Stadtrat verabschiedet Grünen-Politiker Manfred Radtke nach fast 30 Jahren mit einer ganzen Reihe von Ehrungen

„Respekt!“

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Mechthild Ross-Luttmann (CDU), Heiger Scholz (r.) und Andreas Weber (SPD, 2. v.r.) ehren Manfred Radtke.

Rotenburg - Von Guido Menker. 29 Jahre, vier Monate und drei Tage. Jetzt ist Feierabend. Manfred Radtke (Die Grünen) hat lange genug im Rat der Stadt Rotenburg gesessen, findet er. Jetzt geht er vorzeitig. Am Ende wird er den Ratssaal hochdekoriert und mit vielen Geschenken verlassen. Der Mann, der den Rat lange geprägt hat, wie kaum ein anderer, grüßt künftig als Stadtältester („Das hättet ihr euch auch sparen können...“), ist seit Donnerstagabend Träger der Bürgermedaille, darf sich zu Hause den Ehrenteller der Stadt an die Wand hängen und daneben noch eine Urkunde für seine Verdienste vom Niedersächsischen Städtetag platzieren. Lob, stehende Ovationen, Anerkennung. So lange hat die vorzeitige Verabschiedung eines Ratsmitglieds selten gedauert. Radtke ist so etwas wie der grüne Daumen der Stadt, ein Fachmann in Sachen Umwelt- und Naturschutz, einer, der sich mit den Verfahrenswegen auskennt. Bürgermeister Andreas Weber (SPD) spricht über seine Zielstrebigkeit, seine Hartnäckigkeit, sein Engagement. „Sie haben den Finger in die Wunde gelegt – ohne Rücksicht auf das eigene Ansehen.“ Radtke sei ein aufrechter Demokrat.

Radtkes Fraktionskollegin Elisabeth Dembowski wird den unermüdlichen Ideengeber, den Spezialisten und Antreiber vermissen, der nicht immer bequem gewesen sei, aber extrem verlässlich. Hedda Braunsburger (SPD) stellt klar: „Bei dir gibt es keine Kompromisse, wenn es um die Umwelt geht. Was wäre Rotenburg nur ohne dich?“ Heinz-Günter Bargfrede (CDU) gratuliert zu den Ehrungen, dankt Radtke und erinnert an gemeinsame Fußballer-zeiten: „Du hast im Mittelfeld gespielt und selten Tore gemacht – hattest aber eine unglaubliche Ausdauer.“ Und Radtke selbst, für den übrigens Hartmut Eichhorn nachrückt? „Ich glaube, es hat sich herumgesprochen, dass ich für nachhaltige Politik stehe.“ Eigentlich wollte er schon viel früher gehen, aber mit dem Loslassen hat es erst jetzt geklappt. Und ja, es habe sich gelohnt. Auch er bedankt sich – vor allem bei den engen Begleitern der vergangenen Jahre.

Heiger Scholz, Geschäftsführer des Niedersächsischen Städtetages, fasst am Ende im Sinne aller zusammen: „Respekt!“

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