30 Erwachsene dabei

Rotenburger Nabu an der Bötersener Sandkuhle aktiv

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Zunächst wurde eine Trittstufe für den sicheren Stand modelliert.

Bötersen - Von Bettina Diercks. Richtig heiß her ging es trotz eisiger Temperaturen am Samstag in der Sandkuhle Bötersen. Dort schaufelten viele Freiwillige Sand in den Teich. Was absurd klingt, hatte Konzept: Es entstand eine neue Steilwand für Uferseeschwalben und Eisvögel.

Zum öffentlichen Arbeitseinsatz hat der Naturschutzbund (Nabu) Rotenburg eingeladen. Vereinsvorsitzender Roland Meyer: „Wir haben hier seit 2014 nichts mehr gemacht. Da hatten wir die Beobachtungshütte gebaut. Jetzt haben wir 2018. Das passt also.“

Rund 30 Erwachsene und einige Kinder hatten sich mit Spaten, Sägen, Astschere und Leitern ausgerüstet. „Heute sind acht Leute darunter, die sonst noch nicht dabei waren“, freut sich Meyer. „Deshalb haben wir den Termin erstmals als offenen Arbeitseinsatz ausgeschrieben.“

Ehrenamtliche Koordinatorin Carola Hoppe, die für solche Tage Mails absetzt oder auch mal herumtelefoniert, fasste an diesem Tag ebenfalls mit an. Wer übrigens mit auf die Liste der ehrenamtlichen Helfer will, sollte sich unter der Telefonnummer 04263/6757894 melden.

Erst wurden zwei Leitern an der Schräge, aus der eine Steilwand werden sollte, heruntergelassen und oben verankert. Die ersten Spatenhiebe und Sandfuhren, die ins Wasser geworfen wurden, dienten dazu, zunächst einmal richtig stehen zu können. Trotz des eiskalten Ostwindes war allen sofort warm. „Gut zwei Meter hoch soll die Wand insgesamt werden“, sagte Jörg Weber.

Den Nabu-Helfern wurde beim Schaufeln trotz eisiger Temperaturen mächtig warm ums Herz.

Er ist Pate des Biotopes und schaut dort regelmäßig nach, ob alles in Ordnung ist und erfreut sich an der Artenvielfalt. Neben Eisvogel und Uferseeschwalbe sind dort Flußregenpfeifer und -uferläufer, Rohrweihe, verschiedene Gänsearten und zahlreiche andere Vogelarten zuhause. 

Ausgemacht hat Weber auch Sandbienen und Grabwespen sowie die streng nach FFH-Richtlinie geschützte Kreuzkröte, die auf fischfreie Gewässer angewiesen ist, damit der Nachwuchs überlebt. Sie krabbelt das Jahr über in Bötersen zwischen Wolfstrapp, Sumpf-Bärlapp und Hauhechel umher.

Mit viel Humor und Tatkraft trugen die Helfer zentnerweise Sand ab. Zuvor war der Weidenbewuchs an der Uferböschung und auf der Landzunge entfernt worden, die die beiden Flachgewässer voneinander trennt.

Junge Kiefern fielen ebenfalls der Säge zum Opfer, damit mehr Sonne auf den frisch entstandenen Steilhang und den kargen Sandboden kommt. Und, damit die Uferseeschwalben einen freien Anflug auf die neue Steilwand haben. Sie kehren im April aus Zentralafrika wieder.

2015 war ein Bagger in das frühere Sandabbauareal gerollt, um vegetationsfreie Sandflächen, Flachwasserzonen und kleine Senken für weitere Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu schaffen. „Alles zusammen gehört zum Nabu-Projekt Wege zur Artenvielfalt“, so Meyer.

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