Anita Wolf und Gerhard Zabel gewinnen Umweltschutzpreis für ihren Reihenhausgarten

Ein Stück Natur in der Stadt

Wenig Platz ist in dem Garten, trotzdem haben Gerhard Zabel und Anita Wolf ein vielfältiges Naturparadies geschaffen. - Foto: Witte

Rotenburg - Von Farina Witte. Nicht immer muss es ein akkurater Garten sein, finden Gerhard Zabel und seine Lebensgefährtin Anita Wolf. Ihr kleiner Reihenhausgarten ist naturnah angelegt und bietet so vielen Tieren eine Heimat. Im Juni haben sie dafür den Umweltschutzpreis erhalten.

Vor allem Insekten wie Hummeln und Wildbienen finden sich auf dem Grundstück, denn die Vielzahl an Blüten bietet ihnen ein hervorragendes Buffet. Obwohl den beiden nur 70 Quadratmeter zur Verfügung stehen, haben sie wohl mehr Pflanzen im Garten als viele andere. Verschiedene Büsche, darunter Haselnuss, Felsenbirne und Schmetterlingsfliederbusch, umranden den Garten. Wein, Geißblatt, Kletterhortensie, Kletterrosen und Johannisbeersträucher haben sie selbst angepflanzt. Wiesenkerbel, Hungerblümchen, Gänseblümchen, kriechender Hahnenfuß, kanadische Goldrute und Waldmeister – mittlerweile fühlen sich viele verschiedene Blumen wohl auf dem kleinen Stück Natur. Einige der Pflanzen im Garten haben sich auch selbst ausgesät.

Ob eingepflanzt oder selbst ausgesät, die Pflege besteht mittlerweile hauptsächlich darin, einige Pflanzen zu fördern und andere zurückzudrängen. „Jetzt haben wir kaum noch einen Pflegeaufwand“, meint Wolf. Anders als so manche Gartenbesitzer lassen sie fast alles stehen, kein Unkraut wird gezupft, kein Rasen gemäht. „Nur die Hecke, die schneiden wir – und das ist schon einiges an Arbeit,“ sagt Wolf.

Vor 14 Jahren sind sie in die Mietwohnung mit Garten eingezogen, der zu dem Zeitpunkt noch komplett brach war. Es war direkt klar, dass es kein gewöhnlicher Garten sein soll, sondern ein naturnaher. „Oft ist die Natur zurückgedrängt. Wir wollen dem hier in unserem Garten entgegenwirken“, erklärt Zabel seine Motivation, einen naturnahen Garten anzulegen. Für ihn als Biologen sei der Garten auch eine Art Studienprojekt. „Es ist spannend, zu sehen, was sich stärker ausbreitet und was weniger stark“, so Zabel. Der Garten verändere sich von Jahr zu Jahr und das ganz ohne das Eingreifen der beiden Bewohner. Nicht nur das Unkraut darf stehen bleiben, ebenso wenig setzen sie Spritzmittel ein. „Nur organischen Dünger verteilen wir gelegentlich“, berichtet Zabel.

Einen naturnahen Garten zeichne aber noch mehr aus. „Der Boden sollte komplett bewachsen sein und keine Lücken haben“, weiß der Biologe, „und es sollten möglichst heimische Pflanzen zu finden sein.“ Verblühtes wird nicht abgeschnitten und fällt auf die Erde. „Das düngt dann wieder den Boden“, so Zabel. Die Natur hat aus ihrem Garten nun eine Wildwiese gemacht. „Eine Rasenfläche ist so eintönig, das wäre langweilig für uns“, meint Wolf.

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