SPD-Fraktion verschiebt Wahl eines Fraktionsvorsitzenden / Gori jetzt Sprecher

Annäherungsversuche und Neuaufstellung

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Mattina Berg (l.) und Erika Schumann-Mößeler bilden eine eigene Gruppe im Stadtrat. Eine Rückkehr in die SPD-Fraktion scheint aber nicht ausgeschlossen zu sein.

Rotenburg - Von Guido Menker. Die SPD stellt sich neu auf. Nicht sofort, sondern in kleinen Schritten. Denn zu groß ist noch die Trauer über den Tod ihres Fraktionsvorsitzenden Hartmut Schaarschmidt, der am 20. April nach langer schwerer Krankheit gestorben war.

Aus Rücksicht hat der Stadtrat in der vergangenen Woche darauf verzichtet, sämtliche Gremien neu zu besetzen – das war fällig geworden, weil die Gruppe von WIR, FDP und FW zerbrochen ist. Die Wahlen werden nun in der Sitzung am 29. Mai nachgeholt. Bis dahin wird sich die SPD entscheiden müssen, wer für sie künftig im Verwaltungsausschuss sitzen soll. „Wir haben uns darauf geeinigt, dass diese Frage in der Fraktionssitzung am kommenden Montag entschieden wird“, so Gilberto Gori. Der Italiener war bisher stellvertretender Fraktionsvorsitzender und fungiert seit Montag als neuer Sprecher der Fraktion. Es gelte, nun einen Nachfolger für Hartmut Schaarschmidt im Verwaltungsausschuss zu finden. „Jeder in der Fraktion hat eine Woche lang Zeit, sich darüber Gedanken zu machen“, erklärt Gori. Noch länger können die Sozialdemokraten darüber nachdenken, wer an der Fraktionsspitze die Nachfolge antritt – das wollen sie erst nach der Sommerpause entscheiden.

Bis dahin könnte sich noch einiges tun in der SPD-Fraktion. Gilberto Gori spricht vorsichtig von „Annäherungsversuchen“ – und meint das Gastspiel von Erika Schumann-Mößeler sowie Mattina Berg. Die beiden Damen hatten sich im vergangenen Jahr von der Fraktion getrennt und eine Zweier-Gruppe im Rat gebildet, aber am Montag bereits zum dritten Mal an der Fraktionssitzung der Sozialdemokraten teilgenommen.

„Wir tauschen uns aus, weil es Themen gibt, mit denen wir beide uns beschäftigen“, erklärt Gori. Sind das Anzeichen dafür, dass die beiden Frauen wieder in die Fraktion zurückkehren? Gori will es nicht ausschließen, sieht in den gemeinsamen Sitzungen allerdings noch kein Anzeichen dafür. Momentan stehe das nicht zur Debatte, aber: „Es wäre gut, wenn die SPD-Fraktion wieder zwölfköpfig wird“, meint Gori, der insgeheim auf eine Rückkehr von Schumann-Mößeler und Berg hofft.

Mattina Berg zur Kreiszeitung: „Seit April sind Frau Schumann-Mößeler und ich wieder bei den Fraktionssitzungen dabei, aber ohne unseren Status als Gruppe zu verändern.“ Eine Entscheidung für eine Rückkehr in die SPD-Rats-Fraktion stehe für sie im Moment nicht zur Debatte. Der erste Schritt des „Miteinanders“ sei von ihr ausgegangen, den Schumann-Mößeler mittrage. Mattina Berg: „Es wird also irgendwann eine Entscheidung von uns geben.“

Hinter vorgehaltener Hand wird immer wieder auch über die Stimmung innerhalb der Fraktion gesprochen – und zwar völlig unabhängig vom Tod Hartmut Schaarschmidts. Gori: „Bei bestimmten Themen arbeiten wir sehr harmonisch, aber wir haben keine hundertprozentige Harmonie.“ Ob sich das mit einer Neuaufstellung ändert, müsse sich erst noch zeigen. Von einer Spaltung spricht aber Gori nicht.

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