Roland Nielebock hat viele Ideen für sein Weichelsee-Projekt

Startschuss im nächsten Jahr

Ein großer Berg Arbeit liegt vor Roland Nielenbock, der am Weichelsee einiges vor hat.
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Ein großer Berg Arbeit liegt vor Roland Nielenbock, der am Weichelsee einiges vor hat.

Rotenburg – Wenn es nach Roland Nielebock geht, kann es im neuen Jahr losgehen – und zwar richtig. „Ich bin voller Tatendrang und warte eigentlich nur noch auf den Pachtvertrag“, sagt der 34-Jährige in einem Gespräch mit der Rotenburger Kreiszeitung. Nielebock hat eine Idee für ein Projekt entwickelt, um am Weichelsee in den kommenden Jahren für mehr Belebung und damit auch für einen Beitrag zur Naherholung in der Kreisstadt zu sorgen. In den ersten zwei von voraussichtlich drei Entwicklungsschritten ist er bereit, mindestens 800 000 Euro zu investieren. Bürgermeister Andreas Weber (SPD) freut sich und gibt grünes Licht. Der Pachtvertrag für den ersten Teil des Vorhabens soll diese Woche unter Dach und Fach gebracht werden. Mit dem zweiten Schritt ab 2022 wird dann noch ein Erbbaupachtvertrag erforderlich.

Nielebock – viele kennen ihn als Macher des Ferdinands Feld-Festivals auf dem Rotenburger Flugplatz – beschäftigt sich eigentlich schon seit zwei Jahren mit dem Weichelsee. Er war einer von zwei Investoren, die Ende 2018 mit eigenen Konzepten für den Weichelsee an die Stadt herangetreten sind, nachdem diese einen Idee-Wettbewerb ausgerufen hatte. Den Zuschlag erhielt damals der Kirchwalseder Caterer Philipp Landschof.

Landschof hatte ebenfalls viele gute Ideen. Aus dem Projekt ist allerdings nichts geworden. Vor allem aufgrund der Pandemie war er im Frühjahr nachdenklich geworden. Schließlich ging es auch bei ihm um viel Geld, das für die Umsetzung seines Planes erforderlich gewesen wäre. Und das in einer Phase, in der er mit seinem Betrieb ums Überleben kämpft, weil Corona der Gastro-Branche einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht hat und immer noch macht. Im Juni, also anderthalb Jahre, nachdem er seinen Plan zusammen mit PGN-Chef Norbert Behrens und Bürgermeister Andreas Weber (SPD) der Öffentlichkeit vorgestellt hatte, sagte Landschof der Stadt ab. Rotenburg wartet also weiter auf Ersatz für das in die Jahre gekommene „StrandHouse“. Aber jetzt scheint klar, dass dort schon bald etwas passiert. Weber bestätigt auf Anfrage seine Zusage.

Ob er noch Interesse hat, wollte Weber bereits nach Landschofs Absage von Nielebock wissen. „Ja“, habe ich gesagt. Das Interesse sei sogar riesengroß, aber angesichts der Pandemie musste auch er eine Weile nachdenken, erklärt er. „Es geht um eine große Investition.“ Gut und wichtig sei es gewesen, dass in den Sommermonaten am Weichelsee wieder etwas passiert sei. Einerseits gab es den temporären Beach-Club von Felix Tiedemann, andererseits hat Heiko Broede dem „StrandHouse“ zumindest vorübergehend wieder Leben eingehaucht.

„Das war echt gut“, sagt Nielebock, der Broede zumindest vorerst mit auf dem Zettel hat. Und Broede wiederum freue sich ebenfalls, weitere anderthalb Jahre weitermachen zu können. Das berichtet Weber. Denn während Nielebock im kommenden Jahr auf dem Gelände am Weichelsee ein sogenanntes Beach-Village eröffnen möchte, in dessen Zentrum drei entsprechend hergerichtete Übersee-Container mit Bar und Speisenangeboten stehen sollen, will er sich an den Bau eines neuen Sanitär-Hauses heranmachen. Ein Teil davon sei ausschließlich für die Camper vorgesehen, ein weiterer Teil beherbergt öffentliche Toiletten sowie Duschen für die Weichelsee-Besucher und Badegäste. Das alte „StrandHouse“ könne so lange nicht nur stehen bleiben, sondern eben auch von Heiko Broede weiter betrieben werden, bis voraussichtlich 2022 die Bagger anrollen, um es platt zu machen. Denn in einem weiteren Schritt soll es dort einen Neubau geben. „Dafür würde die Stadt das erforderliche Gelände über einen Erbbaupachtvertrag zur Verfügung stellen“, informiert Weber über das weitere Prozedere.

Dieser Neubau soll nicht nur Hochzeits- und Geburtstagsfeiern möglich machen, sondern auch Platz bieten für größere Veranstaltungen, wie zum Beispiel einen Neujahrsempfang. Nielebock denkt an eine Größenordnung, die Platz für 300 bis 350 Gäste bietet. „So ist der Plan, konkreter werden kann ich aber noch nicht.“ Was den Charakter des Neubaus betrifft, spricht der 34-jährige Musiker – er ist übrigens gelernter Einzelhandelskaufmann, Versicherungsfachmann und Heilerziehungspfleger – von einem Haus, in dem es neben einem Restaurant auch eine Bar geben soll. Für die Bewirtung sei er bereits mit einem Partner im Gespräch. Namen nennt er allerdings noch nicht. Im ersten Jahr nimmt Nielebock rund 200 000 Euro in die Hand, im zweiten Schritt muss er etwas tiefer in die Tasche greifen – die Rede ist von einer Investition, die sich im Bereich zwischen 600 0000 und 700  000 Euro bewegt.

Im kommenden Jahr will Nielebock neben dem Bau des Beach-Village auch den Bereich für die Camper auf Vordermann bringen – er denkt an Pflasterungen, an Stromanschlüssse für jeden einzelnen Platz und an Sichtschutz. Sein Projekt sieht der junge Mann ganz im Sinne der Naherholung und der Wiederbelebung eines Bereiches, der vielen Rotenburgern inzwischen ans Herz gewachsen ist.

„Es soll aber keine Party-Location werden“, betont er, wenngleich auch Flohmärkte rund um den See, Veranstaltungen an besonderen Feiertagen und auch Neuauflagen des früheren Beachvolleyball-Turniers denkbar seien. Und: „Ich möchte das touristische Angebot erweitern.“ Daher denkt Roland Nielebock bereits darüber nach, am See auch Übernachtungsmöglichkeiten zu schaffen. Ob es dann tatsächlich mietbare Holzhütten werden oder doch nur ein Bereich mit einem Zeltplatz, lasse sich noch nicht genau sagen.

Eine Veranstaltung, die ihm besonders am Herzen liegt und die auch weiterlaufen soll, sei die „Summer Sensation“. Etwas Party ist also mit im Spiel, wenn der Mann aus Scheeßel am Weichelsee das planerische Zepter in die Hand nimmt. Andreas Weber zur Kreiszeitung: „Wir können wirklich froh sein, dass er etwas macht, was auch ganz in unserem Sinne ist.“

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