Abwechslung im Politalltag

Sozialausschuss des Landkreises besucht Jugendwerkstatt

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Der Kreisausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit informiert sich über die Arbeit in der Jugendwerkstatt Rotenburg. Leiterin Dorothee Gräf (l.) stand den Gästen Rede und Antwort. J 

Rotenburg - Von Joris Ujen. Anträge, Berichte und geplante Kofinanzierungen. Tagesordnungspunkte, mit denen sich der Kreisausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit am Dienstagnachmittag befassen musste. Um den Nachmittag etwas abwechslungsreicher zu gestalten, aber vor allem einen Einblick in ein Integrationsprojekt für Jugendliche zu erhalten, traf sich das Gremium mit einigen Kreistagsabgeordneten vor der Sitzung in der Jugendwerkstatt Rotenburg.

„Im Vordergrund steht die Entwicklung der Persönlichkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen“, erzählte Leiterin Dorothee Gräf von der Jungendwerkstatt Rotenburg ihren zwölf Gästen aus der Politik im Besprechungsraum an der Goethestraße 14. Der Weiterbildungsort von Lebensraum Diakonie (ehemals Herbergsverein Wohnen und Leben) kümmert sich um Jugendliche und Erwachsene im Alter von 14 bis 26 Jahren, die Probleme mit einem eigenständigen Einstieg in die Berufswelt haben. Gründe für den Stillstand können zum Beispiel psychische Erkrankungen, frühe Schwangerschaften oder Vernachlässigungen im Elternhaus sein, zählte Gräf auf.

Drei pädagogische Anleiter in Teilzeit, Sozialpädagogin Ulrike Peters sowie Dozenten auf Honorarbasis unterstützen die jungen Hilfesuchenden unter anderem dabei, ihre Stärken herauszufinden, praktische Erfahrungen – auch in Betrieben – zu sammeln und eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle zu finden. Das Angebot werde laut Peters gut angenommen, aktuell nehmen 18 Jugendliche am Programm teil.

Aber was passiert, wenn einige Teilnehmer vermehrt nicht zu den Terminen erscheinen, die Plätze unbesetzt bleiben, wollte SPD-Kreistagsmitglied Jürgen Borngräber wissen. „Nach zehn unentschuldigten Fehltagen gibt es eine Abmahnung, nach 20 eine Kündigung“, erwiderte Sozialpädagogin Peters. Dabei müsse aber auch jeder Fall einzeln bewertet werden. „Wenn jemand einfach keine Lust mehr hat, zu uns zu kommen, ist das halt so. Liegen schwere psychische Probleme vor, überlegen wir, ob eine Kündigung sinnvoll ist“, so die Sozialpädagogin. Aktuell sei das Gruppengefüge aber sehr positiv.

Nach einer kurzen Fragerunde und interessanten Einblicken in die Arbeit der Jugendwerkstatt verriet ein Blick auf die Uhr, dass die Sitzung im Kreishaus gleich beginnt. Dort angekommen, begann wieder der Politalltag. Der Besuch der Jugendwerkstatt hielt aber noch nach und es galt, ein ähnliches Projekt, das „Pro-Aktiv-Center“ (PACE), weiterhin finanziell zu unterstützen. Das Beratungsangebot, das der Landkreis seit fast drei Jahren in Eigenregie in den Standorten Rotenburg, Zeven und Bremervörde durchführt, kümmert sich ebenfalls um Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf. 2017 nutzten insgesamt 550 Jugendliche die Beratung im Jugendberufszentrum. Einstimmig folgte der Ausschuss dem Beschlussvorschlag, PACE in den kommenden zwei Jahren mit jährlich 125 000 Euro zu kofinanzieren. Zusätzliche Mittel sollen vom Land und Europäischen Sozialfonds (ESF) kommen.

Eine weitere Kofinanzierung stand mit der Unterstützung der Koordinierungsstelle „Frauen und Wirtschaft“ auf der Tagesordnung. Diese soll mit höchstens 35.000 Euro pro Jahr bezuschusst werden, was der Sozialausschuss ebenfalls einstimmig bewilligte.

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