Hybrid-Fahrzeug im Einsatz

Streife unter Strom

+
Auch Oberkommissar Volker Hollmann findet die Hybrid-Streife klasse. Der Wagen ist flott und bestens ausgestattet. 7 000 Kilometer hat er schon auf dem Tacho – nach einem Monat im Einsatz.

Rotenburg - Von Guido Menker. Wenn Ganoven von diesem Wagen verfolgt werden, sollten sie nicht glauben, sie würden den Streifenwagen mal eben locker abhängen und sich aus dem Staub machen können, nur weil auf dem Kennzeichen am Ende auch ein „E“ zu finden ist.

„Der bringt es auf 200 PS“, sagt Oberkommissar Volker Hollmann, bei der Polizeiinspektion Rotenburg für den Fuhrpark zuständig. Seit Anfang des Jahres gehört der VW Passat GTE zur 60 Fahrzeuge zählenden Flotte. Er ist mit der Hybrid-Technologie ausgetattet und damit der erste Wagen dieser Art, der bei der Polizei im Landkreis Rotenburg zum Einsatz kommt.

Streife unter Strom. Im Stadtverkehr können die Polizisten auf den Verbrennungsmotor verzichten. „Der Akku reicht für 30 bis 40 Kilometer“, erklärt Hollmann. Ist mehr Leistung erforderlich oder geht es über Land, schaltet sich der Benzinmotor ein. „Das merkt man fast gar nicht.“

Landesweit neue Fahrzeuge

Unter dem Motto „Lautlos & einsatzbereit“ werden die Polizeiinspektionen landesweit mit solchen Autos ausgestattet. Dahinter steckt ein vom Bundesministerium für Umwelt gefördertes Projekt mit einem Volumen von 1,9 Millionen Euro. 50 Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge sollen im Polizeidienst für die Einsatzbereiche des Streifendienstes, des Kriminalermittlungsedienstes und auch für Verwaltungsfahrten in Betrieb genommen und erprobt werden. 

Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitforschung werden die Mobilitäts- und Ladebedarfe der verschiedenen Anwendungsbereiche erhoben. Darauf aufbauend werden ein integriertes System für die Flottenplanung und -steuerung sowie das Lademanagement entwickelt, das den besonderen Anforderungen des Polizeieinsatzes gerecht wird, heißt es. 

Beteiligt an dem Projekt sind die Technische Universität Carolo-Wilhelmina Braunschweig und das niedersächsische Forschungszentrum Fahrzeugtechnik. Im Ergebnis soll ein Leitfaden für die integrierte Planung sowie den ökologischen und ökonomischen Betrieb von Fahrzeugflotten unter extremen Einsatzbedingungen entstehen, heißt es dazu in der Projektbeschreibung.

Ungewohnte Erfahrung für die Polizisten

„Es ist ungewohnt, mit dem Wagen zu fahren“, gesteht Volker Hollmann. Aber inzwischen scheint der Passat GTE äußerst beliebt unter den Kollegen zu sein. Bereits im ersten Monat legte der Wagen rund 7 000 Kilometer und damit deutlich mehr als üblich für die Streifenwagen zurück. Der Komfort, die Ausstattung, das eingebaute Navi – alles Faktoren, die die Arbeit mit diesem Auto sehr angenehm gestalten. Und der Wagen hat „Power“. 

Geht ihm der Strom aus, muss sich der Fahrer keine Sorgen machen – über den Benzinmotor ist die Unabhängigkeit von der Steckdose gewährleistet. Doch dort hängt er dran, wenn er nicht unterwegs ist. Der Hybrid wird noch in diesem Jahr Verstärkung erhalten: „Wir werden noch zwei Elektrofahrzeuge dazu bekommen“, sagt Polizeisprecher Heiner van der Werp, denn inzwischen ist noch ein weiteres Projekt nachgelegt worden. Es ist das „Sofortprogramm saubere Luft“. Diese beiden Wagen sollen dann als Zivilfahrzeuge genutzt werden, die insgesamt übrigens etwa die Hälfte der gesamten Flotte ausmachen.

Reichweiten reichen noch nicht aus

Hollmann und van der Werp blicken in den Himmel – und wollen sagen: „Es steht noch in den Sternen, wann einmal alle Fahrzeuge ganz oder zumindest teilweise mit Strom fahren werden.“ Grund: Die Reichweiten der reinen E-Fahrzeuge reichen noch nicht aus. Und: Bis ein Wagen ausgetauscht wird, muss er 300.000 Kilometer gefahren sein. Das macht eine Frist von rund zehn Jahren.

Heiner van der Werp findet das Projekt trotzdem klasse. Schließlich übernehme die Polizei damit auch eine Vorbildfunktion. Entsprechend fielen auch die Reaktionen in der Bevölkerung aus. Neu ist übrigens auch das Erscheinungsbild – zum kräftigen Blau gesellt sich nämlich auch ein knalliges und Tageslicht reflektierendes Gelb. So sehen schon bald alle Polizeiwagen aus. Egal ob sie mit Strom oder Sprit angetrieben werden. Übrigens: Kostengünstiger – so die erste Einschätzung – fährt der Passat GTE Hybrid nicht. Aber sauberer.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

USA schieben früheren Nazi-Kollaborateur nach Deutschland ab

USA schieben früheren Nazi-Kollaborateur nach Deutschland ab

Rückkehr der "Siedler" und "Desperados"

Rückkehr der "Siedler" und "Desperados"

Sonne, Strand und Meer: Beliebte Strandhotels auf Mallorca

Sonne, Strand und Meer: Beliebte Strandhotels auf Mallorca

Kindergartenfest Bücken

Kindergartenfest Bücken

Meistgelesene Artikel

Maisfeldfete ein großer Erolg

Maisfeldfete ein großer Erolg

Senior tötet Wespen mit Gasbrenner

Senior tötet Wespen mit Gasbrenner

Erfolgsgeschichte: Rotenburg kommt beim Stadtradeln auf Platz eins

Erfolgsgeschichte: Rotenburg kommt beim Stadtradeln auf Platz eins

Kommentare