Stadtbibliothek Rotenburg hat mit „NBib24“ auf das richtige Pferd gesetzt

Online-Ausleihe boomt

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Christine Braun ist die Leiterin der Rotenburger Stadtbibliothek, die nach wie vor stabile Nutzerzahlen hat.

Rotenburg - Von Guido Menker. Wer ein Buch lesen möchte, kann inzwischen auch einen sogenannten eBook-Reader zur Hand nehmen und sich den Text aus dem Internet herunterladen. Die Rotenburger Stadtbibliothek bietet ihren Kunden diesen Service an – und hat damit ganz offensichtlich auf das richtige Pferd gesetzt. Gegenüber dem ersten Jahr der Zusammenarbeit mit dem System „NBib24“ hat Christine Braun in diesem Bereich eine Steigerungsrate von 150 Prozent registriert. Wie die Leiterin der Stadtbibliothek gestern mitgeteilt hat, seien 2015 genau 5781 Online-Ausleihen ihrer Kunden gezählt worden.

„Es war wohl die richtige Entscheidung, so etwas auch bei uns anzubieten“, so Braun. Und aus ihrer Sicht das Schöne daran: Diese Entwicklung hat noch keinen Einfluss auf die Ausleihe von „echten“ Büchern, und auch die Nachfrage bei den Hörbüchern hat im vergangenen Jahr nicht nachgelassen. „Unsere Zahlen sind sehr stabil, es gibt außer der Onleihe keine weiteren Ausreißer nach oben oder nach unten.“ Eine unspektakuläre Statistik für das vergangene Jahr also – und doch kann die Stadtbibliothek ganz beachtliche Zahlen vorlegen.

76887 Menschen haben in den zurückliegenden Monaten den Eingang der Stadtbibliothek passiert. Es gab 2015 genau 2381 aktive Bibliotheksnutzer, die für insgesamt 200733 Ausleihvorgänge gesorgt haben. 158 Veranstaltungen hat das Team um Christine Braun auf die Beine gestellt – mit 5427 Besuchern beziehungsweise Teilnehmern. Dazu gehörte auch im vergangenen Jahr wieder der sogenannte Julius-Club, mit dem Kinder und Jugendliche auf den Geschmack des Lesens kommen sollen. Die Stadtbibliothek wird in diesem Jahr zum achten Mal daran teilnehmen – und sich weiter sehr intensiv darum bemühen, über die Schulen für die Teilnahme zu werben. Geplant ist nämlich ein Kooperationsvertrag, so Braun. Dieser beinhaltet darüber hinaus eine enge Zusammenarbeit, die Bibliotheksbesuche und Rechercheübungen umfasst. Auf diesem Wege will Braun den jungen Leuten zeigen, was in und mit Hilfe der Bibliothek alles möglich ist. Angesprochen sind dabei auch die Seminarfach-Schüler aus der gymnasialen Oberstufe, die bereits zahlreich die Recherchemöglichkeiten für ihre Facharbeit nutzen.

Die Bemühungen, an viele junge Leser heranzukommen, ist nicht neu und sorgt letztendlich auch für recht stabile Nutzer-Zahlen. Führungen, Besuche in Schulen, die Ausgabe von Bücherkisten für Klassen und auch Kindergärten runden das Konzept ab.

„Das klassische Buch steht bei uns im Vordergrund, aber wir verteufeln nicht die anderen Medien“, sagt Christine Braun. Und so ist das Angebot nach wie vor sehr groß: Es gibt CDs, DVDs, Hörbücher und Spiele. Der gesamte Medienbestand liegt bei fast 30000 Einheiten.

Recht viel Geld hat die Stadt nun in die Hand genommen, um den Kunden auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten die Bücherrückgabe an einem Automaten zu ermöglichen. Eine hohe Investition, die allerdings auf den Wünschen zahlreicher Kunden basiere, so Braun. Neu zusammengestellt ist übrigens auch das Kinderprogramm „Konfetti“, das in der Stadtbibliothek ausliegt. Außerdem sind Lesungen geplant – unter anderem mit Bettina Tietjen am 25. April.

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