„La Strada“-Gala in der Rotenburger Realschule fasziniert das Publikum

Mit lauten und leisen Momenten

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Der „La Strada“-Act Meandertal überzeugt mit einer gefühlvollen Darbietung.

Rotenburg - Nach welchen Kriterien und aus welchen Sitzreihen wählen die „La Strada“-Künstler wohl Menschen aus, um sie auf die Bühne zu zerren? Diese Fragen stellten sich die Gäste des Gala-Abends am Sonnabend in der Realschule nicht nur gedanklich. Gezielt baten mitunter Besucher die Helfer des Straßenzirkusfestivals in den roten T-Shirt darum, einen Sitzplatz zu bekommen, bei dem sie nicht Gefahr laufen, mitmachen zu müssen.

Der Schreck kommt dann in Grün: Das kleine Männchen auf dem Roller, das vor ein paar Jahren schon einmal Rotenburgs Fußgängerzone unsicher machte. Denn nicht jeder mag es, wenn er sich vor Publikum ausziehen soll, angeleckt oder geküsst und abgeherzt wird. Nachdem das grüne Männchen seinen ersten Publikumsjoker von der Bühne verweist, weil er sich nicht ausziehen will, macht Uwe Goldschmidt, Sprecher der Kulturinitiative Rotenburg (Kir), bereitwillig mit.

Nach der charmanten Artisteneinlage des irischen Duos „Tumble Circus“ wird es still im Saal. Noch bevor „Meandertal“ mit seiner Darbietung beginnt, zieht er das Publikum magisch an. Das wohnt einer Premiere des Belgiers „Jelle van Rossem“ bei, der die Geschichte eines alten Mannes erzählt. Ohne Worte. In seinem Schaukelstuhl sitzt die Figur, die von den Armen und Händen des Künstlers bewegt wird, neben dem Foto seiner verstorbenen Frau und nickt ein. Der Senior durchlebt noch einmal alle Stationen seiner Ehe, von der Ehe über Geburt und Liebhaberin bis hin zum Tod. Dabei küsst er nicht nur das von seiner Frau zurückgelassene Gebiss, sondern ganz zum Schluss deren Portrait. Der Belgier schafft besondere, zauberhafte Momente, die tief unter die Haut und ins Herz gehen.

Monte-Carlo-Feeling kommt bei den Darstellern von „La Bella Tour“ auf. Die beiden Clowns überzeugen vor allem mit ihrer Mimik und Körpersprache und reißen die Zuschauer mit artistischen Einlagen und Johann Strauß‘ „Kaiserwalzer“ mit. Begeistert klatscht das Publikum mit und bejubelt die beiden jungen Kerle.

Beeindruckend ist die Leichtigkeit, mit der sich das Jongleure-Trio „Cie 0032“ perfekt die Bälle zuspielt. Schön, witzig und ein wenig aus dem Alltag gegriffen ist der Auftritt von Fabuloka aus den Niederlanden. Er ist mit einer Eisenkonstruktion beschäftigt, mit der er Orangensaft pressen will, während sie mit ihm spielen und seine Aufmerksamkeit gewinnen will. Zum Schluss finden auch sie zusammen.

bd

La Strada in Rotenburg am Sonntag

La Strada in Rotenburg am Samstagabend

La Strada in Rotenburg am Samstag

La Strada am Freitagabend

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