Traditionsgaststätte soll verkauft werden

Stadt hat den Domshof im Blick

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„André’s Domshof“ steht zum Verkauf.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Rotenburgs älteste Kneipe ist seit Ende September dicht. Gastwirt André Mendritzki hatte aus finanziellen Gründen die Reißleine gezogen. Es lohnte sich einfach nicht mehr. Seitdem ruht der Betrieb im „Domshof“.

Dass eine neue Gastwirtschaft in das Haus am Kirchhof einzieht, ist unwahrscheinlich. Derzeit laufen Gespräch mit Interessenten, die die Immobilie kaufen wollen. Auch die Stadt selbst ist involviert – denn die will das historische Gebäude, das seit 1754 als Schankbetrieb geführt wurde, unbedingt in seiner jetzigen Art erhalten.

Mendritzki bestätigt „Verhandlungen in der Endphase“ mit einem potenziellen Käufer. Diese wollten aber keine Kneipe führen. Eine Interessentin, die die Kneipe noch bis Januar übernehmen wollte, habe aus Krankheitsgründen vor der Vertragsunterzeichnung abgesagt. Was mit dem Haus nach dem Verkauf passieren soll und wer der neue Eigentümer sein könnte, kommentiert Mendritzki noch nicht.

Klar ist aber bereits: Auch die Stadt ist beteiligt. Bürgermeister Andreas Weber (SPD) sagt: „Die Stadt ist zuständig, das Ambiente am Kirchhof zu sichern.“ Im Klartext heißt das, dass auch die Stadt, sollte sich kein Käufer finden, in finanzielle Vorleistung gehen könnte, um die Immobilie zumindest vorübergehend zu erwerben. Denn auch im Sinne der von der SPD-Fraktion jüngst geforderten Gestaltungssatzung für die Innenstadt ist das Erscheinungsbild des „Kulturviertels“ rund um die Stadtkirche zu erhalten. Wie tief dafür in die städtische Kasse gegriffen werden müsste, sagt Weber noch nicht.

Die Rotenburger CDU kritisiert den möglichen Ankauf. Der Stadtrat-Fraktionschef Klaus Rinck: „Wir halten den Ankauf des Gebäudes nicht für ratsam. Bislang ist uns kein schlüssiges Konzept präsentiert worden, warum die Stadt hier quasi als Investor auftreten sollte. Wenn sich ein Kauf zu den derzeitigen Konditionen rentieren würde, wäre die Immobilie sicher bereits verkauft. Warum der Steuerzahler an dieser Stelle ein potenzielles Verlustgeschäft eingehen soll, erschließt sich uns nicht.“ Gleichwohl, so der CDU-Ortsverbandsvorsitzende Eike Holsten, bedürfe es dringend einer örtlichen Gestaltungsvorschrift, „um ein ansprechendes Stadtbild zu erhalten“ – insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich die Problematik des Domshofes in Zukunft an anderen Stellen wiederholen werde.

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