Studie: Landkreis profitiert von niedrigen Lebenshaltungskosten

Rotenburgs Rentner können sich viel leisten

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Wie viel wert ist im Alter die Rente? In Rotenburg relativ viel, sagt eine Studie – obwohl sie nicht allzu hoch ausfällt.

Rotenburg - Wie sieht die Zukunft der gesetzlichen Rente aus? Für Niedersachsen zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Studie zum Teil große Unterschiede zwischen den Regionen. Am wenigsten leisten können sich demnach in 25 Jahren die Rentner in Oldenburg. Die höchsten Renten werden dann in der Wesermarsch gezahlt. Der Landkreis Rotenburg liegt zwar unter dem bundesweiten Durchschnitt, allerdings wird die Kaufkraft weitaus höher eingeschätzt.

Das geht aus den Ergebnissen der Studie „Rentenperspektiven 2040 – Niveau und regionale Kaufkraft der gesetzlichen Rente für typisierte Berufe“ hervor. Diese hatte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bei der Prognos AG in Auftrag gegeben. Berechnet wurde – aufgeschlüsselt nach bestimmten Berufsgruppen und allen 402 deutschen Kreisen und kreisfreien Städten – die individuelle Versorgung im Alter aus der gesetzlichen Rentenversicherung, aufgeteilt in Nord-, Süd-, Ost- und Westdeutschland. Zudem weist die Untersuchung aus, wie sich Wirtschaftswachstum und Beschäftigung bis 2040 entwickeln werden.

Laut Prognos wächst Deutschlands Wirtschaft bis 2040 durchschnittlich 1,3 Prozent im Jahr. Der Landkreis Rotenburg liegt mit einem jährlichem Wachstum von 1,2 Prozent nur leicht unter dem nationalen Durchschnitt, gehört in Niedersachsen damit allerdings bereits zu den eher überdurchschnittlich wachsenden Regionen. Durch den demografischen Wandel geht die Zahl der Erwerbslosen in Deutschland hingegen um 0,3 Prozent zurück. Rotenburg liegt mit einem Rückgang von 0,3 Prozent auf Bundesniveau.

In Westdeutschland erhält ein Rentner heute eine durchschnittlich Rente von 833 Euro. Gemessen daran sind die Renten in Rotenburg mit 754 Euro deutlich unterdurchschnittlich. In Niedersachsen zählt die Region damit zu den zehn Kreisen mit den niedrigsten Renten.

Das Bild relativiert sich allerdings etwas, wenn man die Unterschiede in der regionalen Kaufkraft berücksichtigt – also den Umstand, dass die Lebenshaltungskosten von Ort zu Ort teilweise deutlich variieren. Mit einer Rentenkaufkraft von 806 Euro liegt der Landkreis Rotenburg deutlich näher am westdeutschen Durchschnitt von 833 Euro.

Um ein möglichst differenziertes Bild der Rentenentwicklung der nächsten 25 Jahre zu entwerfen, hat Prognos sechs typisierte Erwerbsbiographien untersucht. Die Auswahl der Berufsbilder orientierte sich daran, wie häufig diese heute vorkommen. Lohnbuchhalter, Elektroinstallateur, Entwicklungsingenieur, Verkäuferin mit Kind, Sozialpädagogin mit Kind sowie Teamleiterin ohne Kind.

Ein 1973 geborener Elektroinstallateur erhält im Jahr 2040 zum Beispiel im bundesdeutschen Durchschnitt eine Rente von 1456 Euro. In Rotenburg bekommt er mit 1436 Euro beinahe genau so viel. In Niedersachsen fällt die Rente 2040 übrigens am höchsten in der Wesermarsch aus (1473 Euro).

Entscheidend ist laut Studie aber nicht nur die Höhe der Rente, sondern was der Einzelne sich dafür leisten kann. So liegt die tatsächliche Rentenkaufkraft eines Elektroinstallateurs in Rotenburg dank niedriger Lebenshaltungskosten mit 1535 Euro deutlich höher – ein für Niedersachsen deutlich überdurchschnittliches Ergebnis. Die niedrigste Rentenkraufkraft gibt es hingegen in der Stadt Oldenburg sowie in den Landkreisen Aurich und Lüneburg.

Generell gelte laut Studie für das Land Niedersachsen wie auch für ganz Deutschland: Die Renten werden in den kommenden 25 Jahren real steigen. Sie können allerdings nicht mit der Lohnentwicklung schritthalten, so dass die Altersbezüge 2040 – gemessen an den vorherigen Einkommen – deutlich niedriger ausfallen als heute.

„Die Höhe der Versorgung ist auch deshalb besonders beachtenswert, weil die Deutschen ihre Lebenserwartung deutlich unterschätzen“, sagt GDV-Präsident Alexander Erdland. Das gehe aus einer wissenschaftliche Studie des MEA-Instituts hervor. „Die Menschen müssen also länger mit ihrer Rente auskommen als sie glauben. Die wenigsten machen sich bewusst, was das bedeutet“, so Erdland. Weitere Informationen zu dem Thema sind im Internet zu finden.

est

www.7jahrelaenger.de

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