Plan nimmt wieder Fahrt auf

Sparkassenhaus im Rotenburger Stadtkern: Post zieht ins Gewerbegebiet Ost

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Auf dem Gelände dieser alten Werkstatt an der Rotenburger Industriestraße soll das neue Verteilerzentrum der Deutschen Post entstehen. 

Rotenburg - Von Michael Krüger. Die Fusion mit den Kollegen aus Osterholz, der Abschied des Vorstandschefs, Umbauten in Zeven und Bremervörde: Die Sparkasse Rotenburg Osterholz hatte in diesem Jahr viele Großprojekte auf der Agenda. Eines geriet dabei etwas in Vergessenheit: Der Umbau der bisherigen Postimmobilie im Rotenburger Stadtkern zum sogenannten Sparkassenhaus. 2019, so hieß es einst, soll alles fertig sein. Zwei Jahre länger wird es mindestens dauern. Ein großer Brocken ist nun aber aus dem Weg geräumt.

Im Sommer 2015 hatte die Sparkasse das 5 200 Quadratmeter große Grundstück mitten im Stadtzentrum gekauft. Das 1975 erbaute Gebäude war da seit mehr als 15 Jahren im Eigentum internationaler Investoren, zuletzt bei einem kanadischen Immobilienfonds. Die Entscheidungswege für den Verkauf waren lang, und auch die Planungen für den Umbau zogen sich länger hin als vom Projektleiter erhofft. „Es hat sehr gestockt“, bestätigt Sparkassenvorstand Stefan Kalt. Insbesondere ging es darum, für den laufenden Postbetrieb neue Standorte zu finden.

Das ist nun geschafft. Die Unterschriften sind zwar noch nicht unter allen Papieren, aber beide Seiten melden Vollzug. Kalt bestätigt, was Maike Wintjen, Sprecherin der Deutschen Post in Hamburg, auf Nachfrage mitteilt: „Es wird einen Neubau für unseren Zustellstützpunkt mit Postfachanlage an der Industriestraße geben.“ Die aktuell brach liegende Fläche ganz im Osten Rotenburgs an der Harburger Straße hatte die Sparkasse schon vor einiger Zeit gekauft, sie tritt als Bauherr auf, die Post wird mit ihrem Verteilerzentrum dort als Mieter einziehen. Auf „unter zwei Millionen Euro“ taxiert Kalt die Investition, insgesamt, so hieß es zuletzt, spiele sich das Projekt „Sparkassenhaus“ bei mindestens 15 Millionen Euro ab. Die Frage, die sich mit dem Umzug des Logistikbereiches von der Innenstadt an den Stadtrand aufdrängt, beantwortet Wintjen umgehend: „Für die Kunden – aus Sicht der Zustellung sowohl Brief und Paket – bedeutet das überhaupt keine Veränderung, da wir nach wie vor Montag bis Samstag bei den Empfängern zu Hause zustellen werden.“

Zudem stellt sich die Frage des Ladengeschäfts. Das hat als Partner bislang die Postbank übernommen und soll es auch künftig machen. Zumindest für die Zeit des Umbaus muss dafür eine Übergangslösung gefunden werden. Kalt sagt, man sei sich „grundsätzlich handlungseinig“, auch darüber, dass die „Postbank mit gelber Post“ nach dem Umbau wieder an den Standort zurückkehre. Offen sei nur die Standortfrage für die Bauzeit. Dazu Postbank-Sprecher Ralf Palm: „Es ist richtig, dass wir mit unserer Filiale das derzeitige Gebäude verlassen werden und wir uns einen alternativen Standort suchen. Fakt ist: Wir bekennen uns zu Rotenburg und wollen auch zukünftig mit einer Postbank-Filiale zentrumsnah vor Ort präsent sein.“ Wann eine Lösung gefunden werde, könne er momentan noch nicht sagen.

Momentan sind die Experten damit beschäftigt, die Bauanträge auszuarbeiten. Die Sparkasse hofft, grünes Licht von den zuständigen Behörden zu bekommen und im vierten Quartal 2019 loslegen zu können, für Anfang 2020 stehe der Umzug des Verteilerzentrums ins Gewerbegebiet in Aussicht. Dann könnte auch der Rückbau im Zentrum „bis aufs Betonskelett“ beginnen. Insgesamt 6 500 Quadratmeter Nutzfläche wird das neue Wohn- und Geschäftshaus bieten. Die Sparkasse will mit ihrer Filiale vom Pferdemarkt hierher ziehen und einen großen Bereich zur Nödenstraße hin belegen, dazu kommt die Postbank. Wer noch einziehen wird, ist offen. EWE und das Reisebüro, die ehemaligen Mieter, denen eine Rückkehr zugesagt war, haben bereits andere Landenlokale bezogen und kehren wohl nicht zurück. Die Verhandlungen mit Interessenten für die noch freien 400 Quadratmeter Gewerbefläche sollen parallel zum Rückbau erfolgen.

Offen ist auch weiter, ob im hinteren Bereich des Geländes ein Hotel entstehen wird. Gespräche mit einem potenziellen Betreiber eines ins Auge gefassten 75-Betten-Hauses im Drei-Sterne-Plus-Segment habe es gegeben. Aber wegen der Verzögerungen müsste auch darüber neu verhandelt werden, so Kalt. Denn die Kosten dürften auch hierfür gestiegen sein. Kalt: „Für die Sparkasse muss es sich rentieren.“

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