Stummfilm-Konzertreihe startet im November/Klassiker mit Musik unterlegt

Ganz großes Kino in Schwarz-Weiß

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Die Organisatoren Johannes Gerken (v.l.), Werner Mader, Pit Regener sowie Pianist Stephan Graf von Bothmer sind gespannt, wie die Veranstaltung in der Region angenommen wird.

Rotenburg - Von Elisabeth Stockinger. „Stan und Olli“ machen den Anfang. Das beliebte Komiker-Duo, das ab den 1920er-Jahren große Erfolge feierte, kommt erneut in die Kinos. Genauer gesagt in die Stadt- und Landkinos in der Region. Die Reihe der Stummfilm-Konzerte startet am 13. November. Mit dabei sind das Stadtkino Rotenburg, das Landkino Lauenbrück, das Movieplexx Buchholz, das Lichtspiel Schneverdingen und die Scala Lüneburg. Pianist Stephan von Bothmer, der die Filme mit Eigenkompositionen unterlegt, verspricht „abendfüllende Shows“, ein Programm für Groß und Klein.

In den Shows sind die Schwarz-Weiß-Streifen zwar nicht Nebensache, aber dennoch: „Es sind Konzerte, bei denen Stummfilme gezeigt werden“, erklärt der Lauenbrücker. „Und nicht umgekehrt.“ Neben „Stan und Olli“ wird es zudem den Science-Fiction-Klassiker „Metropolis“ aus dem Jahr 1927 zu sehen geben. Laut von Bothmer einer der bedeutendsten Filme überhaupt, ein „Mammut-Werk“ und der erste Streifen, den die Unesco in das Weltdokumentenerbe aufgenommen hat. Den Abschluss der Reihe bildet die Dokumentation „Berlin. Die Sinfonie einer Großstadt“ aus dem Jahr 1929.

„Es ist das erste Mal, dass wir eine solche Veranstaltungsreihe in der Region anbieten“, erzählt Hartmut Fach vom Kino Lichtspiel in Schneverdingen. In Kooperation mit den beteiligten Spielstätten gelang es ihm, Pianist von Bothmer für die Idee, Stummfilm-Konzerte auch im ländlichen Raum anzubieten, zu begeistern. Denn der Musiker tritt in der Regel in den Spielstätten der Großstädte auf, tourt durch fünf Kontinente, gab zuletzt Konzerte in Kolumbien und auf den Philippinen. 600 Filme hat er inzwischen im Repertoire, zu denen er seine eigenen Musiken komponiert hat. 110000 Zuhörer besuchten in den vergangenen 17 Jahren seine Stummfilm-Konzerte.

Einheitlich werden seine Shows nicht sein, auch das verspricht von Bothmer seinem Publikum. Immer wieder neu interpretiert er seine Werke, baut während des Konzertes neue Elemente ein oder „dichtet“ Noten hinzu. Wenn er am Flügel sitzend einen Film untermalt, sei das wie mit einem Freund zu sprechen. „Ich möchte die Zuhörer in den Film hineinziehen“, sagt der 44-Jährige. Und das nicht nur mit Schwarz-Weiß-Vorführungen und Musik: Vor dem Hauptfilm wird es einen Vorfilm zu sehen geben, und Kino-Werbung aus dem Jahr 1913. Die hat von Bothmer aus den Filmarchiven der Republik hervorgekramt. Wahnsinnig spannend produzierte und unterhaltsame Reklame sei das, sagt der Pianist, der auch als Moderator durch die Shows führen wird. Eben ein Spektakel für Groß und Klein, Jung und Alt.

Die Aufführungen

Abendshows: „Stan und Olli“ am 14. November im Stadtkino Rotenburg und am 16. November im Landkino Lauenbrück; „Metropolis“ am 27. Februar 2016 in Rotenburg und am 29. Februar 2016 in Lauenbrück; „Berlin. Die Sinfonie der Großstadt“ am 16. April 2016 in Rotenburg und am 18. April 2016 in Lauenbrück. Die Shows beginnen jeweils um 20 Uhr.

Nachmittagsvorstellungen in Lauenbrück: „Die kleinen Strolche“ am 16. November, „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ am 29. Februar 2016, „Stan und Olli“/„Dick und Doof“ am 18. April 2016, jeweils um 17 Uhr.

Weitere Infos und Karten (abends 16 Euro, nachmittags zwölf Euro, Kinder neun Euro) gibt es bei den Spielstätten, an der Abendkasse, im Info-Büro Rotenburg und unter www.stummfilmkonzerte.de.

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