Nordpfad ist als „Deutschlands schönster Wanderweg“ nominiert

Stimmen für Dör’t Moor

Viele Partner ziehen an einem Strang, um die Rundwanderwege zu beliebten Wanderzielen zu machen.
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Viele Partner ziehen an einem Strang, um die Rundwanderwege zu beliebten Wanderzielen zu machen.

Rotenburg – „Früh am Morgen: wenn es ruhig und menschenleer ist, wenn eine Brise Wind durch die Natur weht und ansonsten Stille herrscht. Später am Großen und Kleinen Bullensee anhalten und ausspannen. Und abends den Untergang der Sonne zwischen Moor, Wald und Heide beobachten“: So startet unter anderem die Beschreibung des Nordpfades Dör’t Moor auf der Internetseite „Deutschlands schönste Wanderwege“. Genau dieser ist neben 14 weiteren für die Publikumswahl „Deutschlands schönster Wanderweg 2021“ in der Kategorie Tagestour nominiert, und jeder kann ab sofort seine Stimme abgeben.

Aus diesem Anlass hatte der Touristikverband Landkreis Rotenburg (Tourow) am Montag ins Kreishaus geladen. Auch die Partner waren mit an Bord, wenngleich aufgrund der aktuellen Situation nicht alle vor Ort: Dazu gehören neben dem Landkreis der Nabu Rotenburg, die Stadt Rotenburg sowie die Gemeinde Kirchwalsede und die Niedersächsischen Landesforsten mit dem Forstamt Rotenburg. „Das sind viele Partner, und es gibt unwahrscheinlich viele Menschen, die hier unterwegs sind“, so Tourow-Geschäftsführer Udo Fischer, der den Anwesenden einen Überblick über den Nordpfad und die Bewerbung gab.

Zum 18. Mal läuft die Wahl durch das „Wandermagazin Deutschland“, bis zum 30. Juni können Stimmen sowohl online als auch analog, zum Beispiel per Postkarte, abgegeben werden. Diese Karten hat der Tourow mit der Tourist-Info der Stadt Rotenburg entwickelt. Sie werden „großzügig verteilt und wir werden die Werbetrommel rühren“, sagt Fischer, der im Herbst die Bewerbung eingereicht hatte – nebst kleinem Lebenslauf, der den Wohnort (mitten in Niedersachsen, im Landkreis Rotenburg), die Eltern (den Nabu Rotenburg und die Untere Naturschutzbehörde) sowie die „Geschwister“ (alle anderen Nordpfade) enthielt. Auch ein Video hatte er mitgeschickt.

Dör’t Moor ist der älteste von 24 Rundwanderwegen und ein „Kleinod, wo man auftanken kann“, so Kirchwalsedes Bürgermeisterin Ursula Hoppe. Der Nabu sowie die Untere Naturschutzbehörde hatten ab 2010 dafür gesorgt, dass Wandern in Teilbereichen des Naturschutzgebietes „Großes und Weißes Moor“ möglich ist. Das Gebiet wurde wiedervernässt, moortypisch entwickelt. Zugleich wollte der Nabu ein Wegekonzept erstellen, „beides wurde zusammengebracht“, sagte Heiko Rosebrock, der mit Rainer Rahlfs für die Nordpfade verantwortlich ist. Gemeinsam mit zwei weiteren Kollegen im Außendienst kümmert sich Rosebrock um das Gebiet – und achtet mit darauf, dass es so entwickelt wird, dass der Naturschutz gewahrt bleibt und die Wanderer die Wege nicht verlassen. „Es wachsen aber auch die Ansprüche mit den Leuten, die kommen – wir müssen immer am Ball bleiben“, merkte er an. „Es ist ein gutes Konzept. Uns ist es gelungen, ein Ergebnis zu erzielen, mit dem man durchaus eine Bewerbung machen kann, ohne dass der Naturschutz hinten runter fällt“, ergänzte Rahlfs, der als ein Highlight den Beobachtungsturm nannte.

Insgesamt 112 Bewerber für Tagestouren seien bis September eingereicht worden, „und wir gehören schon jetzt zu den 15 schönsten“, merkte Hartmut Leefers als Vorsitzender des Tourow an. „Der Weg ist toll und hat es verdient, als Premium-Wanderweg ausgewiesen zu werden.“ Er erinnerte an die Anfänge des Bullenseegebietes als Naherholungsziel. Und an das geplante Info-Zentrum; Pläne, die letztlich gescheitert waren. Aber: Ein bisschen was soll es am Bullensee bald wieder geben, der Landkreis „bastele zumindest an vernünftigen Toiletten“.

Auch Kritik war anfangs laut geworden. „Ich war anfangs auch skeptisch, jetzt begeistert“, merkte Unter-stedts Bürgermeister Uwe Lüttjohann an. Am Ort führt ein Teil des Nordpfads vorbei, am Schafstall entlang. „Jetzt ist es in der Bevölkerung angekommen, dass der Landkreis davon profitiert, das hat aber auch 20 Jahre gedauert.“ Und: Ein solches Moorgebiet hat eine wichtige Funktion, auf die besonders in Zeiten des Klimawandels aufmerksam gemacht werden sollte, befand Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber. So verbinde der Nordpfad Umweltschutz und einen Bildungsauftrag.

Parallel hat sich der Tourow nun Aktionen überlegt, mit denen er im kommenden halben Jahr auf die Wahl aufmerksam machen möchte. „Wir haben den Anspruch, recht weit vorne oder auch ganz vorne zu landen“, erklärte Fischer. „Es ist ein gesundes Projekt, was Auszeiten schafft, man kann super auf Abstand wandern – jeder Nordpfad ist auf seine Weise etwas besonderes.“

Stimmenabgabe

Die Stimmen können unter https://wandermagazin.de/wahlstudio oder per Postkarte abgegeben werden. Diese sind in der Tourist-Info im Rotenburger Rathaus und beim Tourow erhältlich. Dort können sie auch abgegeben oder selbst verschickt werden. Jede Person hat eine Stimme. Stimmen für Dör’t Moor können auch von außerhalb des Landkreises abgegeben werden.

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