Weg von der Steckdose

Nach Peta-Kritik: Jungengruppe fährt zum Angeln nach Posthausen

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Konzentration ist gefragt: Holger Kunz hilft dem zehnjährigen Jason Töpfer beim Entknoten der Angelschnur.

Rotenburg - Von der Debatte ist nichts mehr zu spüren: Angeln gehört weiterhin zum Kinderferienprogramm in Rotenburg. Gerade erst am Montag ist eine Kleingruppe vom Jugendzentrum aus zum Angelpark Birkengrund in Posthausen aufgebrochen – trotz der Peta-Kritik Mitte April.

„Das ist eine überflüssige Diskussion“, sagt Sozialarbeiter Holger Kunz, der die reine Jungengruppe leitet und davon berichtet, dass sich auch sonst niemand mehr bei ihm über das Angebot beschwert hätte. Auch bei der Zahl der Anmeldungen habe es keine Auffälligkeiten gegeben.

Umweltpädagogische Aspekte im Vordergrund

Nun genießt die Gruppe die Ruhe im Angelpark. Und Kunz unterstreicht, dass umweltpädagogische Aspekte im Vordergrund stehen. „Es geht nicht um den großen Fang. Uns geht es darum, draußen zu sein, weg von der Steckdose, um den Teamgeist und darum, die Jungen an die Natur heranzuführen, zum Beispiel Müll nicht draußen herumliegen zu lassen“, sagt der 59-Jährige, der die Jungen gemeinsam mit Praktikant und Sozialarbeitsstudent Patrick Ehlers beaufsichtigt. „Etwas, was eigentlich die Väter machen.“ 

An zwei Tagen soll also ein bisschen abenteuerliche Stimmung entstehen: Abends wird gemeinsam gegrillt, danach geht es in die Zelte. „Gegen 5 Uhr morgens, nach dem Aufwachen, versuchen wir unser Glück aufs Neue“, erklärt Kunz. Es sei nämlich nicht damit getan, einmal den Köder auszuwerfen und einen Fisch aus dem Wasser zu ziehen. Da ist Geduld gefragt. „Die Jungen probieren sich spielerisch aus.“ 

„Ich bin kein Schlachter“

Die Natur stehe dabei im Fokus: Kunz achtet auch darauf, dass selbst Kleinstteile der Angelschnur entsorgt werden: „Wenn ein Vogel das frisst, ist das doof“, erklärt er dem zehnjährigen Jason Töpfer. „Ich mache das, was ich mit meinem Gewissen vereinbaren kann. Ich bin kein Schlachter“, betont der Sozialarbeiter.

Die Tierrechtsorganisation hatte Angeln in der Kreisstadt – wie in anderen Kommunen bundesweit – als „Tiere töten als Freizeitspaß für Kinder“ bezeichnet und mit einer Klage wegen Tierquälerei gedroht. Während Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber Angelkurse zunächst streichen wollte, nahm er kurz darauf wieder Abstand von diesem Schritt.

iq

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