Erste Bilanz nach der Fusion

Sparkasse Rotenburg Osterholz zufrieden mit erstem Jahr

Wir wollen immer vorne mitspielen.Stefan Kalt, Vorstandsmitglied bei der Sparkasse Rotenburg Osterholz

Zeven – Von Joris Ujen. Ein Jahr ist es her, die Fusion der Sparkassen Rotenburg-Bremervörde und Osterholz. Seit der Zusammenlegung wurde und wird an den Veränderungsprozessen gearbeitet. Der Mitarbeiterstamm wurde und wird weiterhin reduziert, aber sozial verträglich. Das betont der dreiköpfige Vorstand, der sich mit dem Zahlenwerk während des Jahresgesprächs zufrieden zeigt – jedoch „nicht vollumfänglich“.

Die Sparkasse Rotenburg Osterholz ist seit der Zusammenlegung die zehntgrößte ihrer Art in ganz Niedersachsen und die größte in der Region – mit 3,2 Milliarden Euro Bilanzsumme und einem Eigenkapitalstock von 270 Millionen Euro. Mächtige Zahlen. Unterm Strich bleibt aber nur ein verhältnismäßig kleiner Gewinn: weniger als eine Million Euro. Eine konkrete Zahl könne Vorstandsvorsitzender Ulrich Messerschmidt noch nicht nennen. Das werde der Verwaltungsrat erst im Mai genau beziffern können.

Aktuell zählen 25 Geschäftsstellen zur Sparkasse sowie rund 700 Mitarbeiter, die etwa 130 000 Kunden betreuen. In absehbarer Zeit werden keine Geschäftsstellen geschlossen, so Messerschmidt. Aber: „Wir prüfen permanent die Auslastung vor Ort.“ Rund 60 Prozent der Kunden wickeln ihre Geschäfte schließlich online ab, Tendenz steigend. Damit einhergehend muss das Bankunternehmen die Nutzung der Geschäftsstellen regelmäßig auswerten.

Der Sparkassenvorstand Rotenburg Osterholz (v.l.): Stefan Kalt, Ulrich Messerschmidt und Thorben Prenntzell. 

Den Zug der Digitalisierung hat die Sparkasse auf jeden Fall nicht verpasst: Bereits 20 000 Kunden nutzen die kostenlose Sparkassen-App, um zum Beispiel Überweisungen zu tätigen. „Zudem wurde unsere App von insgesamt 38 von der Stiftung Warentest zum Testsieger gekürt“, berichtet Vorstandsmitglied Stefan Kalt. Noch im Aufbau befindet sich der digitale Vertrieb der Sparkasse, „Direkt-Filiale“ genannt. Dort stehen qualifizierte Mitarbeiter den Kunden medial zur Verfügung – sei es via Whatsapp, Chat, Video oder die klassische Variante Telefon. Damit möchte die Sparkasse auch diejenigen Kunden halten, die zum Beispiel aufgrund eines Studiums die Region verlassen, erklärt Kalt. Gut möglich, ergänzt ihn der Vorsitzende, dass auch die App Snapchat schon bald Verwendung findet, da sie aktuell „sehr gefragt ist bei jungen Leuten“. Die Devise der Sparkasse Rotenburg Osterholz beim Thema Digitalisierung ist klar: „Wir wollen immer vorne mitspielen“, so Stefan Kalt.

Zurück zur ersten Jahresbilanz nach der Fusion: Die Erträge sind gestiegen, die Kosten gesunken, bringt es Ulrich Messerschmidt auf den Punkt. Vor allem durch die Zusammenlegung beider Sparkassen sind einige Ausgaben entfallen. „Wir brauchen jetzt ja nur noch eine Personalabteilung“, nennt der Vorsitzende ein Beispiel. „Wir sind mehr als zufrieden mit dem operativen Geschäft.“

Wann das Postgebäude umgebaut wird, ist weiterhin noch unklar. 

Die Kundeneinlagen habe die Sparkasse im Jahr 2018 um mehr als 130 Millionen Euro gesteigert – insgesamt belaufen sich diese auf mehr als 2, 5 Milliarden Euro. Da die Niedrigzinsphase weiterhin Bestand hat, ist auch der Trend zur kurzfristigen Geldanlage ungebrochen. Die Kehrseite von dem Einlagenwachstum sei allerdings, dass die Sparkasse dadurch von der Europäischen Zentralbank teilweise mit Strafzinsen belegt wird. Zudem stünde bei weiter anhaltendem Zinsniveau wohl in diesem Jahr die Einführung eines Verwahrentgeltes für gewerbliche Kunden mit sehr hohen Guthaben auf der Tagesordnung, berichtet Vorstandsmitglied Thorben Prenntzell.

Den Zinsüberschuss beziffert die Sparkasse Rotenburg Osterholz auf 53,7 Millionen Euro, im Vergleich zum Vorjahr ist das Ergebnis laut Prenntzell nahezu konstant. Messerschmidt: „Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da hat der Zinsüberschuss 90 Prozent der Gesamterträge ausgemacht, die restlichen zehn der Provisionsüberschuss.“ Heute halte sich das die Waage. Der Vorsitzende prognostiziert, dass der Provisionsüberschuss (Wertpapiergeschäfte, Vermögensverwaltung, Zahlungsverkehr, Auslandsgeschäft, Bürgschaften etc.) in den nächsten zehn Jahren ein ganz deutliches Übergewicht bekommen wird.

Und die Personalpolitik? Im Zuge der geplanten Reduzierung sind seit der Fusion bereits rund 70 Stellen abgebaut worden, weitere 70 sollen bis 2021 folgen. In der Kundenbetreuung hat die Sparkasse übrigens keine Mitarbeiter abgebaut. Laut dem Vorsitzenden soll das auch in den kommenden Jahren so bleiben.

Zum Umbau der Postfiliale zu einem Sparkassenhaus im Rotenburger Stadtkern konnte der Vorstand keine Neuigkeiten vermelden. Aktuell müssen noch die Bauanträge ausgearbeitet werden.

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