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Sparsam mit Wasser an Hitzetagen

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Von: Ann-Christin Beims

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Auf das Wässern der Gärten sollte man an Hitzetagen verzichten.
Auf das Wässern der Gärten sollte man an Hitzetagen verzichten. © Menker

Das Thermometer zeigt an mehreren Tagen mehr als 30 Grad an und so schicken die Rotenburger Wasserversorger einmal mehr ihren jährlichen Appell an die Verbraucher, sorgsam mit dem Trinkwasser umzugehen.

Rotenburg – Die Trinkwasserbehälter sind voll: Beruhigt wirft Ralf Heuer, der Geschäftsführer des Wasserversorgungsverbandes (WVV) Rotenburg-Land einen Blick in das entsprechende Gebäude auf dem Gelände. Und auch Ronald Holst, technischer Leiter der Stadtwerke Rotenburg, kommt bei den aktuellen Wasserabgaben zu Beginn der Woche „noch nicht ins Schwitzen“. Dennoch erinnern beide Wasserversorger angesichts nun mehrerer heißer Tage am Stück und begonnener Urlaubs- und Ferienzeit an einen sinnvollen Umgang mit dem Trinkwasser.

Denn die ersten Hitzetage mit mehr als 30 Grad führen schon zu einer erheblichen Mehrabgabe aus beiden Wasserwerken, erklärt Heuer. Am Dienstag rechnet er mit etwa 19 000 Kubikmetern Wasserverbrauch – nimmt man gut 13 000 Kubikmeter an einem normalen Abgabetag, ist das schon eine „ordentliche Mehrlast“, die die Leitungen auffangen müssen.

Trinkwasser steht durch das große Reservoir der Rotenburger Rinne in ausreichender Menge „zur Erfrischung, zum Duschen und Kochen, zur Versorgung der Tiere und allen Anwendungen des täglichen Bedarfs zur Verfügung“, so Heuer. Aber: „Man muss nachhaltig damit umgehen“, ergänzt Holst. Wenn Pflanzen beispielsweise Wasser benötigen, ist es nachhaltig, wenn die Erdbeeren am Ende nicht aus Spanien kommen. „Dann darf man auch was verbrauchen.“

Wird dazu aber im großen Umfang an Hitzetagen der Garten bewässert und Pools befüllt, wird das Trinkwassernetz ordentlich strapaziert. Daher geht Heuer davon aus, dass der Druck spätestens am Mittwoch ein wenig gedrosselt werden muss. Kommt das Wasser also in den Haushalten langsamer an, dient das der allgemeinen Versorgungssicherheit. „Davon sind dann alle Abnehmer betroffen – auch die, die sich an einen sorgsamen Umgang halten.“

Unnötige Verbraucher einstellen

Das Problem ist gar nicht die Speichermenge, meint Holst – sondern, wenn alle auf einmal die Leitungen aufdrehen, beispielsweise in den Abendstunden. Er nennt dabei einen „Dominoeffekt“: Bewässert ein Nachbar seinen Garten, ziehen die anderen oft nach. Angesichts mehrerer trockener Tage könnte das ab Dienstagabend gestartet sein; vorher sei es noch vergleichsweise ruhig gewesen. Kommt viel auf einmal, gelangen die technischen Anlagen schnell an ihr Limit. „Es ist ein Trinkwassernetz, kein Rasenspreng- und Poolbefüllungsnetz“, nennt es Holst.

Beide bitten daher einmal mehr darum, an Hitzetagen unnötige Verbraucher wie Rasensprenger einzustellen. „Wir möchten eindringlich darauf hinweisen, das Trinkwasser aus der Leitung sorgsam und bedacht zu nutzen“, so der WVV-Geschäftsführer. Grundsätzlich könnten bestimmte Nutzungen laut Verordnung sogar eingeschränkt werden, „soweit dies zur Sicherung der allgemeinen Trinkwasserversorgung notwendig ist“. Das ist aber erstmal nur ein Hinweis, betont Heuer. Denn er möchte die Verbraucher für den sparsamen Umgang sensibilisieren und nennt ein Beispiel: So verbraucht ein Rasensprenger in einer Stunde etwa 800 Liter Wasser – das entspreche dem täglichen Wasserbedarf von sieben Menschen im Verbandsgebiet des WVV.

Zu sagen, wie es in den kommenden Tagen aussehen wird, sei schwierig. Zum einen ist wieder Niederschlag mit sinkenden Temperaturen angesagt. Zum anderen ist Urlaubszeit und Reisen sind wieder möglich. „Wir wissen nicht, wie viele Rotenburger im Urlaub sind“, erklärt Holst. Die Ferienzeit sei eine „unbekannte Größe“. Dennoch werden weitere heiße Tage danach folgen – und perspektivisch werden die Sommer nicht kühler, sodass ein sinnvoller Umgang mit dem Trinkwasser wichtig bleibt, damit das Reservoir der Rinne auch noch möglichst lange hält.

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