Stadt verleiht Jürgen Jürgensen und Friedrich Kuhle die Ehrenbürgerrechte

Zwei, die lieber in der zweiten Reihe sitzen

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Die neuen Ehrenbürger Jürgen Jürgensen (l.) und Friedrich Kuhle (r.) mit Bürgermeister Andreas Weber.

Rotenburg - Von Elisabeth Stockinger. Im Mittelpunkt stehen beide eher ungern, doch das ließ sich am Dienstagabend nicht vermeiden: Jürgen Jürgensen und Friedrich Kuhle erhielten im Saal des Heimathauses, im Beisein von Familie, Freunden und langjährigen Weggefährten, die Ehrenbürgerrechte der Stadt Rotenburg. Bürgermeister Andreas Weber hob in seiner Laudatio besonders das vielseitige Engagement der beiden Kreisstädter hervor.

Weber war es auch, der Friedrich Kuhle vor einiger Zeit anrief und ihm dessen Nominierung mitteilte. „Da habe ich erst einmal gesagt, dass ich das nicht möchte“, erzählte Kuhle. Doch der Bürgermeister wusste zu überzeugen, schließlich sei Kuhle vom Stadtrat fraktionsübergreifend vorgeschlagen worden. „Das war natürlich ein schlagkräftiges Argument“, gibt der Rotenburger zu. Da habe er nicht mehr „Nein“ sagen können. Dabei, und das betonte er mehrfach, habe er seit jeher nur seine Arbeit gemacht.

Geboren in Ballenstedt bei Quedlinburg, kam Kuhle 1968 in die Wümmestadt. Von 1981 bis 2006 war er CDU-Mitglied im Stadtrat. Er engagierte sich besonders im Finanzausschuss sowie in den Bereichen Umweltschutz und Stadtplanung. Zudem gehörte er dem Verwaltungsausschuss an und übte die Funktion des CDU-Fraktionsvorsitzenden von 1987 bis 2004 aus. Als er 2006 aus dem Rat ausschied, erhielt er die Ehrenbezeichnung Stadtältester sowie die Bürgermedaille.

Mitglied im Stadtwerke-Aufsichtsrat war Kuhle von 1988 bis 2006. Zu seinen weiteren Ehrenämtern zählten Tätigkeiten im Verein Haus und Grund, im Kirchenvorstand der Stadtkirche, im Kneippverein sowie im Heimatbund Rotenburg.

Was ihm in seiner langjährigen Ratstätigkeit nachhaltig im Gedächtnis geblieben ist? Die Antwort darauf kommt prompt: „Die Aufnahme Rotenburgs in das Städtebauförderungsprogramm im Jahr 1985.“ Das sei ein Meilenstein in der Stadtgeschichte gewesen, ein Verdienst aller Fraktionen im Rat. Auch heute noch verfolgt der 80-Jährige die Kommunalpolitik in der Kreisstadt, „aber nur noch im Stillen“.

Auch Jürgen Jürgensen kann sich noch gut an den Erfolg beim Städtebauförderungsprogramm erinnern. „Das hat uns vorangebracht und dazu beigetragen, dass aus Rotenburg eine noch freundlichere Kleinstadt wird.“ Der gebürtige Hamburger lebt seit 1943 in Rotenburg, und das „sehr sehr gern“. „Ich schätze das kirchlich-diakonische Klima hier“, erzählte er. Ebenso wie die vielzähligen kulturellen Angebote, besonders Konzerte mit klassischer Musik.

Jürgensen war von 1964 bis 2003 Mitglied im Rat der Stadt. Während dieser Zeit übte er zweimal das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters aus und wirkte mehrere Male als stellvertretender Bürgermeister. Zudem war er Mitglied in diversen Fachausschüssen und über mehrere Jahre stellvertretender Vorsitzender und Vorsitzender des Finanzausschusses. Dem Aufsichtsrat der Stadtwerke Rotenburg gehörte er als Vorsitzender von 1991 bis 2001 an.

Auch im Kreistag war Jürgensen in den Jahren von 1965 bis 2006 in verschiedenen Gremien tätig. Das Amt des Zweiten stellvertretenden Landrates übte er von 1974 bis 1976 aus, Mitglied im Niedersächsischen Landtag war er von 1970 bis 1986. Als Mitglied der SPD gehörte er dem Bezirks- und Landesvorstand an, war Kreis- und Ortsvereinsvorsitzender sowie Mitglied in verschiedenen Kommissionen auf Bundesebene.

Jürgensen engagierte sich darüber hinaus im kirchlichen Bereich, war Vorsitzender des Kirchenvorstandes sowie des Kirchenkreistages. Er wirkte in der Landessynode, dem Kirchensenat und Sprengelbeirat mit. Seit 1984 war Jürgensen im Eine-Welt-Laden, im Diakonissenmutterhaus und den Rotenburger Werken in der Inneren Mission tätig – das alles auf ehrenamtlicher Basis. Auch in sportlicher Hinsicht setzte er sich jahrzehntelang für die Belange der Stadt ein: 1977 war er Gründungsvorsitzender des Rotenburger Sportvereins, anschließend Kassierer und Stadionsprecher.

Der 82-Jährige führte am Dienstagabend übrigens eine „Familientradition“ weiter. Der mit ihm verwandte Bernhard Haake erhielt bereits im Jahr 1984 die Ehrenbürgerrechte der Stadt Rotenburg.

Jürgensen und Kuhle seien die Ehrenbürger „Nummer 8 und 9“, berichtete Bürgermeister Weber. „Es ist wichtig, eine so tolle Tradition weiterzuführen.“ Denn die Ehrenbürger hätten eine Art „Vorbildfunktion“, auch wenn Jürgensen und Kuhle das ob ihrer Bescheidenheit vielleicht nicht wahrhaben wollten.

Ihr Engagement für die Stadt habe sicherlich auch einige persönliche Entbehrungen mit sich gebracht. Deshalb überreichte Weber den Ehefrauen Lieselotte Jürgensen und Gisela Kuhle als Dank für deren Unterstützung einen großen Blumenstrauß.

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