IHK Stade lädt im zum Neujahrsempfang / Olaf Scholz als Festredner zu Gast

Renaissance an der Unterelbe

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Die Gäste aus dem IHK-Bereich Rotenburg/Verden.

Rotenburg/Stade - Von Inken Quebe. Für manch einen hat es sich wie ein Familientreffen angefühlt, so der Tenor: Eigentlich war es aber der Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) Stade, zu dem am Mittwoch im Stadeum Vertreter aus Politik und Wirtschaft zusammengekommen waren. Trotzdem stimmte der Vergleich, denn die IHK feiert in diesem Jahr 150. Geburtstag, wurde sie doch 1866 gegründet.

Für Thomas Windgassen war es die Premiere als Präsident auf der Bühne des Neujahrsempfangs: Seit Ende Februar 2015 steht er an der Spitze der IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum. Und er hatte gleich viel Lob für die hiesige Wirtschaft dabei. Mit den Worten „Ja, es geht uns gut“ nahm er direkten Bezug zur Rede seines Vorgängers Lothar Geißler, der sich im Vorjahr ähnlich geäußert hatte. Aber: Dass Deutschland mit einem Wirtschaftswachstum von unter zwei Prozent jährlich vergleichsweise gut dastehe, liege auch an besonderen Faktoren wie dem niedrigen Ölpreis.

Eine wachsende Rolle kommt der Flexibilität zu: Der Acht-Stunden-Tag sei veraltet. „Die Unternehmen müssen flexibler reagieren können, um in der Wirtschaft 4.0 mithalten zu können“, so Windgassen.

Dabei sei auch die Ausbildung von Bedeutung. Erstmals habe es im vergangenen Jahr einen Rückgang von mehr als fünf Prozent bei der Anzahl der geschlossenen Ausbildungsverträge gegeben. Der demographische Wandel sei im Elbe-Weser-Raum angekommen. Außerdem sei der Trend zum Abitur weiterhin ungebrochen, sodass es vor allem kleine und mittelständische Unternehmen vor Probleme stelle, geeigneten Nachwuchs zu finden.

Festredner Olaf Scholz (SPD), Hamburgs Erster Bürgermeister, ist davon überzeugt, dass die Industrie an der Unterelbe eine Renaissance erlebe. Man müsse aber mit der Region Bremen-Oldenburg sowie dem Öresund noch enger zusammenrücken. Als maßgeblich sieht er dafür den weiteren Ausbau der Infrastruktur an. Ein wichtiger Faktor für ein nachhaltiges Wachstum sei für ihn die Windenergie. Dieser Aufschwung dürfe nicht gebremst werden.

Doch auch ein anderes Thema spielt seit dem vergangenen Jahr in der Wirtschaft eine immer größere Rolle: die Flüchtlingssituation. Windgassen sieht die Zuwanderung als gewaltiges Potenzial, zumindest wenn die Integration gelinge. Kai-Uwe Bielefeld, Landrat des Landkreises Cuxhaven, forderte schnellere Asylverfahren: „Wer aus Krisengebieten zu uns kommt, dessen Asylantrag oder Situation muss geprüft werden. Er soll er nicht monatelang warten müssen.“

Bielefeld kam aber auch noch auf den momentanen „Zankapfel“, der Erweiterung des Tarifs im Hamburger Verkehrsverbund, zu sprechen. Er betonte, dass den davon betroffenen Landkreisen – unter anderem Rotenburg – dieses Thema am Herzen liege und richtete seine Bitte an Scholz, sich davor nicht zu verschließen. Denn auch die Hansestadt profitiere von einer Erweiterung mit mehr Personenverkehr. Von Scholz kam noch während seiner Festrede ein Signal: „Es wird geredet.“ Es solle niemand wegziehen müssen, weil er an seinem Wohnort keine Arbeit findet, so der Hamburger.

Die IHK Stade hat während des Neujahrsempfangs auch das beste Ausbildungsunternehmen ausgezeichnet. Dieser Preis ging an die Firma Kraftverkehr Nagel aus Achim. An die Lehrer des Jahres wurde der Ikarus verliehen. Auf dem ersten Platz landete Maja Zeißig von der Grundschule Karlshöfen (Gnarrenburg). Platz zwei sicherten sich sowohl Malte Friesen vom Schulzentrum Jork als auch Sylvelin Menge Gymnasium Osterholz-Scharmbeck.

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