„Es war nicht effektiv“

Sparkasse Rotenburg-Bremervörde konzentriert in neuer Zentrale die Verwaltung

Sparkassen-Vorstandschef Reinhard Krüger (v.l.), Verbandspräsident Georg Fahrenschon, Verwaltungsratschef Hermann Luttmann und Vorstandsmitglied Stefan Kalt vor dem Festakt.

Zeven - Von Michael Krüger. 694 Tage nach dem Spatenstich klingen die Gläser. Die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde hat zur Einweihung ihrer neuen Verwaltungszentrale in Zeven geladen, mehr als 200 Gäste sind zum Gratulieren gekommen.

Dieser Dienstagabend bietet viel Zeit für Lob und Anerkennung – aber auch für Diskussionen um die Bankenlandschaft insgesamt und zur Rechtfertigung einer baulichen Maßnahme, die nicht überall auf Verständnis stößt.

Nicht protzig, aber schick und funktional

Der Parkplatz vor dem imposanten Gebäude aus Stein und Glas im Zentrum Zevens an der Kivinanstraße ist prall gefüllt: dunkle, große Autos, aus denen festlich gekleidete Ehrengäste in dunklen (Hosen-)Anzügen steigen. Sie betreten das Gebäude, in dem sich auf drei Etagen 8400 Quadratmeter Nutzfläche verbergen. Was einstmals eine Friedhofserweiterungsfläche war, ist ein modernes Bürogebäude geworden für alle die Bereiche der vor 17 Jahren zusammengewachsenen Sparkasse, die sich im Hintergrund abspielen – nicht protzig, aber schick und funktional sowie bis in die Details modernen Anforderungen angepasst. Später, nach dem offiziellen Programm mit Festreden und Podiumsdiskussionen, durch die NDR-Moderatorin Ellen Frauenknecht führt, überzeugen sich die Gäste davon bei Rundgängen durch die Großraumbüros.

Zentrale würde auch Platz für eine Fusion mit der KSK Osterholz bieten

Sparkassen-Vorstandschef Reinhard Krüger nimmt im Laufe des Abends auf der Bühne die öffentliche Diskussion auf, die sich natürlich daran reibt, dass die Sparkasse über Niedrigzinsen und Regulierung stöhnt, Filialen schließt und Gebühren erhöht, und dennoch 18 Millionen Euro in eine neue Zentrale investiert. „Das ist kein Widerspruch“, beteuert er. „Dieses Investment rechnet sich.“ Als „betriebswirtschaftlich notwendig“ bezeichnet er das Vorgehen, aus ehemals sechs Standorten für die sogenannten Stabs- und Marktfolgeabteilungen einen zu machen. Auch die Sparkasse zahle mittlerweile Strafzinsen für Guthaben, eigene Werte zu schaffen anstatt weiter zur Miete zu wohnen eine folgerichtige Entscheidung.

Krügers Vorstandskollege Stefan Kalt vermeidet zwar das viel beschworene Wort der „Synergieeffekte“, meint aber genau das, wenn er sagt, dass die bisherige Verteilung „trotz E-Mail und Telefon nicht gut funktioniert“ habe. „Es war nicht effektiv.“ Und dann ist da ja auch noch die Fusionsverhandlung mit der Kreissparkasse Osterholz. Ist die erfolgreich, würden 2018 weitere Bereiche zusammengeführt. Krüger: „Sowohl dieses Gebäude als auch die Zentrale Osterholz hätten dafür genug Kapazität.“

Neben den Kunden wird auch an die Mitarbeiter gedacht

Mit den 220 neuen Arbeitsplätzen in Zeven werden die Verwaltungen in Rotenburg, Zeven und Bremervörde nach und nach aufgegeben. In Bremervörde zieht die Polizei ein, für den Rotenburger Pferdemarkt steht nach dem Umzug ins neue Sparkassenhaus im bisherigen Postgebäude in rund drei Jahren die Nutzung für altersgerechtes Wohnen im Raum. Und in Zeven war die Sparkasse eh nur Mieter. Filialen, in denen das tatsächliche Kundengeschäft stattfindet, sind von den Änderungen bekanntermaßen nicht betroffen – das betont der Vorstand immer wieder: keine Auswirkungen.

Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, wird in seiner Festrede allgemeiner. Er stellt die Sparkasse in einer Zeit des Wandels als soliden Partner heraus, der sich dem Mittelstand verpflichtet sieht und kleine Sparer vor den Auswirkungen der Niedrigzinsphase schützen will. Der Umgang der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde mit den Herausforderungen der Zeit sei „sehr klug, klar und nachvollziehbar“. Vorstandschef Krüger richtete diesbezüglich auch den Blick nach innen. Denn nur nicht gegenüber den Kunden sei man verpflichtet, sondern insbesondere natürlich auch den eigenen Mitarbeitern. Und die profitierten nun trotz großer Umstellungen. Angefangen vom besseren Bürostuhl bis zum Fitnessraum im Keller: „Es ist unsere Pflicht, gute Rahmenbedingungen zu schaffen, die den hohen Anforderungen gerecht werden. Alles andere ist fahrlässig.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Fischerstechen in Lauenbrück

Fischerstechen in Lauenbrück

Feier zum 50-jährigen Bestehen des SV Vahlde

Feier zum 50-jährigen Bestehen des SV Vahlde

Agrarministerium: Zahl der Fipronil-Eier massiv überschätzt

Agrarministerium: Zahl der Fipronil-Eier massiv überschätzt

Der Farc-Krieg in Kolumbien ist Geschichte

Der Farc-Krieg in Kolumbien ist Geschichte

Meistgelesene Artikel

1500 Schützen feiern in Westervesede

1500 Schützen feiern in Westervesede

Kommersabend des Kreisschützenfestes: „Heute wollen wir nur feiern“

Kommersabend des Kreisschützenfestes: „Heute wollen wir nur feiern“

Rotenburger Werke feiern das Sommerfest an der Lindenstraße

Rotenburger Werke feiern das Sommerfest an der Lindenstraße

Kreisel ist ab morgen dicht

Kreisel ist ab morgen dicht

Kommentare