Klassische Straßenabholung steht mit neuem Abfallwirtschaftskonzept vor dem Aus

Sperrmüllsammlung nur noch auf Anfrage

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Die klassische Sperrmüllsammlung wird es bald in Rotenburg nicht mehr geben. Geplant ist ein reines Anforderungssystem. Online oder per Postkarte sollen die Bürger dann die Abholung zweimal jährlich kostenlos beantragen können.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Die klassische Sperrmüllsammlung steht nach jahrelanger Diskussion endgültig vor dem Aus. Darüber ist sich mittlerweile auch die Kreispolitik weitgehend einig. Als es am Mittwoch im Ausschuss für Abfallwirtschaft des Kreistags galt, das neue Abfallwirtschaftskonzept 2018 bis 2022 abzunicken, kam das Thema noch einmal auf die Tagesordnung.

„Die Diskussion ist abgeschlossen“, fasste Volker Kullik (SPD) die Debatten der vergangenen Jahre zusammen. Tatsächlich dauerte es auch in der Ausschusssitzung nur ein paar Minuten, bis das Thema deutlich weniger emotional als in früheren Jahren behandelt war. Im neuen Abfallwirtschaftskonzept ist die Perspektive zur Abschaffung des bisherigen Systems nunmehr verankert. „Bei Straßensammlungen werden die bereitgestellten Abfälle an den Vortagen und in den Abend- und Nachtstunden durchgehend von privaten Sammlern durchsucht, um den Sperrabfällen die Wertstoffe zu entziehen.

Neben den Lärmbelästigungen werden die Abfälle dabei zerfleddert oder mit Gegenständen ergänzt, die von den Anliegern nicht bereitgestellt wurden oder gar keinen Sperrabfall darstellen. Darüber hinaus wurde in letzter Zeit zunehmend von Diebstählen berichtet, die in unmittelbarem Zusammenhang mit den Straßensammlungen zu sehen sind“, heißt es dort. Es werde daher angestrebt, die Straßensammlung aufzugeben und durch ein reines Anforderungssystem zu ersetzen. Dazu soll mit dem beauftragten Entsorgungsunternehmen eine Regelung gefunden werden.

„Das Bürgervotum ist für mich bindend“

Erster Kreisrat Torsten Lühring nimmt den Bürgern die Sorge, dass sie ihren Sperrmüll künftig schwerer loswerden. Online oder per Postkarte lassen sich die Abholung nach der Umstellung zweimal jährlich kostenlos beantragen, außerdem kann Sperrmüll auf den Entsorgungsanlagen Helvesiek und Seedorf angeliefert werden. Für haushaltsübliche Mengen werde dort allerdings eine Gebühr von pauschal zehn Euro erhoben.

Vor zwei Jahren war die Sperrmüllabfuhr auch ein Thema auf der „Bürgerplattform ROW“ – und im Grunde die einzige, die tatsächlich Resonanz erzielt hat auf der mittlerweile wieder eingestellten Online-Mitspracheseite. Dort hatte sich bereits eine Mehrzahl der Abstimmenden für die Abschaffung der Straßensammlung und dafür für die Initiative der Verwaltung ausgesprochen. Für Angelika Dorsch (SPD), die die Plattform damals mit aufgebaut hatte, zählt die Abstimmung noch heute: „Das Bürgervotum ist für mich bindend.“ Laut Kullik habe sich zudem eine Mehrzahl der Kommunen für das Anforderungssystem ausgesprochen.

36 Kilogramm Sperrmüll pro Einwohner

Rund 36 Kilogramm Sperrmüll verursacht jeder Einwohner des Landkreises jährlich. Wie viel sich davon wiederverwerten lässt, ist ganz unterschiedlich. Natürlich sei der Anteil an Wertstoffen höher bei einer direkten Abholung, sagt Lühring. Es sei dann schlichtweg noch nicht so viel mitgenommen worden. Die höheren Kosten für die Fahrten würden dadurch ungefähr aufgewogen. Wann die Umstellung erfolgt, ist aber noch offen. Man befinde sich jetzt in Gesprächen mit den Entsorgern.

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