Stadt Rotenburg begrüßt Jägerbataillon 91 / Appell auf dem Pferdemarkt

„An der Seite der Bürger“

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Am Heimathaus stellen sich Soldaten des Jägerbataillons 91 den Bürgern vor.

Rotenburg - Von Inken Quebe. Unter neuen Nachbarn ist es üblich, sich einander vorzustellen. Genau das haben am Dienstag, passenderweise auch der Hubertustag, das neu aufgestellte Jägerbataillon und seine Garnisonsstadt Rotenburg auf dem Pferdemarkt getan – im Nebel mit Fackeln blieb eine gewisse Mystik nicht aus.

Nachdem das Fernmelderegiment 1 im Juli aufgelöst wurde, ist das Jägerbataillon 91 in die Lent-Kaserne nach Rotenburg gezogen. „Wir sind die neuen Mitbürger in den Grenzen Ihrer Stadt“, so Oberstleutnant York Buchholtz, der als Kommandeur mit sechs Kompanien – insgesamt waren es 150 Soldaten – zu dem Appell gekommen war. Soldaten habe es in Rotenburg schon immer gegeben, die Uniform bleibe die gleiche, einzig das Gelb und das Rot der Fernmelder seien durch das Grün der Jäger ersetzt worden.

Sowohl Buchholtz als auch Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) betonten die Wichtigkeit der Einbindung der Bundeswehr in die Zivilgesellschaft. Man wolle sich gegenseitig unterstützen, so der Tenor. Der Rückhalt der Garnisonsstadt Rotenburg sei vor allem dann nötig, wenn das Jägerbataillon erste Verwundete oder Tote zu vermelden habe, so Buchholtz. „Aber die Patenschaft ist keine Einbahnstraße: Das Jägerbataillon steht an der Seite der Bürger“, betonte er. Die Soldaten wollten helfen, wenn zum Beispiel die Wümme über die Ufer tritt oder wenn es in Sachen Flüchtlingsthematik Probleme zu lösen gilt.

Jägerbataillon 91 in Rotenburg angekommen

Das sah Bürgermeister Weber ähnlich, und er erinnerte an die Gefahren für Leib, Leben und die Seele, die die Soldaten auf sich nehmen würden: „Wir müssen uns bewusst machen, was für ein Opfer wir ihnen abverlangen.“

Zum Abschluss des Appells auf dem Pferdemarkt übergaben Weber und Buchholtz Urkunden über die Patenschaft an den jeweils anderen, und der Bürgermeister erhielt eine Saufeder mit einem Wimpel in Rot und Grün – die Farben der Stadt beziehungsweise der Jäger. Danach ging es für alle zum Heimathaus, um einander besser kennenzulernen und sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen.

Die Wahl des Tages für den Appell fiel nicht zufällig: Hubertus gilt als der Schutzpatron aller Jäger – das soll auch vorerst nur der Anfang sein, so Buchholtz: „Das heute ist die Premiere. Wir möchten, dass es sich wiederholt.“ Aber auch wenn viele Bürger das Jägerbataillon 91 am Dienstag begrüßten, war nicht jeder mit den neuen Nachbarn einverstanden. Einer bekundete seine Ablehnung lauthals: „Ihr könnt nach Hause fahren. Wir brauchen euch nicht.“

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