„Bunt und vielfältig“

SPD, Grüne und Volt haben Mehrheit im Rotenburger Rat fest im Blick

Coronabedingt  bilden sich zum Teil lange Warteschlangen vor den Wahllokalen.
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Coronabedingt bilden sich zum Teil lange Warteschlangen vor den Wahllokalen.

Rotenburg – Es war bereits weit nach Mitternacht, als im letzten der 16 Wahllokale das Licht erlosch und entschieden war, wie die künftige Sitzverteilung im neuen Rotenburger Stadtrat aussehen wird. Im November trifft sich das Gremium zu seiner konstituierenden Sitzung – bis dahin sollen die neuen Mehrheitsverhältnisse geklärt sein. In diesen Tagen starten die ersten Fraktionsgespräche.

Neun Parteien und Wählerinitiativen sowie mit Telman Aliev ein Einzelkandidat sind bei der Kommunalwahl der Stadt Rotenburg angetreten – und bis auf die WFB, die nur 1,51 Prozent der Stimmen erreicht hat und deshalb ohne Sitz bleibt, haben es alle in den Stadtrat geschafft.

Ich sehe eine gute Grundlage dafür, den Reset-Knopf zu drücken und neu anzufangen.

Sieger Torsten Oestmann

„Das ist eine spannende Zusammensetzung“, betonte der künftige Bürgermeister Torsten Oestmann, der erklärte: „Ich sehe eine gute Grundlage dafür, den Reset-Knopf zu drücken und neu anzufangen.“ Oestmann möchte sein Wahlversprechen einlösen und für die Ideen aller Parteien offen sein: „Ich bin parteilos – und dabei bleibt es. Für mich hängt die Zusammenarbeit von jedem Einzelnen ab.“

Enttäuscht zeigte sich Eike Holsten (CDU), obwohl seine Partei zugelegt und 35,17 Prozent der Stimmen erreicht hat. Mit zwölf Sitzen bildet die CDU die stärkste Partei. „Aber fest steht, dass wir die Mehrheit verlieren. Es ist noch zu früh, um ein Fazit zu ziehen. Wir sollten 100 Tage ins Land ziehen lassen und Torsten Oestmann eine Chance geben.“ Holsten betonte, er fühle mit den Bewerbern, die nicht genug Stimmen bekommen haben, und freue sich besonders für Aaron Kruse, der direkt in den Rat eingezogen ist. „Das ist eine tolle Überraschung.“

Die SPD (29,3 Prozent) kommt auf zehn Sitze und hat damit die Mehrheit fest im Blick: „Der Rat ist vielfältig und bunt. Besonders freue ich mich für Julian Räke und Ina Helwig, die es mit großem Einsatz geschafft haben“, sagt Ingo Krampitz (SPD).

Seine Partei strebt eine Koalition mit den Grünen und Volt an und setzt zudem auf die Bürgermeisterstimme. „Aber auch mit Stefan Klingbeil von den Linken und Einzelkandidat Telman Aliev werden wir sprechen“, so Krampitz weiter.

Ebenso optimistisch zeigen sich die Grünen, die 17,08 Prozent der Stimmen erreicht haben: „Ich bin insgesamt hochzufrieden mit unseren sechs Sitzen im Rat und sehe sehr gute Gestaltungsmöglichkeiten. Wir haben mehr als 1 000 Stimmen dazugewonnen, das ist ein tolles Ergebnis“, erklärte Stefan Fuchs.

Er möchte in den kommenden Wochen viele Gespräche führen: „Wir stehen der SPD und Volt natürlich nahe, aber das ist kein Selbstläufer. Auch mit den Linken und Telman Aliev können wir uns eine Zusammenarbeit gut vorstellen.“

Der Einzelkandidat freut sich auf seine Zeit im Rat: „Ich bin überrascht und freue mich sehr. Es ist ein sehr guter Beispiel für Demokratie und die Möglichkeit, auch ohne Partei ausreichend Stimmen zu gewinnen. Es ist für mich ein Auftrag und Vertrauen zugleich. Es wird für mich ein Lernprozess sein.“

Zum ersten Mal dabei ist die Partei Volt (zwei Prozent), vertreten mit einem Sitz, den Alexander Gredin einnimmt. „Wir hatten schon auf zwei Sitze gehofft, sind aber auch mit dem einen zufrieden.“

Schon vor der Wahl stand fest, dass die AfD nicht mehr im Stadtrat vertreten sein wird. Nachdem die Partei bei der vergangenen Kommunalwahl noch 6,8 Prozent der Stimmen erhalten hatte, aber nur einen der zwei möglichen Sitze besetzen konnte, verzichtete die AfD in diesem Jahr darauf, einen Bewerber aufzustellen.

Große Vielfalt im neuen Rotenburger Stadtrat

Die CDU bildet mit zwölf Sitzen die stärkste Partei im Rotenburger Stadtrat, vertreten durch Frank Holle, Franziska Kettenburg, Eike Holsten, Henning Poppe, Friedrich Behrens, Mirco Klee, Klaus Rinck, Frank Westermann, Volker Emshoff, Aaron Kruse, Marie-Kristin Schröder-Koch, Tilman Purrucker. Auf zehn Sitze kommt die SPD mit Andreas Weber, Uwe Lüttjohann, Ina Helwig, Gilberto Gori, Julian Räke, Marion Bassen, Manuela Thies, Heike Behr, Rolf Klammer und Christian Peymann. Für die Grünen ziehen Elisabeth Dembowski, Marje Grafe, Stefan Fuchs, Anke Niemeyer, Ekkehard von Hoyningen-Huene und Joachim Hickisch in den Stadtrat ein. Jeweils einen Sitz im Rat haben die FDP (Frank Peters), Die Linke (Stefan Klingbeil), die Freien Wähler (Günter Scheunemann), WiR (Dirk Schenckenberg) und Volt (Alexander Gridin). Einzelkandidat Telman Aliev sicherte sich den letzten freien Platz

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