Ausstellung „geflohen, vertrieben – angekommen!?“ im Ratsgymnasium

Suche nach Schutz und Perspektiven

Die Seminarteilnehmer aus verschiedenen Klassen des Rotenburger Ratsgymnasiums beschäftigen sich intensiv mit dem Thema „Flucht und Vertreibung“. Da kommt die fünftägige Ausstellung des Volksbundes im Foyer der Schule gerade recht. - Foto: Goldstein

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Das Flüchtlingsthema hat seit dem vergangenen Jahr auch in Deutschland wieder ganz besondere Aktualität erfahren. Der Lehrer des Rotenburger Ratsgymnasiums, Eckard Teichgräber, leitet mit Schülern verschiedener Jahrgänge ein Seminar über Flucht und Vertreibung, das von den Teilnehmern von allen Seiten beleuchtet wird.

Da passt die Ausstellung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge „geflohen, vertrieben – angekommen!?“ in der Schule so recht ins Unterrichtskonzept. Erschreckende Parallelen der Auswirkungen von Flucht und Deportation auf die Menschen aus den Ostgebieten, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland kamen und heutigen Flüchtlingen aus Kriegsgebieten in Afrika, im Nahen Osten und in Südosteuropa sind auf Schautafeln der Ausstellung in der Pausenhalle der Schule zu sehen.

Die Schüler aus verschiedenen Jahrgängen des Gymnasiums haben die Aufgabe, die unterschiedlichen Aspekte von Flucht und Vertreibung darzustellen, erklärt Seminarleiter Teichgräber. „Wir werden in Ergänzung zu der Ausstellung auch Flüchtlingsunterkünfte besuchen.“

„Damals wie heute sind die Flüchtlinge vielen Menschen mit Vorurteilen begegnet“, erklärt Henning Pieper, Schulreferent des Bezirksverbandes des Volksbundes Lüneburg-Stade, der diese Ausstellung in die Schulen bringt. Die damaligen Äußerungen würden den populistischen Parolen, die heute aus der rechten Szene kommen, sehr gleichen. Diese Ausstellung verbindet beide großen Themenkomplexe und präsentiert die wichtigsten Fakten übersichtlich und kompakt, betont er.

Immer noch strömen aktuell Menschen aus Krisengebieten in die Europäische Union. „Sie suchen Schutz bei uns und hoffen auf menschenwürdige Lebensperspektiven“, so Pieper. So wie die Flüchtlinge in den 40er Jahren zum Ende und nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Zusammenhang mit den damaligen Ereignissen und der aktuellen Lage werden hier erklärt, so der Schulreferent. Inhalte und Definition zum Hintergrund von Flucht und Gewaltmigration sowie Deportation als auch historische Fakten seien übersichtlich und verständlich erklärt, ergänzt Teichgräber.

Das bereitstehende Begleitmaterial wird den Seminarteilnehmer bei den Recherchen sicherlich hilfreich sein, denn mit den verschiedenen Arbeitsblättern können die Schüler Inhalte erschließen, darüber diskutieren und Einzelaspekte vertiefen, versprechen die Verfasser. Landrat Hermann Luttmann (CDU) als Schulträger und Kreisvorsitzender des Volksbundes sowie die Schulleiterin des Gymnasiums, Iris Rehder, sehen eine wichtige Aufgabe der Ausstellung darin, dass die Schüler mit der großen aktuellen politischen Herausforderung auf diese Weise konfrontiert werden und wünschen den Schülern Glück bei der nun beginnenden Arbeit zum Thema.

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