Stromtrasse „SuedLink“: Erdverkabelung hat Vorrang/Gesetz zum Jahresende

Planung beginnt von vorn

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Noch mehr Strommasten in der Region? Der Widerstand gegen die ursprünglichen „SuedLink“-Pläne war groß.

Soltau/Rotenburg - Alles auf Anfang bei der Planung der Stromtrasse „SuedLink“ der niederländischen Firma Tennet: Die Bundeskoalition hat beschlossen, der Erdverkabelung bei diesem Bauprojekt Vorrang zu geben und nur ausnahmsweise Überlandleitungen zu genehmigen. Das teilte der Rotenburger Bundestagsabgeordneter Reinhard Grindel (CDU) am Mittwoch in Soltau mit. Er hatte gemeinsam mit Peter Franke, Vizepräsident der Bundesnetzagentur, die Bürgermeister, Landräte, Landtagsabgeordnete und Vertreter der Bürgerinitiativen zu einem Gespräch eingeladen.

Im Anschluss an das Gespräch sagte Grindel: „Beim Stromtrassenprojekt ,SuedLink‘ beginnt die Planung von vorn. Die gesetzliche Grundlage dafür wollen wir bis Ende des Jahres schaffen. Freileitungen werden nur zulässig sein, wenn es dafür eine besondere Begründung gibt.“

„Der Koalitionsbeschluss hat die Rahmenbedingungen verändert. Das heißt, dass das Leitungsbauprojekt, der Findungsprozess für eine Trasse neu aufgestellt werden muss“, sagte Franke. Aufgrund der neuen gesetzlichen Grundlage könne er sich eine Verfahrensbeschleunigung vorstellen. Generell soll in die Leitungen des „SuedLinks“ vorrangig Strom aus erneuerbaren Energien eingespeist werden. Da für Erdverkabelung auf nationaler Ebene kaum Erfahrungen vorliegen, bleiben laut Franke derzeit einige Fragen offen. Dazu würden auch die Kosten gehören, da es kaum Firmen für diese Bauarbeiten gebe. Auf eine entsprechende Nachfrage von Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) hob Franke nachdrücklich hervor, dass es am Bedarf für den „SuedLink“ keinen Zweifel gebe. „Es ist der Wille der Politik, die Kernkraft durch erneuerbare Energien zu ersetzen. Insofern kommt man an der Nutzung des Windstroms, der in Schleswig-Holstein und Niedersachsen produziert wird, nicht vorbei.“

Die Vertreter der Rotenburger Stadtwerke zeigten sich zufrieden, dass Franke eine größere Berücksichtigung ihrer Investitionen bei der Berechnung der Netzentgelte in Aussicht stellte. Durch die vielen Biogas- und Windkraftanlagen vor Ort steigt der Bedarf an Verstärkungen des Netzes für die Energieeinspeisung großer Mengen von Strom. Damit, so der Vizepräsident der Bundesnetzagentur, wolle man die Stadtwerke nicht alleine lassen.

Für Andreas Buhr, Ortsvorsteher in Wolterdingen und Vertreter für die Bürgerinitiativen gegen das Tennet-Vorhaben, bleibt bei der Erdverkabelung vor allem die Frage offen, wie sich das Vorhaben auf Flächeneigentümer und -bewirtschafter auswirkt. Hierzu versprach Franke angemessene Entschädigungsregelungen. Wie genau die Bewirtschaftung auf den Flächen aussehen könnte, vermochte der Vizepräsident der Bundesnetzagentur aber noch nicht zu bewerten. „Bisher gibt es nur kleine Pilotprojekte mit Erdverkabelung beim Gleichstrom.“

bd

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