Stadt weiht IGS-Gebäude und Turnhalle offiziell ein

Ruhe vor der nächsten Baustelle

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Architektin Annette Kläner-Brandt (2.v.r) übergibt Bürgermeister Andreas Weber den symbolischen Schlüssel zur Halle. Als Ehrengast ist Brigitte Räke (l.) dabei – die Halle trägt den Namen ihres 2004 verstorbenen Ehemannes, dem langjährigen Rotenburger Bürgermeister Bodo Räke. Schulleiter Sven Thiemer und ARS-Vorsitzender Rolf Ludwig (r.) freuen sich darüber ebenfalls.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Das erste Schulhalbjahr ist gelaufen im neuen Gebäude der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Rotenburg, doch offiziell eingeweiht wurden die Räumlichkeiten mit der Bodo-Räke-Sporthalle an der Gerberstraße erst am Donnerstag. Man habe der Schule etwas Zeit geben wollen, nach auch politisch unruhigen Zeiten etwas zur Ruhe zu kommen und deswegen mit der Feier gewartet, sagte Bürgermeister Andreas Weber. So ganz klappte das nicht.

Denn seine SPD-Parteikollegin, Schulausschuss- und Stadtelternratsvorsitzende Marje Grafe legte am Morgen in der Aula der Theodor-Heuss-Schule (THS), die mal „Forum“ der IGS werden wird, den Finger in die weiter klaffende Wunde der städtischen Diskussion: Die Entscheidung für eine Schule an zwei Standorten mit der späteren Nutzung der Realschule, die der Stadtrat Ende November getroffen hatte, empfinde die Elternschaft weiter als „schulpolitischen Super-Gau“. Eine Schule, die auf zwei Standorte verteilt sei, werde nie wirklich zu einer Schule, kritisierte sie.

Davon unbeirrt, galt es für die Gäste aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft am Morgen in der IGS und am Abend in der Sporthalle, das bisher Erreichte zu würdigen. Marianne Assenheimer von der Landesschulbehörde schwärmte, dass „Zukunftsfragen in Schulen nicht ohne Raumqualitäten zu beantworten“ seien. Räume müssten inspirieren, die Schule ein angenehmer Ort sein. Dann steigen Leistungen, betonte sie, Konflikte nähmen ab. Und das habe Rotenburg mit der IGS geschafft. „Die lange Zeit der Provisorien ist vorbei“, sagte Assenheimer. Allerdings gilt das nur für die ersten beiden Jahrgänge, die bislang an der IGS beschult werden. Denn schon der kommende fünfte Jahrgang zieht wieder ins Übergangsquartier in der noch nicht umgebauten Realschule.

Einweihung der Bodo-Räke-Sporthalle in Rotenburg

Dort sollen die Räume für die Jahrgangsstufen acht bis zehn eingerichtet werden. Im Sommer beginnen zudem die Abrissarbeiten eines THS-Flügels, wo die Stufe sieben Platz finden soll. Rund 13,5 Millionen Euro wird die Stadt bei Abschluss der Arbeiten, vermutlich 2019, investiert haben – zehn Jahre, nachdem der erste Antrag für die IGS gestellt wurde. Damals übrigens noch mit der Hoffnung, gar nicht investieren zu müssen, weil die Schulgebäude in der Kreisstadt ausreichen.

Diese Debatte wollte Bürgermeister Weber am Donnerstag aber nicht wieder aufnehmen. Er freute sich einfach: „Wir haben jetzt eine moderne Schule, die den heutigen Ansprüchen genügt.“ Schulleiter Sven Thiemer lobte das Gesamtprojekt als vorbildlich für die Zusammenarbeit von Schulvertretern, Behörden und Politik. „Wir sehen heute, wofür sich Stress und Strapazen gelohnt haben.“ Am Abend sagte er: „Diese Halle strahlt eine hohe Motivation für Schüler aus.“ Hier könne man Schüler in einer immer bewegungsärmer werdenden Zeit fordern. Dass dieses Konzept aufgehen kann, diesen Beweis traten dann anschließend Sportler Rotenburger Vereine an. Badminton, Schulsport, Aerobic, Fußball, Basketball und Handball standen auf dem Programm – praktischer Anschauungsunterricht für die Gäste auf der voll besetzten Tribüne nach vielen Jahren theoretischer Diskussion.

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