Stadtrat fasst Beschluss: Siebte Jahrgangsstufe in die Theodor-Heuss-Schule

„Ein Jahr zu spät dran“

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In der Theodor-Heuss-Schule kommt die Jahrgangsstufe sieben unter.

Rotenburg - Von Inken Quebe. Die Entscheidung ist gefallen: Die Jahrgangsstufe sieben der Integrierten Gesamtschule (IGS) Rotenburg wird in der Theodor-Heuss-Schule (THS) untergebracht. Das hat der Rat der Stadt in seiner Sitzung am Donnerstag beschlossen. Wohin es mit den Klassenstufen acht, neun und zehn geht, bleibt weiter offen.

Für zwei Millionen Euro soll es an der THS einen Umbau für die siebten Klassen geben. Dabei soll ebenfalls geprüft werden, ob es möglich ist, die Statik des Gebäudes so zu verändern, dass später noch aufgestockt werden kann, um die Stufen acht bis zehn dort unterzubringen. „Wir sind eigentlich schon ein Jahr zu spät dran“, machte auch Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) deutlich. Die Machbarkeitsstudie sei dennoch sinnvoll gewesen, nun habe man alle Möglichkeiten abwiegen können. Damit eröffnete Weber eine erneute Diskussion.

Auf positive Reaktionen der SPD stieß, dass die CDU ihre Haltung geändert habe und nun wie die Sozialdemokraten die Ein-Standort-Variante bevorzuge. „Die CDU bewegt sich noch“, urteilte Hedda Braunsburger (SPD). Dass aber ihre Parteigenossin Marje Grafe die Idee aus dem Verwaltungsausschuss (VA), den Plan in der Statik zu verändern, um eine Aufstockung zu ermöglichen, als eine der SPD ausgab, kam bei der CDU wiederum nicht gut an. „Das war der Vorschlag von mir und Eike Holsten“, betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus Rinck.

Im November soll es „abschließend“ eine Entscheidung über die Klassen acht bis zehn geben, heißt es im Beschlussvorschlag aus der Sitzung des VA vom 30. September, dem sich der Rat bei einer Gegenstimme anschloss. Das befürwortete Hartmut Leefers (CDU) und regte sogar an, sich aus finanzpolitischer Sicht eine Pause zu gönnen – auch eine erneute Unterbringung in Containern schloss er nicht aus, da der Unterricht dort ein Jahr lang erfolgreich verlaufen sei. Leefers warnte aber davor, die Realschule als Standort für die Jahrgänge acht bis zehn – wie ursprünglich vorgesehen – zu nutzen. Zu viele Reparaturen seien nötig: „Dann könnte ein Umbau an der Realschule am Ende teurer werden, als ein Neubau an der Gerberstraße“, so Leefers. Einzig für den Übergang, so auch Rinck, werde man nicht auf die Realschule verzichten können. Das sahen FDP und die Wähler-Initiative Rotenburg (WIR) anders: Jens Kohlmeyer (WIR) sprach sich für einen Umbau der Realschule aus. Einen Abriss des Gebäudes hielten sie den Wählern gegenüber für schwer vertretbar.

Manfred Radtke (Grüne) zeigte sich mit Blick auf die Debatte über die Klassenstufen acht bis zehn überrascht, „dass wir heute diese Diskussion führen“, wenn doch erst in den Ausschüssen darüber beraten werde. Außerdem erinnerte er, dass auch die gymnasiale Oberstufe irgendwo unterkommen müsse: „An der Gerberstraße? Niemals. Da ist es jetzt schon eng. Dann sind wir froh, wenn wir die Realschule haben.“ Das Thema IGS bleibt also weiterhin auf der Tagesordnung.

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