1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Rotenburg
  4. Rotenburg (Wümme)

Stadtbibliothek startet Rotenburger Saatgutbörse

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Ann-Christin Beims

Kommentare

Daniela Tetzlaff (l.) und Christine Braun präsentieren die ersten Tüten.
Daniela Tetzlaff (l.) und Christine Braun präsentieren die ersten Tüten. © Beims

Die Rotenburger Stadtbibliothek möchte dabei unterstützen, die Vielfalt im Garten zu erhalten. Deshalb hat sie eine Saatgutbörse ins Leben gerufen.

Rotenburg – Auf dem Weg zu ein wenig mehr Grün startet die Rotenburger Stadtbibliothek die erste Saatgutbörse. Jeder kann vorbeikommen, sich eines oder mehrere der kleinen braunen Tütchen mit Saatgut mitnehmen und im Gegenzug eigene Samen zum Tauschen vorbeibringen, erklärt Daniela Tetzlaff.

Gemeinsam mit Leiterin Christine Braun stellt sie das Projekt vor, das in das Motto „green library“ passt, bei dem durch Fortbildungen und Projekte Ideen eingebracht werden, „um grüner zu werden“, so Braun. Dazu gehören beispielsweise auch die Optimierung von Arbeitsabläufen, anderes Bondruckpapier oder umweltfreundlichere Buchfolien. Letzteres war jedoch ein Reinfall, erklären beide: Die Folie besteht größtenteils aus Zuckerrohr und löst sich in Teilen von den Büchern ab.

„Wir gucken immer nach anderen Optionen“, so Braun. So wie eben mit der Tauschbörse. Die Grundidee stammt von der Büchereizentrale Niedersachsen, die eine „Saatgutbibliothek“ gestartet hat. Rotenburg hat die Idee aufgegriffen, da die Stadtbibliothek bei den Bewerbungen keinen Platz bekommen hat. Statt es aber von einem Büchereiausweis abhängig zu machen, ob jemand Saatgut „ausleihen“ kann, steht die Rotenburger Tauschbörse jedem offen, betonen beide. Einen Grundstock aus eigenen Gärten sowie dem Unverpackt-Laden konnten sie bereits anlegen. Etwa 15 bis 20 Sorten dürften es derzeit sein, schätzt Braun. „Das kann sich jetzt natürlich täglich ändern“, hofft sie.

In kleinen Beuteln sind Samen verpackt
In kleinen Beuteln sind die Samen verpackt, die sich Interessierte abholen können. © Beims

Blumensamen, Bienenmischungen, Kräuter oder Gemüse: Getauscht werden kann, was der heimische Garten hergibt – Hybriden, unbekanntes Saatgut und invasive oder wuchernde Pflanzen sind aber nicht erlaubt. Viele Gartenbücher werden, insbesondere in der Pandemie, ausgeliehen, haben die beiden beobachtet. Die Menschen hatten mehr Zeit für solche Dinge. Aber auch vorher war eine Tendenz erkennbar, im Zuge eines größeren Nachhaltigkeitsdenkens und Klimabewusstseins. Wer ein Tütchen mitnehmen möchte, sollte das an der Ausleihe angeben, „damit wir wissen, was rausgeht“, sagt Braun. Leere Tüten für eigenes Saatgut können mitgenommen und an der Ausleihe abgegeben werden.

Wenn alles klappt, wird es im Herbst einen Pflanzentauschmarkt geben. Außerdem wird das Thema „Grün“ auch Einzug in den Julius-Club finden, so Braun. Zusätzlich gibt es ein zweites Projekt der Büchereizentrale: ein Bildungsprojekt Richtung Natur, für das bald eine Fortbildung folgt. „Wir lernen, Natur- und Ökobildung zu vermitteln und werden das insbesondere in unsere Arbeit mit den Schulen und Kitas mitnehmen.“

Auch interessant

Kommentare