Politik muss über Zukunft von zwölf Bäumen auf dem Ahe-Sportplatz entscheiden

Sportler wollen mehr Platz

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Um diese Baumreihe zwischen dem Grandplatz und Platz vier geht es. 

Rotenburg - Von Michael Krüger. Mehr Platz für den Trainingsbetrieb oder mehr Schatten für Wettkämpfe im Hochsommer? Ein bisschen mehr Sportplatz oder Erhalt des „ortsbildprägenden Charakters“? Rotenburgs Sportvereine und die Politik diskutieren über zwölf Bäume.

Sieben Linden, drei Eichen und zwei Birken stehen auf dem Ahe-Sportplatz zwischen Grandplatz und Platz vier. Sollen sie weg? Die Entscheidung ist noch offen.

Platzwart Denis Rohloff hat nicht mehr viele Möglichkeiten. „Wir sind an der Belastungsgrenze“, sagt er am Donnerstagnachmittag vor dem Sporthaus auf der Anlage. Im strömenden Regen haben sich die Mitglieder des Umwelt- und des Sportausschusses hier versammelt, um eine Frage zu diskutieren, die vor zehn Jahren schon einmal auf der Agenda stand. 

Zu wenig Platz

Damals allerdings unter anderen Vorzeichen: War es 2006 nur der damalige Platzwart, der die Baumreihe zwischen den beiden Plätzen weghaben wollte, sind jetzt auch die Vereine mit an Bord. Der JFV Rotenburg, die Footballer der Cyclones und der Rotenburger SV haben sich gemeinsam positioniert. Für Hunderte Kinder und die zahlreichen Mannschaften im Seniorenbereich braucht es mehr Platz auf dem Ahe-Sportplatz. 

„Wenn in der Woche Spiele angesetzt sind, muss manches Training bereits ausfallen“, berichtet Rohloff. Die beiden Hauptplätze könnten nicht für den Trainingsbetrieb der älteren Sportler genutzt werden, darunter würden sie zu sehr leiden – Länderspiele oder Trainingslager wie zuletzt vom Hamburger SV wären angesichts dann schlechterer Platzverhältnisse kaum noch zu bekommen.

Also geht es darum, ob die zwölf Bäume weichen müssen. Eine Schneise von rund 15 Metern auf einer Länge von 100 Metern sehen Platzwart und Vereine als möglich an. Diese könne dann für kleine Spiele sowie Laufeinheiten genutzt werden. Rohloff: „Ein gewaltiger Raum.“

Politik tut sich schwer

Doch so einleuchtend der Fall der Bäume für die Sportler ist, so schwer tut sich die Politik damit, sofort zur Motorsäge greifen zu lassen. „Es gibt für beide Sichtweisen gute Gründe“, sagt Bürgermeister Andreas Weber (SPD) später am Nachmittag, als sich die Ausschussmitglieder nach der Sportplatz-Dusche im Ratssaal wieder trocknen lassen. Kurzerhand die 36 bis 56 Jahre alten Bäume beseitigen? 

„Aus naturschutz- und umweltrechtlichen Gründen können keine Gründe angeführt werden, die eine Beseitigung der Bäume rechtfertigen würden“, heißt es in der Beschlussvorlage des Bürgermeisters. Diese schlägt dann auch vor, dass die Bäume stehen bleiben. Es sei fraglich, ob die Mitgliederzahlen der Vereine angesichts der demografischen Entwicklung so hoch blieben, auch könnte nicht einfach so ein Ausgleich für die Bäume geschaffen werden – auch wenn Neuanpflanzungen auf dem Parkplatz oder auch nur eine Teilfällung und die Verkleinerung des Grandplatzes Alternativen seien. 

Der Charakter des Sportplatzes würde durch das Fällen verändert, zudem fehlten Eltern und pausierenden Sportlern im Sommer Schattenplätze, so die Kritikpunkte. Und nicht zuletzt könnte das „Tabularasa“ mit den Bäumen die auf wackligen Beinen stehende Einigung mit „schwierigen Nachbarn“, die sich wegen des Lärms beschwert hatten, wieder stärker ins Wanken geraten. SPD-Ratsfrau Marion Bassen steht ihrem Bürgermeister zur Seite: „Es kann Ärger geben, wenn wir dieses Fass aufmachen.“

Ob es aufgemacht wird, ist allerdings noch fraglich. Denn die Mitglieder beider Ausschüsse stimmten geschlossen für erneute Beratungen in den Fraktionen. Heinz-Günter Bargfrede, der empfahl, dem Ansinnen der Vereine zu folgen, gab den Ratsmitgliedern dafür mit auf den Weg: „Das Ahe-Stadion ist kein Park, sondern eine Sportanlage. Dafür sollten wir sie auch nutzen.“

Entschieden wird nun im Verwaltungsausschuss am 24. August.

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