Stadtwerke Rotenburg sanieren zwei der vier Reinwasserbehälter

Alles durch eine kleine Luke

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Ein Blick in den riesigen Reinwasserbehälter.

Rotenburg - Von Guido Menker. Es ist ein knochenharter Job, den die Männer leisten. Seit November sanieren sie zwei der vier Reinwasserbehälter im Rotenburger Wasserwerk. Eine Aufgabe, für die die beauftragten Handwerker mehr als vier Monate brauchen und für die die Stadtwerke Rotenburg (SR) rund 300000 Euro ausgeben.

Was die Reinwasserbehälter betrifft, so sorgten sie zwar noch für eine 1-a-Qualität, „aber wir wollen ja nicht so lange mit dem Umbau und der Sanierung warten, bis mal was kaputt ist“, meint der SR-Geschäftsführer Reinhard David. Beide Behälter sind von 1955 – da werde es Zeit, sie zu sanieren. Mit ihren jeweils zwei Kammern liegen sie im Boden. Oben drauf befindet sich eine zwei Meter hohe Erdschicht. Dadurch ist eine konstante Wassertemperatur von zehn bis zwölf Grad gewährleistet, erklärt Wassermeister Gerhard Trochelmann.

Die Sanierung der Behälter ist aufwändig: Der Zugang erfolgt über eine relativ kleine Luke, in der eine Leiter platziert ist. Das Problem: Kern der Sanierung ist es, die Wände, Decken und Boden des in Beton gefassten Kellers vom alten Putz komplett zu befreien – und anschließend wieder einen neuen aufzutragen. An Schutt allein sind knapp 40 Kubikmeter zusammengekommen, die Stück für Stück von den Wänden abgetragen und dann per Schubkarre mit Hilfe eines Flaschenzuges durch die Luke ins Freie befördert werden mussten. Die Reinwasserbehälter haben eine Größe von jeweils 250 Kubikmetern, künftig wird daraus einer. In diese Behälter fließt das Wasser, nachdem es zuvor die Filterbecken durchlaufen hat. In ihnen wird vor allem das Eisen herausgefiltert, erklärt Ronald Holst, technischer Leiter der Stadtwerke. Das Wasser kommt aus einem Nebenarm der Rotenburger Rinne.

Mit dem Aufbringen vom Putz allein ist es aber nicht getan. Auf dem Fußboden sind neue Matten vorgesehen, und auch an den Wänden haben die Arbeiter schon größtenteils ein neues Metallgeflecht angebracht, um dem Putz mehr Stabilität zu verleihen. Zuvor haben die Experten die Betonwände noch mit einem Sandstrahler bearbeitet. Auf den Putz ist zum Abschluss der Sanierung eine neue Spezialbeschichtung für die Lagerung von Frischwasser erforderlich. Ende März sollen die Arbeiten abgeschlossen sein – dann kann wieder Wasser in die Behälter. Für viele Jahre wird dann kein Mensch mehr in sie hinein kommen. „Wir entleeren die Becken vielleicht alle zehn Jahre für eine Reinigung sowie zum Testen der Beschaffenheit“, so Holst.

Die beiden anderen Behälter im Wasserwerk stammen aus dem Ende der 1960er Jahre. Einer von ihnen ist im vergangenen Winter getestet worden, der andere ist im nächsten Winter an der Reihe. Sie haben ein Fassungsvermögen von 650 und 850 Kubikmetern. Außerdem gibt es vier Filterbecken im Wasserwerk.

Die Fakten

Im vergangenen Jahr sind vom Rotenburger Wasserwerk am Mittelweg aus 1,1 Millionen Kubikmeter Wasser in das städtische Netz geflossen. Der tägliche Verbrauch liegt damit bei etwa 3000 Kubikmetern, also bei etwa drei Millionen Litern Wasser. Umgerechnet auf die 20000 Einwohner in der Kreisstadt entspricht das einem Pro-Kopf-Verbrauch von rund 150 Litern am Tag. „Im Sommer ist der Verbrauch vor allem an heißen Tagen deutlich höher als im Winter“, sagt Ronald Holst, technischer Leiter der Stadtwerke Rotenburg. In der warmen Jahreszeit könnten auch schon mal 4500 Kubikmeter Wasser durch die Leitungen rauschen. An einem ganz normalen Tag geben die Stadtwerke etwa 125 bis 150 Liter Wasser pro Stunde an das Netz ab. Eine Sanierung der Frischwasserbehälter wird ganz bewusst im Winter vorgenommen – weil dann der Verbrauch niedriger ist und der aufbereitete Vorrat in den restlichen Behältern für die Versorgung reicht.

men

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