Studie: Landkreis gehört zu den am meisten belasteten Regionen Niedersachsens

Pestizide im Grundwasser

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Intensive Landwirtschaft belastet das Grundwasser.

Rotenburg - Der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft belastet das Grundwasser in Teilen Niedersachsens und kann ohne ein Gegensteuern künftig auch die Trinkwasserqualität gefährden. Dies haben landesweite Messungen in den Jahren 2008 bis 2013 ergeben, deren Ergebnisse der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Dienstag vorgestellt hat. Insgesamt gibt es landesweit 1180 Grundwassermessstellen in Niedersachsen. Mit die höchsten Einzelnachweise von Wirkstoffen finden sich in den Kreisen Rotenburg, Cuxhaven und Verden.

An 45 Prozent der landesweiten Messstellen seien Pestizid-Rückstände und an elf Prozent auch Wirkstoffe selber nachgewiesen worden, die dort nicht hin gehörten, teilte das NLWKN mit. Betroffen seien insbesondere Anbauregionen für Rüben, Mais und Raps. Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) sprach am Dienstag von „akutem Handlungsbedarf“. Der Landesbauernverband erklärte, wenn Rückstände gefunden würden, die die Grenzwerte überschreiten, müssten Maßnahmen ergriffen werden. Denkbar sei ein Umstieg auf ein anderes Schutzmittel.

Das hatten einige Mitglieder des Kreistag-Umweltausschusses bereits im März 2014 gefordert. Damals waren die NLWKN-Daten den Ausschussmitgliedern vorgestellt worden. Damals hieß es, Untersuchungen hätten ergeben, dass das oberflächennahe Grundwasser im Landkreis flächendeckend mit Nitrat belastet sei. Auch Pflanzenschutzmittel oder deren Rückstände seien gefunden worden. Diese Belastungen der Gewässer seien insbesondere auf die landwirtschaftliche Nutzung zurückzuführen. Dass auch die Rotenburger Rinne betroffen sein könne, wurde von den NLWKN-Experten nicht ausgeschlossen – allerdings sei sie von Deckschichten überlagert und dadurch vor Belastungen weitgehend geschützt. Bei einem sofortigen Stopp der Nitrat-Eintragungen bräuchte das Grundwasser rund 20 Jahre, um wieder „einen guten Zustand“ zu erlangen.

Das NLWKN war am Dienstag jedoch darum bemüht, voreilige Schlüsse aus den Daten zum vielerorts belasteten Grundwasser zu vermeiden. Sprecherin Herma Heyken: „Für den Verbraucher besteht keine Gefahr, da die Wasserversorgungsunternehmen durch eigene Untersuchungen des Trinkwassers sicherstellen, dass Grenzwerte für Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe eingehalten werden.“

mk

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