und Landschaftsplaner wieder auf einheimische Pflanzen und solche, die mit der zunehmenden Trockenheit klar kommen. Gerade in Städten, wo Gärten wichtige Säulen des Mikroklimas seien, gebe es große Probleme mit Totholz durch Wassermangel. Auf dem Land wiederum seien die Böden der industriellen Landwirtschaft im Prinzip „tot“, so Lammers. Umso wichtiger sei das, was der Einzelne in seinem Bereich tue.

Denn das kann viel bewirken. Die Grewe-Gruppe sagt das nicht nur ihren Kunden, sondern geht selbst voran. Zu den „Kleinigkeiten“ gehören Lammers’ Angaben nach zum Beispiel Lastenfahrräder mit Elektromotoren, mit denen Kollegen in Bremen viel schneller ans Ziel kommen als mit Autos. Alle Lagerhallen wurden auf intelligente LED-Technik mit Bewegungsmeldern umgerüstet, Solaranlagen auf den Dächern sollen Ökostrom für die akkubetriebenen Handwerkzeuge liefern. Anschauungsbeispiel für den Einsatz für die Natur ist die neue Firmenzentrale an der Knickchaussee direkt neben dem eigenen Gartencenter. Entlang der Straße werden im Frühling viele bienenfreundliche Blumen und Gräser sprießen, neben dem Streichelzoo für Kunden stehen die ersten eigenen Bienenvölker.

„Man muss sich im Detail Gedanken machen“, so die beiden Grewe-Geschäftsführer – und man dürfe vor Investitionen in den Klimaschutz nicht zurückschrecken. Allein durch die neue LED-Lichttechnik in den Hallen spare das Unternehmen mittlerweile hunderte Euro Stromkosten pro Monat. Julia Grewe-Schwardt betont: „Es rechnet sich – und man fühlt sich besser.“

Grewes Bienenjahr

2020 steht bei Garten Grewe in Rotenburg die Biene im Mittelpunkt. Nicht nur, dass das Unternehmen selbst Bienenstöcke aufgestellt hat, es gibt dazu allerlei Aktionen und Vorträge von Imker Niels Kruse. Ein Überblick:

- 7. März, 15 bis 17 Uhr: Einzug der Bienen und Vortrag für Kinder. Bienenkästen werden bemalt. Teilnahme vier Euro.

- 24. April, 16. bis 17.30 Uhr: Vortrag „Trachtenfest der Bienen“.

- 15. Mai, 16. bis 17.30 Uhr: Vortrag „Mein bienenfreundlicher Garten“.

- 26. Juni, 16. bis 17.30 Uhr: Vortrag „Honig – aus der Wabe bis ins Glas“.

- 18. September, 16. bis 17.30 Uhr: Vortrag „Der Wunschzettel der Honigbiene“.

- „Bee & Tea Time“ mit Niels Kruse. Am 17. April, 8. Mai, 29. Mai und 11. Juni von 16 bis 17 Uhr.

Die Teilnahme an den Vorträgen kostet zehn Euro, Anmeldung unter 04261  /  970888 oder info@gartengrewe.de.

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