CDU sieht „Grund zur Sorge“

Wie groß wird die IGS?

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Wie viel Platz die künftigen Jahrgangsklassen der IGS benötigen, wird nun politisch entschieden.

Rotenburg - Von Michael Krüger. In den kommenden Wochen wird die Entscheidung getroffen, wie es mit der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Rotenburg weiter geht. Die Klassenstufen 5 und 6 haben den Neu- und Anbau am Standort Gerberstraße bezogen, der siebte Jahrgang soll ab 2016 in der benachbarten Theodor-Heuss-Schule unterrichtet werden.

Nur wohin es später mit den Stufen 8, 9 und 10 gehen wird, ist noch unklar. Am Donnerstag will Bürgermeister Andreas Weber (SPD) ein Gutachten vorstellen. Die CDU äußert vorab weiter Grundsatzkritik an der IGS.

Die Wortwahl sei nicht die beste gewesen, gestand CDU-Fraktionschef Klaus Rinck nach der Stadtratssitzung am Montag. In der Sache bleibe er aber dabei. Rincks Äußerungen hatten zum Ende eines ansonsten sehr unspektakulär verlaufenden Gastspiels des Stadtrats in Unterstedt für Empörung beim Bürgermeister und bei weiten Teilen der Mehrheitsparteien SPD und Grüne gesorgt. Er hatte bei IGS-Schulleiter Sven Thiemer und Weber Zahlen zur Jahrgangsstärke, zu Schülern mit Gymnasialempfehlung, zu Schülern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf und zu Rollstuhlfahrern angefordert. Diese seien ihm zwar mitgeteilt worden, aber bis auf die Gesamtzahl mit der Bitte um Vertraulichkeit. Warum, könne er nicht verstehen, sagte Rinck und polterte in Richtung Thiemer, dass dieser bei der Zusammenstellung „eine einfache Additionsaufgabe im einstelligen Bereich“ nicht habe lösen können. Weber empörte sich: „Herrn Thiemer vor dem gesamten Rat schlecht zu machen, ist nicht in Ordnung.“

Rinck untermauerte am Dienstag, dass die Zahlen deutlich machten, welche Notwendigkeiten beim Ausbau der IGS bestehen. Allein die Anmeldungen von 108 Schülern in diesem Jahr – bei erwarteten mindestens 140 – spreche für sich: „Es scheint so, als sei das Interesse der Eltern geringer.“ Stadt und Schulleitung sollten sich aufgrund dessen „Gedanken und Sorgen“ machen. Der Trend, der sich nach 127 Schülern im Vorjahr abzeichne, werde sich laut Rinck mit dem Wegfall der Schullaufbahnempfehlung im kommenden Jahr verstärken. Das Gymnasium dürfte profitieren, die IGS verlieren.

IGS-Schulleiter Sven Thiemer bleibt trotz der Kritik seitens der CDU-Fraktion gelassen. Tatsächlich habe es in der Zusammenstellung „einen Tippfehler“ gegeben. Und natürlich habe es die IGS mit dem ersten Jahrgang und Container-Unterricht nicht einfach gehabt, jede Schule im Aufbau müsse sich erst beweisen. Aber: „Die Rückmeldungen der Eltern sind sehr gut.“ Die IGS müsse sich keine Gedanken über fehlende Qualität machen. Thiemer sieht es wie Bürgermeister Weber, dass die Zahlen zur Schülerschaft nicht öffentlich diskutiert werden sollten. „Wir wehren uns gegen die Schubladen.“ Behindert oder nicht, Gymnasiast oder Realschüler, dieses oder jenes Merkmal: „Diese Denkweise wollen wir überwinden.“ Grundsätzlich gelte: „Es ist gefährlich, auf dem Rücken der Kinder Politik zu machen.“

Und doch wird genau das geschehen. Wenn Bürgermeister Weber am Donnerstag das neue Gutachten zur IGS-Zukunft vorgestellt hat, will sich auch die CDU öffentlich dazu äußern. Vergangene Woche waren die verschiedenen Varianten von Neu- und Umbauten für die Jahrgänge, die ab Sommer 2017 beschult werden, den Fraktionen vorgestellt worden. Die finanzielle Spanne reicht dabei, soviel ist durchgesickert, von einer Zwei-Millionen-Sparversion bis zum 18-Millionen-Euro-Großprojekt. Was davon wirklich in die Haushaltsplanungen fließt, muss entschieden werden. Die Zahlen wurden am Montagabend im Stadtrat diskutiert – nicht öffentlich.

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