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„Strandgold“-Aufbau am Rotenburger Weichelsee startet

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Von: Guido Menker

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„Strandgold“-Aufbau am Weichelsee. Die Container treffen ein, die Grundlage für den Beachclub sind.
„Strandgold“-Aufbau am Weichelsee. Die Container treffen ein, die Grundlage für den Beachclub sind. © Guido Menker

Rotenburg – Die Augen von Roland Nielebock werden immer größer, während der beeindruckende Kran den ersten von acht Containern bei Sonnenschein und blauem Himmel auf seinem Platz am Strand des Rotenburger Weichelsees platziert. Vielleicht ist das Wetter nach dem Grau der vergangenen Wochen ein gutes Zeichen. Denn der Investor hat einen durchaus sportlichen Plan in der Tasche: „Am liebsten möchte ich Mitte Mai den Beachclub eröffnen. Das ist die Marschroute.“

Das klingt nach Zuversicht, aber eine gewisse Anspannung ist Nielebock anzusehen. „Ich bin im Moment noch relativ emotionslos“, sagt er. Es sind nicht nur die deutlich gestiegenen Kosten, sondern auch die Verzögerungen, die die Umsetzung dieses Weichelsee-Projektes eben erst jetzt möglich und zugleich noch schwieriger machen. Eigentlich sollten die Container als Grundstock des Beachclubs schon im vergangenen Jahr stehen. „Der Liefertermin konnte nicht gehalten werden“, erklärt Roland Nielebock. Er musste also umplanen und hat sich einen neuen Partner gesucht. Die Module für den gastronomischen Bereich des Beachclubs hat das Team – Roland Nielebock und sein Geschäftspartner Malte Janßen – beim neuen Partner „CHS Spezialcontainer“ in Bremen endausbauen lassen. Zunächst hatte er eine Investition in Höhe von 350 000 Euro vorgesehen. Die Verzögerung, die Corona-Krise und nicht zuletzt auch die deutlich zunehmenden Materialpreise lassen die Kosten auf 650 000 bis 700 000 Euro anwachsen.

Jetzt aber geht es los. Vor der Ankunft der Container haben Bauarbeiter die Fundamente vorbereitet und die erforderlichen Ver- und Entsorgungsleitungen gelegt. Auf einem der Auflieger befinden sich an diesem Morgen auch Teile der Holzverkleidung – damit die Seecontainer als solche gar nicht mehr zu erkennen sind und die Beachclub-Module am Ende richtig schick daherkommen.

Sieben der vorbereiteten Container lässt Nielebock ebenerdig platzieren, der letzte Container steht auf einem von ihnen – für die Bar auf der geplanten Dachterrasse. Die soll am Ende bis zu 50 Sitzplätze und zugleich einen herrlichen Blick auf das Wasser bieten. Vor dem „Strandgold“ finden dann weitere rund 100 Gäste Sitzplätze.

Einen ersten Eindruck von dem, was das „Strandgold“ mal werden soll, haben sich die Rotenburger schon im vergangenen Jahr verschaffen können. Doch der Investor verspricht: „Es wird noch mal besser.“ Öffnen möchte er den Beachclub immer dann, wenn es das Wetter erlaubt, aber der Chef will sich nicht nur auf die Zeit vom Frühjahr bis in den Spätsommer beschränken. Zur Fußball-WM könnte was laufen, und auch passend zur Weihnachtszeit wäre was möglich. Die Ideen sind da. Doch jetzt muss erst einmal alles hergerichtet werden.

„Strandgold“-Investor Roland Nielebock beobachtet die Arbeiten.
„Strandgold“-Investor Roland Nielebock beobachtet die Arbeiten. © Guido Menker

„Mittwoch soll alles stehen und vorbereitet sein – dann geht es Schlag auf Schlag weiter“, gewährt Nielebock Einblick in den zeitlichen Plan. Mit Nielebock ist auch Architekt Ralf Wiebusch aus Scheeßel vor Ort. Er hat die Fachplanung übernommen und beobachtet ganz genau, wie es mit dem Aufbau läuft.

Die Ausstattung der acht Container findet also vor Ort statt. Eine komplette Bar ist einzurichten, eine Küche und ein Büro gehören dazu, ein Kühlraum, ein Sozialraum und Toiletten für das Personal sowie Lagerbereiche. Vorgesehen sind auch Duschen und Toiletten für die Camper sowie eine WC-Anlage auch für die Beachclub-Gäste. „Das alles wird zunächst mobil zur Verfügung gestellt“, so der Investor, der ja bekanntlich noch mehr vor hat.

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Möglichst im kommenden Jahr sollen die Vorbereitungen für den Bau einer großen Eventlocation starten – in etwa dort, wo jetzt noch das StrandHouse zu finden ist. „Darin werden die sanitären Anlagen integriert“, so Nielebock. Läuft alles rund, würde er die Anlage 2024 eröffnen. Bis zu 400 Sitzplätze für Gäste will er darin schaffen, sodass dort Veranstaltungen aller Art möglich werden.

Das alles – da sind sich Nielebock und Janßen sicher – ist eine große Herausforderung. Nicht nur finanziell. „Wir haben ein enges Zeitfenster bis zum Start – da gibt es viele Gewerke zu organisieren und zu steuern.“ Während Malte Janßen künftig als Geschäftsführer im Tagesgeschäft die Fäden ziehen wird, kümmert sich Nielebock als Inhaber und Geschäftsführer mehr um die vielen Aufgaben im Hintergrund. Im Projekt bauen die beiden Macher auf ein 15- bis 20-köpfiges Team. Aushilfen würden noch gesucht.

Ein Arbeiter löst den Kran-Haken.
Ein Arbeiter löst den Kran-Haken. © Guido Menker

Und damit sich die Gäste wohlfühlen, sollen die Plätze im Außenbereich noch hochwertiger und bequemer als im vergangenen Jahr werden. Die Dachterrasse, erklärt Nielebock, werde künftig auch für kleinere Events zu mieten sein. Vor allem innerhalb der Woche. „Erste Anmeldungen haben wir schon. Das Interesse daran ist wirklich groß.“

Trotz derartiger Signale löst der Baustart bei Nielebock noch keine Emotionen aus, wie er sagt. „Vielleicht liegt es auch einfach an dieser aktuellen Weltlage. Aber klar, für dieses Projekt muss ich nach vorne schauen.“ Machen, was machbar ist – so lautet die Devise, mit der er an die bevorstehenden Aufgaben herangeht.

Während er von den Projekt-Details spricht, rollt bereits der nächste Tieflader an, um weitere zwei Container anzuliefern. Bevor der Kranfahrer sie an den Haken nimmt, öffnet er die Motorhaube des Gefährts und schüttet Öl nach – damit am Ende auch alles wie geschmiert über die Bühne gehen kann. Das wünschen sich auch Nielebock und Wiebusch. Doch die ganz große Freude kommt wohl erst später. „Ich werde das alles realisieren, wenn ich die Bar aufschließen und die Klappe öffnen kann – und dann das erste gezapfte Bier über den Tresen geht.“

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