IGS-Oberstufe: SPD, FDP und Wir treffen sich noch mit Schulvertretern

Die CDU stimmt nicht zu

Was wird aus der IGS? Es geht um die Einrichtung einer Oberstufe. Foto: Menker

Rotenburg – Die CDU wird am Donnerstag im Rotenburger Stadtrat einem Antrag auf Einrichtung einer Oberstufe an der Integrierten Gesamtschule (IGS) bei der Landesschulbehörde nicht zustimmen. Das teilt der Fraktionsvorsitzende Klaus Rinck auf Anfrage mit. In der Sitzung von 20 Uhr an wird es zum zweiten Mal um diesen Antrag gehen, nachdem dieser im ersten Anlauf im Herbst vergangenen Jahres gescheitert war.

Es sei richtig, dass SPD-Ratsfrau Marje Grafe sich per Mail am 29. Juli – also mitten in den Ferien – „für eine nicht näher definierte Arbeitsgruppe IGS-Oberstufe“ bei ihm gemeldet und zu einem Termin für den 6. August, also acht Tage später, eingeladen habe, so Rinck. Die Arbeitsgruppe wollte den Fraktionen das vorläufige Konzept für eine Oberstufe präsentieren. „Trotz Ferienzeit und recht knapper Frist konnten es acht Fraktionsmitglieder möglich machen, den Termin in der IGS wahrzunehmen“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende. „Schriftliche Unterlagen haben wir trotz dahingehender Bitte nicht erhalten. Das Konzept selbst ist in fachlicher Hinsicht in Teilen zumindest zweifelhaft“, teilt Rinck gegenüber der Kreiszeitung mit. So sei die CDU von fachkundiger Seite dahingehend informiert worden, dass es nicht zulässig ist, Sport – wie von der IGS geplant – als drittes Profil anzubieten. Dem stehe wohl „§ 10.4 der OberstufenVO“ entgegen. „Des Weiteren geht die CDU davon aus, dass die von Seiten der IGS angedachte Kooperation hauptsächlich das Ratsgymnasium und dessen Lehrer in erheblichem Maße belasten würde. Gemeinsame Kurse sind eine Lösung, die nur in der Theorie funktioniert, sie erscheinen aufgrund Kollisionen mit anderen Kursen der jeweiligen Schule als praktisch kaum realisierbar“, schreibt Rinck.

„Vor allem bleibt es dabei, dass Rotenburg bei weitem keine hinreichende Zahl an Schülern für drei Oberstufen hat. Daran ändert auch die – überschaubare – Steigerung der Schülerzahlen, die in den letzten Jahren zu verzeichnen ist, nichts“, ist Rinck überzeugt. Die aktuellen Schülerzahlen seien für den Betrieb von zwei funktionierenden Oberstufen erforderlich und überlasteten diese in keiner Weise. Die CDU sehe nach wie vor die Gefahr, dass die Oberstufen an Ratsgymnasium und Berufsbildenden Schulen durch die Einführung einer dritten Oberstufe in ihrem Kursangebot massiv beeinträchtigt würden. Rinck: „Statt zweier gut arbeitender Oberstufen gäbe es letztlich am Ende drei nicht (mehr) funktionierende.“

Die Behauptung, die Einrichtung einer dritten Oberstufe an der IGS koste die Stadt Rotenburg nur 150 000 Euro, „können wir in keiner Weise nachvollziehen“, führt der Christdemokrat weiter aus. Der A-Trakt am Standort Ahe, „in dem die Oberstufe angeblich untergebracht werden kann“, sei bislang für die 5. bis 10. Klasse vorgesehen. Es sei bekanntlich sogar ein teurer Neubau am Standort Ahe errichtet worden, weil die vorhandenen Kapazitäten für die Unterbringung der 5. bis 10. Klasse nach seinerzeitiger Darstellung nicht ausreichten. „Die CDU geht nach den in den letzten fünf Jahren gemachten Erfahrungen davon aus, dass es bei Einrichtung einer Oberstufe an der IGS über kurz oder lang wiederum zu millionenteuren Neubauten kommen würde.“ Gleichzeitig stünden dann entsprechende Flächen bei Ratsgymnasium und BBS leer. Die seitens der IGS angestrebte Einrichtung einer Oberstufe sei daher auch wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Aber wie sieht es bei der FDP und bei der WIR im Stadtrat aus? FDP-Ratsherr Gunter Schwedesky spricht auf Anfrage für alle vier Ratsmitglieder. Am Dienstagabend werde es mit der SPD und Vertretern der IGS, der BBS sowie des Ratsgymnasiums ein Treffen geben. Schwedesky: „Wir haben uns noch nicht entschieden.“ Man wolle in Erfahrung bringen, ob eine dritte Oberstufe sinnvoll ist oder sie dazu führt, dass es nur noch drei Gerippe gibt, wo vorher zwei gute Oberstufen waren. „Wenn man sich gegenseitig reduziert, wäre das Quatsch.“ Der FDP-Mann betont aber: „Wir sind da noch ganz offen.“

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