Erdkabel-Korridore führen im Osten und Westen durch den Landkreis

Der „SuedLink“ ist wieder da

Viel wurde vor zwei Jahren über den möglichen Verlauf der Trasse durch den Kreis diskutiert – nun folgt die Fortsetzung. - Foto: mk

Rotenburg - Von Thorsten Kratzmann. Kaum war der „SuedLink“ aus den Träumen vieler Landkreisbewohner verschwunden, da taucht er als tiefschwarze Wolke am Nachthimmel wieder auf. Die Stromtrassenplanung geht in die nächste Runde, und wieder ist der Landkreis „Transitland“. Im Rahmen einer Fachkonferenz wollen Rotenburg und weitere betroffene Landkreise jetzt ihre Anforderungen an die neue Trassenplanung formulieren.

„Die Planung der Stromnetzautobahnen geht in die nächste Runde.“ Mit dieser Ankündigung gehen die in der „Hamelner Erklärung“ zusammen geschlossenen 22 Landkreise in Niedersachsen und Hessen an die Öffentlichkeit.

Für die Energiewende ist der Ausbau des Stromübertragungsnetzes erforderlich – der Windstrom aus dem Norden muss in den Süden, wo Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Das ist Fakt. Die Bundesregierung hatte 2012 beschlossen, dass dieser Transport vor allem über vier Höchstspannungsgleichstrom (HGÜ)-Trassen, die sogenannten Stromautobahnen, bewerkstelligt werden soll.

Ein erster Planungsantrag für die längste dieser Stromtrassen, den sogenannten Suedlink, war vom Übertragungsnetzbetreiber Tennet im Dezember 2014 bei der Bundesnetzagentur eingereicht worden. Die als Freileitung konzipierte Trasse hatte jedoch in der betroffenen Bevölkerung viel Gegenwind erzeugt – unter anderem im Landkreis Rotenburg. Entlang der konzipierten „Vorzugstrasse“ verbündeten sich 22 Landkreise. Das Bündnis gab sich den Namen „Hamelner Erklärung“. Mit Zustimmung des Kreistags unterzeichnete Landrat Hermann Luttmann (CDU) im Dezember 2014 die Beitrittserklärung.

Das Bündnis stellte die Forderung auf, dass sich die Bundesnetzagentur nicht nur auf einen Trassenkorridor als Suchraum für den „Suedlink“ beschränkt, sondern Alternativkorridore zieht. Auch ließ das Bündnis den Planungsantrag begutachten – mit dem Ergebnis, dass die Bundesnetzagentur den „SuedLink“-Antrag zurückwies.

Vor einem Jahr hat die Bundesregierung beschlossen, die Stromautobahnen vorrangig unterirdisch zu führen. Inzwischen sind die Erdkabelziele der Regierung in gesetzliche Regelungen gegossen und die Planung für die großen HGÜ-Trassen geht in eine neue Runde.

Die Planungen werden sich entsprechend der neuen Gesetzeslage daran orientieren, dass die Anfangs- und Endpunkte der Trassenalternativen in gerader Linie miteinander verbunden werden. Die möglichen Abweichungen von der Luftlinie werden auf 25 Kilometer rechts und 25 Kilometer links begrenzt.

Die groben Leitlinien der Erdkabelplanung hat die Bundesnetzagentur in einem „Positionspapier Erdkabel“ festgeklopft, dessen Inhalt vor vier Wochen in Hannover der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Demnach verlaufen zwei „SuedLink“-Trassenkorridore durch den Landkreis. Im Osten führt die Trasse Wilster-Grafenreinfeld (Bayern) auf einer Länge von rund 50 Kilometer von Ippensen bis Visselhövede. Im Westen durchzieht die Trasse Brunsbüttel-Großgartach (Baden-Württemberg) das Kreisgebiet auf rund 50 Kilometer von Elm bis Stelle bei Posthausen.

Das Bündnis „Hamelner Erklärung“ ruft jetzt die von „SuedLink“ voraussichtlich betroffenen Gemeinden dazu auf, ihre Anforderungen an die Ausbauplanung gemeinsam zu formulieren. Zu diesem Zweck veranstaltet das Bündnis eine Fachkonferenz zum Bodenschutz bei der Erdverkabelung am 21. Juni im Gemeindezentrum Künzell bei Fulda. Die Veranstaltung geht von 12.30 bis 17.30 Uhr und ist öffentlich. 

zz

www.hamelner-erklaerung.de

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