Nicht ausreichend Corona-Impftstoff im Landkreis Rotenburg

Start des Impfzentrums in Zeven ist noch unklar

Zelt vor dem Corona-Impfzentrum in Zeven
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Seit Mitte Dezember steht das Impfzentrum im ehemaligen Zevener Krankenhaus mit dem Eingangsbereich in einem Zelt bereit – aber im Einsatz ist es noch nicht.

Es mangelt noch an Impfstoff für freie Termine. Mobile Teams aber unterwegs im Landkreis. Und die Coronazahlen sinken.

  • Start des Impfzentrums in Zeven noch unklar.
  • Ältere Menschen erhalten Hinweise von Behörden zur Terminvergabe.
  • Pandemie-Opferzahl steigt auf 64.

Rotenburg/Zeven – Mitte Dezember hatte die Kreisverwaltung zum Pressetermin im ehemaligen Martin-Luther-Krankenhaus in Zeven geladen, man wollte zeigen, dass man bereit ist: Die Logistik steht, das zentrale Corona-Impfzentrum kann loslegen. Nur: Es fehlte noch an Impftstoff. Das ist entgegen aller Hoffnungen bis heute so. Darauf weist der Landkreis am Mittwoch hin: „Das Land Niedersachsen plant nach wie vor, die Terminvergabe für Impfungen im Impfzentrum für Bürger im Alter von 80 Jahren oder älter ab dem 28. Januar freizuschalten. Termine können aber nur gebucht werden, solange genügend Impfstoff zur Verfügung steht. Da dies im Landkreis zurzeit nicht der Fall ist, wird sich die Terminvergabe fürs Impfzentrum in Zeven noch verzögern, es können deshalb für die ersten Februartage noch keine Termine gebucht werden“, so die Mitteilung.

Der Landkreis habe vom Land noch keine Information erhalten, wann die nächste Impfstofflieferung eintreffen soll. Zuletzt habe der Landkreis am 21. Januar Impfstoff für die in der vergangenen Woche begonnenen Zweitimpfungen sowie weitere Erstimpfungen erhalten. Am Donnerstag werde noch eine weitere Lieferung für weitere Zweitimpfungen erwartet.

Termin für nächste Impflieferung noch unklar

Aufgrund von Lieferschwierigkeiten der Hersteller erhalte die EU und somit auch Deutschland aber weniger Impfstoff als erwartet. Das Land habe bereits mitgeteilt, dass vor dem 8. Februar mit keiner weiteren Lieferung zu rechnen sei, ein Termin für die nächste Lieferung stehe noch nicht fest. Ab wann genau Termine im Impfzentrum in Zeven vergeben werden können, ist deshalb zurzeit noch unklar.

„Da wir zurzeit keine Planungssicherheit haben, verzögert sich leider der Beginn der Impfungen im Impfzentrum“, bedauert Landrat Hermann Luttmann (CDU). „Die Impfteams stehen bereit, und sobald die nächste Lieferung für Erstimpfungen eintrifft, können auch Termine in Zeven durchgeführt werden.“

Dem ungeachtet informieren die Kommunen im Landkreis aktuell die Bürger im Alter von 80 Jahren und älter, die zu Hause leben, mit einem Schreiben. Sie würden die Ersten sein, die Termine in den Impfzentren erhalten werden, sobald ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. Das Schreiben enthalte die wichtigsten Informationen zum Ablauf der Anmeldung, das Prozedere in den Impfzentren und Hilfsangebote vor Ort.

Rund 3.200 Menschen bereits geimpft

Zurzeit seien die mobilen Teams weiter im Einsatz und impfen in den Senioren- und Pflegeheimen Bewohner sowie Mitarbeiter. Daneben würden die Kräfte des Rettungsdienstes und die als hoch priorisierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den beiden Krankenhäusern weiter geimpft. Insgesamt wurden den Angaben nach bisher im gesamten Landkreis rund 3 200 Personen geimpft, rund 540 davon erhielten bereits ihre zweite Impfung.

In diesem Zusammenhang weist das Gesundheitsamt nochmals darauf hin, dass die Corona-Impfungen in den Senioren- und Pflegeheimen nur ein Baustein in der Bekämpfung des Virus sind. Die Covid-19-Impfung führe mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu, dass geimpfte Personen nicht erkranken oder nur eine leichte Symptomatik entwickeln. Wie lange dieser Impfschutz anhält und ob geimpfte Personen das Virus weiterverbreiten können, sei noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Auch setze der Schutz nicht sofort ein, sondern erreiche erst etwa 14 Tage nach der zweiten Impfung die volle Wirkung. Es sei deshalb wichtig, auch nach einer Impfung weiterhin die bekannten Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten und einen Mund-Nasen Schutz zu tragen, um sich selber und seine Umgebung zu schützen.

Inzidenzwert sinkt auf 45

Unterdessen sinkt die Corona-Inzidenzahl im Landkreis ganz langsam weiter. Das Gesundheitsamt beziffert den Wert der neuen Infizierungen binnen einer Woche gerechnet auf 100 000 Einwohner im Kreisgebiet am Mittwoch auf 45. Und das, obwohl es 21 neue Coronfälle in der Statistik gibt. 14 von aktuell 138 Covid-19-Erkrankten werden den Angaben nach derzeit im Krankenhaus behandelt. Die Zahl der Todesopfer ist zudem gestiegen. Ein 69-jähriger Mann aus Rotenburg ist am 26. Januar im Diakonieklinikum gestorben, heißt es. Damit gibt es im Kreisgebiet bislang 64 Pandemie-Tote. Für rund 200 Kontaktpersonen gilt die Pflicht zur häuslichen Quarantäne. Seit März wurden im Landkreis 2 198 Fälle gezählt, 1 986 Menschen gelten als wieder genesen. Kommunal gesehen hat Bremervörde mit 62 momentan weiter die meisten Fälle, im Altkreis sind es in Rotenburg 40, in Sottrum und Scheeßel je sechs, in Bothel vier, in Visselhövede drei und in Fintel zwei.

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